Toter Winkel zum Drauftreten

Achtung, wenn Autos kommen. Polizeihauptkommissar Peter Budowitsch erklärt Max Guhrke (1. Reihe 2.v.r.)  das gefahrlose Betreten der Straße. Katarina Sass
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Achtung, wenn Autos kommen. Polizeihauptkommissar Peter Budowitsch erklärt Max Guhrke (1. Reihe 2.v.r.) das gefahrlose Betreten der Straße. Katarina Sass

Gefahrenzone Schulweg. Immer wieder gibt es brenzlige Situationen mit Kindern, die nach dem Aussteigen nicht auf die Autos achten. Um Schlimmeres zu verhindern, gab Polizeihauptkommissar Peter Budowitsch Erstklässlern einen Schnellkurs in Sachen richtiges Verhalten. Ein Ausflug mit überraschenden Ergebnissen.

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20. März 2009, 11:56 Uhr

Bützow | Busfahren ist für den achtjährigen Max Guhrke nichts Besonderes. Jeden Morgen muss der Erstklässler mit dem Bus von Langen Trechow zur Grundschule nach Bützow fahren. "Bei uns ist es nicht gefährlich, da brauche ich keine Angst haben", sagt er und zieht sich die Mütze tiefer ins Gesicht. Er und seine Schulkameraden, allesamt Schüler der Diagnose-Förderklasse 0 und 1, machten gestern Unterricht im und mit dem Bus. Auf dem Stundenplan stand das richtige Verhalten nach dem Aussteigen aus dem Schulbus.

An einer Bushaltestelle bei Langensee angekommen, steigen Max und die anderen Kinder aus dem Bus aus.

"Es gibt immer wieder brenzlige Situationen""Was macht ihr, wenn ihr ausgestiegen seid und über die Straße wollt?", fragt der 57-jährige Polizist Peter Budowitsch. "Warten", brüllen die Kinder im Chor. "Vorsicht, da kommt ein Auto", warnen die Erstklässler. In Reih und Glied stehen sie an der Bordsteinkante und lassen sich erklären, wie gefährlich das Betreten der Straße ist, wenn der Bus die Sicht versperrt. Max schaut zu, wie Budowitsch auf die Fahrbahn tritt und vorsichtig nach rechts und links schaut. Max kennt die Regeln "Alles schon im Kindergarten gelernt", sagt er und grinst.

Nach dieser Lektion geht es weiter ins Depot der Omnibusverkehrsgesellschaft Güstrow (OVG). Worauf man im Bus besonders achten muss? Max weiß Bescheid: "Im Bus darf nur der Busfahrer essen und trinken, nicht die Kinder."

Für Busfahrer Holger Schramm ist diese Veranstaltung sehr wichtig. "Es gibt immer wieder haarige Situationen, besonders dann, wenn die Kinder den Bus verlassen", erzählt er. Dann habe er sie nicht mehr im Blick - oder im toten Winkel. Natürlich verstehen die Kinder den nicht einsehbaren Bereich eines Fahrzeuges noch nicht. Wohl aber, dass sie vorsichtig sein müssen.

Die 16 Grundschüler stehen nun auf einem roten Dreieck, das schräg zum Bus als Plane auf dem Boden ausgebreitet ist. Holger Schramm: "Und jetzt schaut mal in den Rückspiegel und sagt mir, was ihr seht." Einer nach dem anderen setzt sich auf den Platz des Busfahrers und schaut in den Spiegel. Die rote Plane ist nicht zusehen, auch nicht die Kinder, die auf ihr stehen.

Hinterher sagt Max: "Das habe ich gar nicht gewusst." Schramm: "Sobald die Kinder im Bus sind, habe ich den Überblick." Gefährlich sei es außerhalb des Busses, wenn die Kinder toben und umherrennen.

Für Max war es ein spannender Vormittag. Nach dem Unterricht wird er sich wieder in einen Bus setzen und sich an die Worte des Polizisten und des Busfahrers erinnern. Polizist Budowitsch freut sich: "Es ist erstaunlich, wie pfiffig die Kleinen sind."

Polizei und OVG werden noch bis Oktober mit der Busschule unterwegs sein.

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