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Bützower Zeitung

22. November 2017 | 03:06 Uhr

Schwaan : Tierschutz bleibt auf der Strecke

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Manfred Poniatowski konfrontierte den Kreistag mit dem unhaltbaren Zustand der übermäßigen Katzenpopulation in Schwaan

svz.de von
erstellt am 16.Okt.2017 | 06:00 Uhr

Manfred Poniatowski ist besorgt: Die Katzen in Schwaan vermehren sich wie wild – und niemand tut etwas dagegen. Daher nutzte das Mitglied des ortsansässigen Tierschutzvereins die Gelegenheit der Bürgerfragestunde des Kreistages in Bad Doberan, um die Abgeordneten eindringlich auf den Missstand hinzuweisen. „Warum hält sich der Landkreis aus der Beseitigung des Problems raus und unterstützt den Schwaaner Tierschutzverein und die Kommunen nicht?“, wollte er von den Politikern wissen.

Die Stadt Schwaan hatte unlängst eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für unkastrierte Freigängerkatzen aus Privathaushalten erlassen (SVZ berichtete). Auch das Land sprach sich dafür aus, hat die Thematik aber an die Landkreise dirigiert. „Zwei Jahre ist nun nichts passiert, obwohl die Grundlage dafür besteht“, kritisiert Manfred Poniatowski. „In den zwei Jahren fiel viel Arbeit an.“ Allein von Juli bis Oktober sah sich der Schwaaner Tierschutzverein mit zehn Würfen und 41 neuen Katzen ausgesetzt, so der engagierte Tierschützer. „Wir stoßen finanziell an unsere Grenzen.“

Dezernent Stephan Meyer antwortete Poniatowski. Ende September sei das Veterinäramt in Schwaan gewesen, um sich selbst ein Bild von der Dringlichkeit zu machen. Dabei haben sich alle Beteiligten auch davon überzeugt, wie engagiert Manfred Poniatowski die Sache angeht, so Meyer. Allerdings müsse nun zuerst der finanzielle Hintergrund für Unterstützungen geprüft werden. Und Hilfen würden erst mit dem kommenden Haushalt möglich sein, bis dahin müsse einfach gewartet werden.

Mit den Antworten des Kreisdezernenten will sich Manfred Poniatowski aber nicht zufrieden geben: „Damit kann ich eigentlich nicht leben.“ Kosten und Arbeit in unüberschaubarem Maße fielen an – und dennoch tue sich der Kreis damit so schwer, eine Verordnung zu erlassen, so der Schwaaner. Außerdem zeigte sich Poniatowski enttäuscht, dass Meyer nicht klipp und klar die tatsächlichen Zustände in Schwaan beschrieb, um den Kreistagsmitgliedern die Augen zu öffnen. „Die Abgeordneten sehen die leidenden Katzen ja nicht.“

Der Tierschützer vermutet, dass alles weitergeht wie bisher. Und das auf dem Rücken des Vereins, der ehrenamtlich rund um die Uhr im Einsatz ist. „Wir haben Mühe, die vielen Katzen über Wochen gesund zu kriegen und sie später zu vermitteln. Einige sterben“, so Poniatowski.
Der Schwaaner bemängelt zudem, dass ihm alle Recht geben, aber nicht handeln. „Die Zuständigkeitsverordnung ist damit Quatsch.“ Der Kreis schiebe dem Land den schwarzen Peter zu, der die Zuständigkeit ohne finanzielle Mittel an die Kreise übergab. „Und auf der Strecke bleiben der Tierschutz und die Katzen“, betont Poniatowski. „Da ist doch etwas faul an der Verordnung.“ Er ist enttäuscht und rechnet damit, auch weiterhin mit der übermäßigen Katzenpopulation allein im Regen zu stehen.

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