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Bützower Zeitung

23. Oktober 2017 | 02:54 Uhr

Rühn : Taucher bergen mehrere Granaten

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Der Munitionsbergungsdienst Mecklenburg-Vorpommern holte Granaten aus dem Sülzpfuhl

von
erstellt am 05.Jul.2016 | 21:00 Uhr

Im Sülzpfuhl in Rühn schlummern noch immer eine ganze Reihe Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg. Im Vorjahr musste bereits der Munitionsbergungsdienst Mecklenburg-Vorpommern anrücken, um Granaten zu bergen. Gestern wurden weitere Funde aus dem Wasser geholt. „Wir haben am Wochenende hier einen ersten Einsatz gehabt“, erklärte Frank Treichel vom Munitionsbergungsdienst des Landes. Die Polizei hatte ihn informiert, dass hier Kampfmittel gefunden worden. Den entscheidenden Hinweis gab Alfredo Jodzeck, der hier mit anderen Hobbytauchern Munition entdeckte.

Schon am Montag war Treichel aus Schwerin angereist, um sich vor Ort einen Überblick über die Lage zu verschaffen. „Wir überprüfen heute den Bereich“, erklärte er. Zwei erfahrene Taucher suchten die Stellen ab – und wurden fündig. Nach knapp einstündiger Suche wurden die ersten Granaten geborgen. Zwei deutsche 10,5-Zentimeter-Sprenggranaten fanden die Taucher im Sülzpfuhl. Hinzu kam eine Hülse – also genau die Dinge, die von den Hobbytauchern gemeldet wurden. Im Anschluss wurde zusätzlich ein weiterer Bereich abgesucht. Dabei wurden eine weitere Sprenggranate sowie zwei Gewehrgranaten entdeckt. Als Hilfsmittel stehen den speziell ausgebildeten Tauchern Sonden zur Verfügung. Deren Einsatz ist aber schwierig in dem Gewässer. „Wir können nur Metall orten“, erklärt Treichel. Weil der Teich aber voller Müll ist, gestaltet sich die Suche damit schwierig. Sie sind vor allem auf Augen und Hände angewiesen. „Die Sicht ist nicht so gut, leicht trübe“, sagte Hobbytaucher Alfredo Jodzeck. Nur einen halben Meter weit habe er sehen können.

Eine unmittelbare Gefahr für das Umfeld bestand jedoch nicht. Dennoch sorgt das Team um Frank Treichel dafür, dass Schaulustige auf Distanz bleiben, bis klar ist, ob die Munition ein Risiko darstellt. „Das schätzen wir vor Ort ein.“ In diesem Fall sind alle Funde transportfähig.

Die Kampfmittel werden nach Jessenitz gebracht, wo sie nach aller Voraussicht im Munitionszerlegebetrieb unschädlich gemacht werden.

Dass Munition in dem Teich liegt, wundert Treichel nicht. „Die wurde wahrscheinlich hier entsorgt“, sagt er. Nach dem Zweiten Weltkrieg sei häufig so verfahren worden, um nicht mit Kampfmitteln aufgegriffen zu werden. Auch Truppen, die auf Rückzug waren, entledigten sich so der Granaten und anderer Munition.

Dennoch hielten sich die Funde in Grenzen – eine Sperrung sei zunächst nicht nötig. Gleichzeitig lässt sich aber auch die Gefahr nicht gänzlich ausräumen. „Eine vollständige Beräumung werden wir nicht machen können aufgrund der Größe und der Beschaffenheit des Gewässers“, führte Treichel aus.

Wer Kampfmittel findet sollte trotzdem unbedingt die Finger davon lassen und grundsätzlich die Polizei informieren. Denn auch Jahrzehnte nach deren Entsorgung sind diese noch potenziell gefährlich.

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