Bernitt : Torkelnd durch den Klassenraum

Ganz schön wackelig auf den Beinen: Sechstklässler Alexander Frey beim Parcourslauf mit Rauschbrille.
Ganz schön wackelig auf den Beinen: Sechstklässler Alexander Frey beim Parcourslauf mit Rauschbrille.

Praktische Suchtprävention war nur eines von vielen Themen beim Gesundheitstag der Regionalen Schule mit Grundschule Bernitt

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02. März 2018, 17:39 Uhr

„Der Raum ist voll schräg“, hört man die Kinder der sechsten Klasse der Regionalen Schule mit Grundschule Bernitt sagen. Doch ihr Klassenraum ist weder besonders auffällig dekoriert noch befindet er sich in Schieflage. Stattdessen schauen die Schüler durch eine spezielle Rauschbrille. „Sie simuliert den Alkoholrausch“, erklärt Theres Kursinski, Fachberaterin bei einer Krankenkasse. Zum Gesundheitstag der Regionalen Schule mit Grundschule Bernitt hat sie ein besonderes Programm erstellt, um den Kindern die Aus- und Nachwirkungen von Alkohol näher zu bringen. In insgesamt zehn Kursen informierten sich die Schüler außerdem über körperliche und auch seelische Gesundheit.

Bei Theres Kursinskis Kurs torkelten die Kinder mit aufgesetzter Rauschbrille einen Parcours aus Stühlen entlang. Doch selbst einen Kreis an die Tafel zu zeichnen, wurde zu einer Herausforderung. Nach dieser Erfahrung, so sagen die Sechstklässler, halten sie sich erst einmal fern von Alkohol.

Wie es strafrechtlich bei Drogenmissbrauch weitergeht, darüber klärte Carola Johannsen, Präventionsberaterin von der Polizeiinspektion Güstrow und die Hospitantin Wiebke Brürehafer in einem anderen Kurs auf. „Mit Vorstrafen wird es ganz schnell schwierig, eine Ausbildung oder eine Wohnung zu finden“, mahnt die Hospitantin. Mit einigen Kindern sei der Austausch sehr intensiv, so Carola Johannsen. Neben Kursen zu Körperhygiene, Tanzfitness, Erster Hilfe und gesunden Pausensnacks schlägt Gemeindepädagoge Anatolij Derksen ein ernstes Thema an. Es geht um Leben und Tod. „Ich spreche mit den Schülern über ihre Erwartungen vom Leben und vom Tod sowie übers Abschiednehmen. Oft wird das Thema in unserer Gesellschaft ausgegliedert und es gibt nur wenig Berührungspunkte“, sagt er. Da sei es doch ganz sinnvoll, darüber mal in der Schule zu sprechen.

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