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Verwüstung in Bützow : Tornado richtet Millionenschäden an

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Ein Tornado hat in der Kleinstadt Bützow eine Schneise der Verwüstung hinterlassen und Millionenschäden angerichtet. Ein sichtlich betroffener Ministerpräsident Sellering sagt nach einem Rundgang den Opfern Hilfe des Landes zu.

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erstellt am 05.Mai.2015 | 22:30 Uhr

Stand 17.30 Uhr:
Nach dem Tornado in Bützow bleiben drei Schulen bis Ende der Woche geschlossen. In der Musikschule, der Freien Grundschule und der Grundschule am Schlossplatz finde kein Unterricht statt, teilte der Landkreis Rostock am Mittwoch mit. „Eine Notbetreuung ist eingerichtet.“ Die Förderschule sollte von Donnerstag an wieder geöffnet sein. Auch in den übrigen Schulen - einem Gymnasium und einer Regionalschule - gibt es Unterricht.

Stand 16.00 Uhr
Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) zeigte sich nach einem Gang durch die Innenstadt sichtlich betroffen vom Ausmaß der Zerstörungen, die er als „riesig“ bezeichnete. „Ich habe so etwas noch nie gesehen.“ Er sicherte der Stadt die Hilfe des Landes zu. „Ich bin sehr beeindruckt, wie die Einsatzkräfte diese schwierige Lage gemeistert haben“, sagte er. Großen Respekt habe er vor der Hilfsbereitschaft der Einwohner.

Stand 13.00 Uhr
Der Tornado hat in Bützow einen Schaden von vielen Millionen Euro angerichtet. Wie Landrat Sebastian Constien (SPD) am Mittwoch sagte, lasse sich das Ausmaß noch nicht abschätzen. Seit den Stadtbränden Mitte des 18. Jahrhunderts habe es kein vergleichbares Unglück in der 7600-Einwohner-Stadt gegeben. Bewohner Bützows berichteten, dass der Tornado knapp zehn Minuten gewütet habe.

Mit dem Copter über Bützow

Durch den Sturm, der am Dienstag gegen 19.00 Uhr knapp zehn Minuten lang über der Innenstadt wütete, wurden 30 Personen meist durch herumfliegende Trümmerteile leicht verletzt. Eine Frau musste allerdings mit schweren Verletzungen in eine Rostocker Klinik gebracht werden, sagte Constien. Im Zentrum sind viele Häuser abgedeckt. Vom Dach der Stiftskirche fehlt ungefähr ein Viertel der Ziegel. Auch das Rathaus weist schwere Schäden auf.

Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) machte sich am Mittwoch vor Ort ein Bild von der Lage und sicherte Hilfe des Landes zu. Zu Beginn seines Besuches in der Kleinstadt zeigte sich der Regierungschef beeindruckt von der Hilfsbereitschaft der Einwohner.

Noch in der Nacht wurden drei Häuser wegen akuter Einsturzgefahr evakuiert. Die Bewohner seien bei Verwandten und Bekannten untergekommen. Eine Notaufnahme in der Sporthalle musste nicht benutzt werden. An diesem Mittwoch sollten Bau- und Statikexperten die beschädigten Häuser begutachten. Noch sei nicht absehbar, wie viele Häuser einsturzgefährdet und nicht mehr bewohnbar sind. In der Innenstadt sei kein Auto heil geblieben.

Rund 130 Feuerwehrleute und andere Katastrophenhelfer hatten gleich nach dem Sturm mit den Aufräumarbeiten begonnen. Wichtige Straßen wurden so geräumt, dass zumindest die Einsatzfahrzeuge gefahrlos fahren konnten.

Stadt und Kreis bedankten sich für die Solidarität vieler Einwohner, die sich am Morgen ausgerüstet mit Werkzeug bei der Feuerwehr gemeldet hatten. Ihnen allen steht viel Arbeit bevor. Auf den kleineren Straßen und Gehwegen liegen noch Tausende Ziegel und andere Trümmerteile, viele Bäume sind umgestürzt. Die Innenstadt ist für den Durchgangsverkehr gesperrt, drei Schulen wurden geschlossen.

Auch nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ist ein Tornado für die Verwüstungen in Bützow verantwortlich. Darauf deuteten die Radarbilder hin und die Schäden wie umgestürzte Autos, sagte DWD-Meteorologin Linda Jäckel in Potsdam. Auch schwere Stürme könnten zwar Dächer abdecken, aber Autos stürzten eher bei einem Tornado um. „Es gibt Strukturen im Radarbild, die auf Rotationen in der Wolke hinweisen“, erklärte Jäcke.

Weshalb sich aber genau in Bützow - das von der Warnow durchflossen wird, die dort weite Auenflächen hat - ein Tornado entwickelte, sei unklar. Tornados seien schwer vorherzusagen, sagte Jäckel. Die Tornado-Forschung stecke noch in den Anfängen. Es sei völlig willkürlich, wo so etwas auftrete.

Stand 11:30 Uhr

Auch nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) hat ein Tornado die Verwüstungen beim Unwetter von Bützow angerichtet. Darauf deuteten die Radarbilder hin und die Schäden wie umgestürzte Autos, sagte DWD-Meteorologin Linda Jäckel am Mittwoch in Potsdam. Auch schwere Stürme könnten zwar Dächer abdecken, aber Autos stürzten eher bei einem Tornado um. „Es gibt Strukturen im Radarbild, die auf Rotationen in der Wolke hinweisen“, erklärte Jäckel.

Der Tornado hatte am Dienstagabend in der Kleinstadt in Mecklenburg-Vorpommern Schäden von vermutlich mehreren Millionen Euro angerichtet. Dachziegel flogen umher, Autos wurden umgestürzt. Dutzende Menschen wurden verletzt.

In Mecklenburg-Vorpommern und in der Region Bützow traf demnach am Dienstagabend zwischen 18 und 20 Uhr eine Kaltfront aus Westen auf besonders schwül-warme Luft, da es vorher auch noch geregnet hatte. Der Sturm erreichte Spitzengeschwindigkeiten um 120 Stundenkilometer.

Weshalb sich aber genau in Bützow - das von der Warnow durchflossen wird, die dort weite Auenflächen hat - ein Tornado entwickelte, sei unklar. Tornados seien schwer vorherzusagen, sagte Jäckel. Die Tornado-Forschung stecke noch in den Anfängen. Es sei völlig willkürlich, wo so etwas auftrete.„Wir haben gegen 18 Uhr in der Region 21 Grad, nach 20 Uhr 14 Grad gemessen“, sagte Jäckel. Der Deutsche Wetterdienst hatte Unwetterwarnungen für die Küstenlandkreise Nordwestmecklenburg, Rostock und Vorpommern-Rügen herausgegeben.

 

Stand 11.00 Uhr

Nach den schweren Sturmschäden in Bützow (Landkreis Rostock) macht sich Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) ein Bild von der Lage. Er werde am Mittwochmittag die Kleinstadt besuchen, sagte sein Sprecher. Auch Innenminister Lorenz Caffier (CDU) wollte sich auf den Weg nach Bützow machen.

 

Stand 10.15 Uhr

Der schwere Sturm in der Kleinstadt Bützow bei Rostock hat einen Schaden von vielen Millionen Euro angerichtet. Wie der Landrat des Kreises Rostock, Sebastian Constien (SPD), am Mittwoch sagte, lasse sich das Ausmaß noch nicht abschätzen. Seit den Stadtbränden Mitte des 18. Jahrhunderts habe es kein vergleichbares Unglück in der 7600-Einwohner-Stadt gegeben.

Durch den Sturm, der am Dienstag gegen 19.00 Uhr knapp zehn Minuten lang über der Innenstadt wütete, wurden 30 Personen meist durch herumfliegende Trümmerteile leicht verletzt. Eine Frau musste allerdings mit schweren Verletzungen in eine Rostocker Klinik gebracht werden, sagte Constien.

Im Zentrum sind viele Häuser abgedeckt. Vom Dach der stadtbeherrschenden Stiftskirche fehlt ungefähr ein Viertel der Ziegel. Auch das Rathaus weist schwere Schäden auf. Bewohner Bützows sprachen von einem „Tornado“, der knapp zehn Minuten gewütet habe.  Noch in der Nacht wurden drei Häuser wegen akuter Einsturzgefahr evakuiert. Die Bewohner seien bei Verwandten und Bekannten untergekommen. Eine Notaufnahme in der Sporthalle musste nicht benutzt werden. An diesem Mittwoch sollten Bau- und Statikexperten die beschädigten Häuser begutachten. Noch sei nicht absehbar, wie viele Häuser einsturzgefährdet und nicht mehr bewohnbar sind. In der Innenstadt sei kein Auto heil geblieben.

Rund 130 Feuerwehrleute und andere Katastrophenhelfer hatten gleich nach dem Sturm mit den Aufräumarbeiten begonnen. Wichtige Straßen wurden so geräumt, dass zumindest die Einsatzfahrzeuge gefahrlos fahren konnten. Die Verantwortlichen von Stadt und Kreis bedankten sich für die Solidarität vieler Einwohner, die sich am Morgen ausgerüstet mit Werkzeug bei der Feuerwehr gemeldet hatten. Ihnen allen steht viel Arbeit bevor. Auf den kleineren Straßen und Gehwegen liegen noch Tausende Ziegel und andere Trümmerteile, viele Bäume sind umgestürzt.

Die ganze Innenstadt ist für den Durchgangsverkehr gesperrt, drei Schulen wurden geschlossen. Wie lange die Verkehrssperrung und andere Einschränkungen anhalten werden, sei nicht absehbar, sagte Bürgermeister Christian Grüschow (parteilos). 

 

Stand 9.00 Uhr

Bützow ist weiterhin für den Durchgangsverkehr komplett gesperrt. Nach dem verheerenden Ereignissen von Dienstagabend, als ein Tornado durch die Bützower Innenstadt fegte, haben sich die Einsatzkräfte nur eine kurze Auszeit genommen.

Die Aufräumarbeiten sind angelaufen, informierte Landrat Sebastian Constien heute Morgen. Jetzt gehe es erst einmal darum, die Hauptverkehrsstraßen freizubekommen, die Schäden aufzunehmen und weitere Gefahren für die Bevölkerung abzuwenden. Wann die Vollsperrung aufgehoben werden kann, ist noch nicht abzuschätzen. Das Ausmaß der Schäden sei noch nicht absehbar. Constien sprach von einem Schaden in Höhe von vielen Millionen Euro.

Bereits in der Nacht mussten die Bewohner aus drei Häusern evakuiert werden. Sie kamen bei Freunden und Verwandten unter. Die vom Krisenstab eingerichteten Notunterkünfte mit 300 Betten seien bisher nicht in Anspruch genommen worden. Derzeit sei noch nicht abzuschätzen, ob und wie viele Häuser noch einsturzgefährdet sind. Die Menschen werden auch per Lautsprecherdurchsage angehalten, die Gehwege zu meiden, weil nach wie vor die Gefahr besteht, dass Dachziegel und lose Hausteile zur Erde stürzen. Um diese Gefahr abzuwenden, werden Drehleitern der Freiwilligen Feuerwehr Bützow, Güstrow und Bad Doberan sowie der Berufsfeuerwehr Rostock zum Einsatz komme

Um kurz vor 19 Uhr war am Dienstagabend der Tornado über Bützow hinweggefegt. Nach knapp 15 Minuten glich die Innenstadt einem Trümmerfeld. Neben Kirche und Rathaus sowie zahlreichen Häusern wurde auch de Bützower Warnow-Klinik beschädigt. Es mussten jedoch keine Patienten evakuiert werden, wie es in ersten Zeugenberichten hieß. Jedoch wurden die Patienten einer Station umgelegt.

Eine Frau wurde schwer verletzt in ein Krankenhaus nach Rostock gebracht. Ansonsten gab es – und das ist das große Glück im Unglück – nur 30 leicht verletzte Menschen. In der Stadtverwaltung Bützow ist ein Notruftelefon eingerichtet. Dieses ist zu erreichen unter 038461/500 und 038461/50120.

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