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Tierschutz : Tierschützer fordern klare Regeln

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Vereinsvorsitzender Manfred Poniatowski beklagt fehlende Unterstützung beim Thema freilaufende Katzen

von
erstellt am 11.Mai.2016 | 05:00 Uhr

Freigängerkatzen in Schwaan müssen kastriert und gekennzeichnet werden. Das jedenfalls beschlossen die Stadtvertreter im Sommer 2015. Doch passiert ist seit dem nichts, beklagt Manfred Poniatowski vom Tierschutzverein Schwaan. „Wir fühlen uns allein gelassen und haben die hohen Kosten“, sagt der Vereinsvorsitzende.

Schon seit Jahren fordern Tierschutzverbände von der Politik klare Regeln zur unkontrollierten Vermehrung der Samtpfötchen. Nachdem Rostock in Mecklenburg-Vorpommern Vorreiter war, hatten auch die Schwaaner Stadtvertreter auf Drängen des örtlichen Tierschutzvereins im Juni 2015 eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht beschlossen. „Die hätte vom Landkreis genehmigt werden müssen“, sagt Poniatowski. Da jedoch zu diesem Zeitpunkt eine Landesverordnung zu diesem Thema in Arbeit war, gab es keine Entscheidung. „Nun ist die Landesverordnung am 9. Dezember beschlossen worden“, erklärt der Vereinschef. Doch noch immer wissen die Tierschützer nicht, wie es weitergeht. Mit der Landesverordnung wurde die Zuständigkeit auf die Landkreises übertragen. Die sollen Gebiete festlegen, in denen frei lebende Katzen aufgrund einer hohen Anzahl gefährdet sind. Dort können dann auch entsprechende Maßnahmen ergriffen werden, um den unkontrollierten freien Auslauf fortpflanzungsfähiger Katzen zu verbieten beziehungsweise zu beschränken. Und auch die Kastration der Stubentiger könnte von den Besitzern eingefordert werden. „Doch wer legt die Gebiete fest? Wir bekommen keine Antworten“, beklagt Manfred Poniatowski.

Im vergangenen Jahr hat der Verein 68 Kastrationen durchführen lassen. In den ersten vier Monaten dieses Jahres waren es es schon wieder 73. „Man muss da ständig dranbleiben, sonst gerät das aus den Fugen“, sagt der Vereinschef. „Wir machen das zum Schutz der Tiere und betteln dafür überall um Geld“, so Poniatowski. Er versichert, der Verein werde keinen Katzenhalter alleine lassen. „Wir unterstützen ihn auch, zahlen einen Zuschuss, wenn er sein Tier kastrieren lässt und vielleicht nicht so viel Geld hat“, so der Schwaaner.

Die Tierschützer wünschen sich klare Regeln. Schwaans Bürgermeister Mathias Schauer (UWS) räumt ein, dass die Stadt das Thema nach dem Beschluss beiseite gelegt hatte, auch vor dem Hintergrund der in Arbeit befindlichen Landesverordnung. Nun habe es kürzlich ein Gespräch zwischen Stadt und Kreis gegeben, erklärt Kreissprecher Michael Fengler. „Für uns als Kreis gibt es noch Unklarheiten in der Landesverordnung, zum Beispiel, wer denn ein Katzenkataster führen soll“, so Fengler. Schwaan sei empfohlen worden, selbst ein Schutzgebiet im Rahmen des Ortsrechts festzulegen. Außerdem würde das Tierschutzgesetz schon Ansätze liefern, um einzugreifen, so der Kreissprecher. Das sind jedoch Kann-Bestimmungen. Manfred Poniatowski sieht darin ein „verstecken hinter einer undurchsichtigen Vorgehensweise bei der neuen Landesverordnung.“


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