Bützow : Tornado-Schrecken in Gemälden festgehalten

Hielten den Schrecken des Tornados in Gemälden fest: Wolfgang Severin-Iben (l.) und Horst Zettier
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Hielten den Schrecken des Tornados in Gemälden fest: Wolfgang Severin-Iben (l.) und Horst Zettier

Die Bützower Maler Wolfgang Severin-Iben und Horst Zettier stellen in Landesamt aus

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14. Juni 2016, 21:00 Uhr

„Die acht Minuten Tornado haben sich für immer in das Bewusstsein der Bützower eingebrannt.“ Horst Zettier, der in der Gartenstraße der Warnowstadt, faktisch parallel zur Schneise der Verwüstung, lebt und sich zeitlebens mit der Malerei befasste, hatte das Geschehen vom 5. Mai des vergangenen Jahres unbedingt in Bildern festhalten wollen. „Für mich sind da Erinnerungen an zerstörte Städte nach dem Krieg wach geworden“, berichtete der 80-Jährige heute im Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie in Güstrow (Lung). Gemeinsam mit seinem Bützower Malerkollegen Wolfgang Severin-Iben stellt Zettier im Amt an der Goldberger Straße seine in Aquarell gehaltenen Eindrücke aus. „Mir blieb gar nichts anderes übrig, als sofort tätig zu werden, Skizzen anzufertigen, Notizen zu machen von dem, was ich ungläubig auf den Bützower Straßen sehen musste“, erzählt Severin-Iben.

In teils kräftigen Farben malten die Bützower den Tornado, hielten die Verzweiflung der betroffenen Menschen fest, die ersten Helfer, die schon nach einer halben Stunde aus den umliegenden Dörfern eintrafen, und ebenso die Gaffer, die inmitten der Trümmer das Handy zückten, statt anzupacken. „Am meisten bin ich froh, wie sich der soziale Zusammenhalt der Bützower erwiesen hat“, blickt Severin-Iben auf die vergangenen 13 Monate. „Uns ging es vor allem um das Verhalten der Menschen und ihre Gefühle in dieser extremen Situation“, sagt Horst Zettier.

Den Bogen noch etwas weiter wollte Lung-Direktor Harald Stegemann spannen. Die Bilder von Zettier und Severin-Iben hingen genau richtig in diesem Amt, hier, wo sonst eher die Schönheiten der Natur gezeigt werden. Die Bilder des Schreckens, den die Natur ebenso verbreiten kann, seien doch auch Mahnung und Warnung. Stegemann: „Wir sind nicht nur Opfer, sondern auch Täter, wenn wir aus unseren Fehlern nicht lernen.“ Der Tornado vom 5. Mai 2015, der Sandsturm auf der A19, die Sommerhochwasser 2011 und 2013, die sintflutartigen Regenfälle der vergangenen zwei Wochen vor allem im Süden und Westen, zuletzt das fliegende Trampolin in Banzkow – all diese Ereignisse wären in ihrer Summe Anzeichen für den so oft heraufbeschworenen Klimawandel.

Die Ausstellung im Lung in der Goldberger Straße ist bis September zu sehen. Öffnungszeiten: montags bis donnerstags von 9 bis 16 Uhr, freitags von 9 bis 14 Uhr.

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