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Bützower Zeitung

20. November 2017 | 03:14 Uhr

Bützow : Tierschützer bangen um Existenz

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Landesverband des Tierschutzbundes tagt in Bützow: Kürzungspläne der Landesregierung treiben Ortsvereine in zusätzliche finanzielle Not

von
erstellt am 20.Jul.2017 | 07:30 Uhr

Wenn im September im Landtag über den Entwurf des Doppelhaushaltes 2018/19 diskutiert wird, wollen Mitglieder des Landesverbandes des Deutschen Tierschutzbundes vor dem Landtag demonstrieren. Denn Ausgaben für den Tierschutz sollen massiv gestrichen werden, wie die Landesvorsitzende Kerstin Lenz sagt. In Bützow trafen sich die Mitglieder des Landesvorstandes zu einer Beratung. Welche Auswirkungen der Rotstift im Tierschutz haben könnte, wird in Bützow, Güstrow und Schwaan deutlich.

„Wir haben hier jetzt 61 Katzen“, sagt Ulrich Krause, Vorsitzender des Bützower Tierschutzvereins. „Erst in den letzten Tagen kamen weitere 15 Welpen hinzu.“ Weitere Tiere sind außerdem bei Mitgliedern zuhause untergebracht. Der Verein plant in diesem Jahr den Bau eines neuen Zaunes rund um das Areal der Auffangstation. Die befindet sich in einer Gartenanlage. Außerdem soll ein neues Katzenhaus gebaut und das bestehende saniert werden, erzählt Kerstin Lenz. „Rund 30 000 Euro sind dafür eingeplant.

Bisher fördert das Land solche Vorhaben mit 90 Prozent. Mit dem Haushaltsentwurf sollen diese Zuschüsse ab 2018 auf 50 Prozent reduziert werden“, so die Landesvorsitzende. „Wenn das wirklich so kommt, wäre das eine Katastrophe“, sagt Carmen Lahl, Vorsitzende des Tierschutzvereins Güstrow. Der Verein musste in diesem Jahr neue Gebäude errichten, da das alte Katzenhaus nach zwölf Jahren einsturzgefährdet war, erzählt Carmen Lahl. Rund 240 000 Euro waren für ein Katzenhaus, eine Quarantänestation und ein Multifunktionsraum vorgesehen. Doch dann stellte sich heraus, dass der Untergrund sehr instabil ist, die Pfahlgründung tiefer gehen muss, als geplant. „Wir bräuchten einen weiteren Zuschuss“, sagt die Vereinsvorsitzende. Sollte es zu den geplanten Kürzungen kommen, wüssten die Güstrower Tierschützerin nicht, ob der Bau so wie geplant beenden werden könnte.

Wie notwendig dieser ist, zeigte sich gestern erst. Silvia Stromske, 2. Vorsitzende des Güstrower Vereins, war in Mühl Rosin, um dort 16 erwachsene Katzen einzufangen.

Im vergangenen Jahr wurden in Güstrow 132 Katzen kastriet. Die Kosten dafür summieren sich auf rund 13 000 Euro. Geld, das die Vereinsmitglieder mühsam einwerben.

Ähnliche Zahlen nennt Manfred Poniatowski, vom Tierschutzvereins Schwaan. „Wir geben über 7000 Euro im Jahr allein für Kastrationen aus“, sagt der Vereinsvorsitzende, seit fünf Jahren Mitglied im Vorstand des Landesverbandes. In Bützow waren es 2016 ebenfalls über 6000 Euro. „Eine Kastration kostet bis zu 100 Euro“, sagt die Landesvorsitzende. Bisher stellte das Land dafür 20 000 Euro bereit. Der Landesverband habe noch einmal 20 000 Euro draufgelegt. Nun will das Land seinen Zuschuss streichen, so die Landesvorsitzende.

„Wir leisten hier eine wichtige Arbeit für die Gesellschaft und das ausschließlich im Ehrenamt“, sagt Kerstin Lenz. Rund 3000 Mitglieder zählen die 24 Ortsvereine des Tierschutzbundes im Land. Und ständig sind die auf Werbetour, um Spenden für ihre Arbeit einzusammeln. Denn es gehe nicht nur um Kastrationen. Die Vereine benötigen auch Geld für Futter und weitere medizinische Behandlungen. Denn viele der eingefangenen Samtpfötchen seien krank, sagt Silvia Stromske.

Im Amt Schwaan werden die Tierschützer von den Kommunen unterstützt. Dort werden pro Einwohner und Jahr ein Euro bereitgestellt. Im Amt Bützow-Land trifft das für drei Gemeinden zu. „Da wollen wir hin“, sagt Carmen Lahl. Eine solche Regelung gibt es in Güstrow bisher nicht. Doch auch dieses Geld würde nicht den finanziellen Verlust ausgleichen, wenn der Landtag beim Haushaltsentwurf in der jetzigen Fassung festhalten würde. Das zeigt sich am Beispiel von Schwaan. „Wir erhalten rund 7800 Euro pro Jahr durch den Zuschuss der Kommunen“, sagt Manfred Poniatowski. Das Geld sei mit den Kastrationen aufgebraucht.

 

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