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Unwetter in Norddeutschland : Tornado verwüstet Kleinstadt

vom

Erst verdunkelte sich der Himmel über Bützow, dann kündigten Blitze das nahende Unheil an: Am späten Nachmittag ist eine Unwetterfront vom Westen her über Mecklenburg-Vorpommern gezogen.

svz.de von
erstellt am 05.Mai.2015 | 22:44 Uhr

Drama in Bützow (Mecklenburg-Vorpommern): Die Kleinstadt wurde bei dem heftigen Unwetter, das am Abend über Mecklenburg-Vorpommern zog, nach aktuellen Erkenntnissen mit Abstand am schwersten getroffen. Das Dach der Kirche mitten im Zentrum wurde - neben einigen anderen Gebäuden - komplett abgedeckt, das Rathaus schwer beschädigt. Das Krankenhaus der Stadt musste wegen der Verwüstungen teilweise geräumt werden. Den Bürgermeister überraschte die Sturmfront bei der Arbeit in seinem Büro. Er saß direkt unter einem Fenster, das zerbarst, und musste blutüberströmt behandelt werden.

In der kompletten Innenstadt wurden zudem etliche Autos völlig demoliert, der Strom und sogar Teile des Handy-Netzes fielen aus. Bäume und Verkehrsschilder knickten um. Durch den Sturm wurden Ziegelsteine mit einer solchen Wucht gegen Wände geschleudert, dass sie senkrecht in ihnen stecken blieben. Bei Zepelin wurde ein Tornado gesichtet.

Auch unsere Leser berichteten von Schäden und schickten uns teils spektakuläre Aufnahmen von der Unwetterfront. So auch Denny Freitag in Dümmer. Er war fasziniert von den Rotationen der Luftmassen: "Ich würde sagen es war knapp dran an einem Tornado."

 

Windhose sorgt für Stromausfall

In Parchim und Spornitz traf eine Windrose eine KV-Leitung – der Strom in der Region bis Dütschow fiel für längere Zeit aus.

 

 

Schäden im Nordwesten

Auch in Schleswig-Holstein und Hamburg wütete das Unwetter: In Hamburg wurden drei Menschen leicht verletzt. Ein Mann kam ums Leben, als ein Vordach am Fischmarkt einstürzte. In der Hansestadt fielen Bäume und Äste auf Straßen und Autos, wie ein Feuerwehrsprecher sagte. Dabei seien drei Menschen in ihren Wagen eingeklemmt worden. Besonders im Nordosten Hamburgs behinderten Sturmböen und starker Regen den Verkehr. Eine S-Bahn-Linie konnte etwa eine Stunde lang nicht fahren, weil ein Baum auf die Gleise gestürzt war. Die Feuerwehr war wegen überfluteter Keller und umgestürzter Bäume im Dauereinsatz. Bei der Lübecker Polizei gingen innerhalb kurzer Zeit rund 40 Notrufe ein. In Bremen kippten Bäume um, einige auch auf Autos. Verletzte gab es es aber nicht, sagte eine Polizeisprecherin. Im Kreis Verden kippte ein Baum auf Bahngleise, im Bereich Oldenburg und in Ostfriesland gab es einige Einsätze wegen überfluteter Keller und umgekippter Bäume, teilten die Leitstellen der Feuerwehren mit.

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