Güstrow : Trauerarbeit lässt weiße Wände bunt erstrahlen

Eva Schorling und Thomas Widmer zeigen  Bilder, die abwechselnd zu sehen sein werden.
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Eva Schorling und Thomas Widmer zeigen Bilder, die abwechselnd zu sehen sein werden.

Arbeiten von Hospizhelfern in Kapelle des Klinikums Güstrow / Trauerbegleiter zeigen ihre Gedanken mit Formen und Farben

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10. März 2014, 15:44 Uhr

In der kleinen Kapelle im Foyer des KMG-Klinikums Güstrow werden ab sofort Bilder gezeigt, die von ehrenamtlichen Hospizhelfern aus der Barlachstadt gestaltet wurden. In Abständen sollen die Bilder gewechselt werden, so dass immer eines zu sehen ist. Derzeit hängt das Bild von Eva Schorling.

Während eines Kreativworkshops des Kunsttherapeuten Clas P. Köster für Hospizhelfer sind die Bilder entstanden. „Das ist eine ganz andere Verarbeitung in der Sterbebegleitung. Wir haben uns darauf eingelassen und es einfach ausprobiert“, sagt Eva Schorling. Es sei spannend, was dabei heraus gekommen sei. „Wichtig ist, dass wir hinterher über die entstandenen Bilder und unsere Empfindungen sprechen“, so die ehrenamtliche Hospizhelferin. Seitdem treffe man sich drei bis viermal im Jahr, um so das in der schwierigen Sterbebegleitung Erlebte zu verarbeiten. Einige Bilder sind so entstanden. Sechs davon werden jetzt gezeigt.

Krankenhausseelsorger Thomas Widmer möchte die Arbeit des Hospizdienstes gern unterstützen. „Das Krankenhaus ist ein Ort, in dem Verlust, Abschied und Sterben eine Rolle spielen“, sagt er. Genau darum würden die Bilder hierher passen. Die Kapelle werde von Patienten, Angehörigen und Mitarbeitern genutzt, um Kerzen anzuzünden und inne zu halten. Warum sollten sie sich nicht auch mal solch ein Bild ansehen?

Eva Schorling war selbst erstaunt, was andere in ihrem Bild gesehen haben, das jetzt gezeigt wird. Jemand habe ihre „göttliche Begleitung“ darin gesehen. Die 49-Jährige wohnt in Groß Roge und engagiert sich seit über zehn Jahren in diesem Ehrenamt. „Ich wollte mich mit den Themen Tod und Trauer auseinandersetzen. Jetzt bin ich daneben auch noch Trauerbegleiter“, erzählt sie.

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