Verein „Likita – Liebevolle Kindertagespflege" : Tagesmütter stellen sich neu auf

Gemeinsam  am Frühstückstisch: Thekla, Ben, Phoebe, Calleigh und  Thure werden von Claudia Krenz  (2. v. l.) und  Gabriele Möller   im „Spatzenparadies“ mit frischen Speisen verwöhnt.
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Gemeinsam am Frühstückstisch: Thekla, Ben, Phoebe, Calleigh und Thure werden von Claudia Krenz (2. v. l.) und Gabriele Möller im „Spatzenparadies“ mit frischen Speisen verwöhnt.

Tagesmütter der Region gründeten Verein „Likita – Liebevolle Kindertagespflege in Güstrow und Umgebung“.

svz.de von
10. Dezember 2013, 00:36 Uhr

Hungrig, aber geduldig sitzen Thekla, Ben, Phoebe, Calleigh, Mattis und Thure gestern Morgen am Frühstückstisch und warten darauf, dass ihre Tagesmütter Claudia „Claudi“ Krenz und Gabriele „Gabi“ Möller ihnen eine Scheibe vom Vollkornbrot, belegt mit Butter und selbst gemachter Marmelade oder Imkerhonig, reichen. Dazu wird ein prall gefüllter Obstteller sowie ein Tee mit Apfelsaft serviert. „Aus eigenen Äpfeln“ betont Claudia Krenz. Genau das ist es, was ihre Einrichtung z. B. von großen Kindergärten unterscheidet. „Ob Essen oder Trinken, wir machen viel selbst“, sagt Krenz.

Um sich jetzt verstärkt für die Interessen der Tagesmütter einzusetzen und die gemeinsamen Kräfte zu bündeln, gründeten die Tagesmütter der Region den Verein „Likita - Liebevolle Kindertagespflege in Güstrow und Umgebung“. „Seit fast zehn Jahren gibt es bereits einen Tagesmütterverein, in dem sich viele von uns engagieren, dieser war jedoch nicht offiziell eingetragen und deshalb in seinen Möglichkeiten begrenzt“, betont Monika Wolf, die dem neuen Verein als Vorsitzende vorsteht. Zusammengefunden haben sich nun 62 Frauen aus Güstrow, Teterow, Bützow, Malchow, Krakow am See und Laage, die sich in Zukunft gemeinsam für ihre Bedürfnisse stark machen möchten. „Uns geht es beispielsweise darum, unseren Berufsstand zu repräsentieren und beim Jugendamt für unsere Ziele einzustehen. Ein Problem ist auch die Vertretung in Krankheitsfällen, die es bisher nicht gibt“, nennt Monika Wolf einige Problemfelder an denen sie und ihre Kolleginnen in Zukunft arbeiten wollen.

Eine weitere Aufgabe des Vereins ist aber auch die Organisation von gemeinsamen Veranstaltungen und Ausflügen wie etwa zum Kindertag oder Fasching sowie die Frauentags- und Weihnachtsfeiern für die Tagesmütter. „Hier greift auch ein weiterer Vorteil des eingetragenen Vereins ein“, unterstreicht Monika Wolf. „Jetzt dürfen wir nämlich auch Sponsorengelder zur Unterstützung größerer Feste entgegennehmen und Spendenbescheinigungen ausstellen“, so die 59-Jährige, die bereits seit 1993 als Tagesmutter in Güstrow tätig ist.

Ihrer Meinung nach werden die Vorteile einer Tagesmutter gegenüber einer herkömmlichen Kinderbetreuungseinrichtung oft noch verkannt. Diese lägen vor allem in der geringeren Anzahl der Kinder und der dadurch auch individuelleren Betreuung. Claudia Krenz und Gabriele Möller betreuen insgesamt acht Kinder im „Spatzenparadies“ in Bützow.


Fünf Tagesmüttereinrichtungen in Bützow und Tarnow


Seit neun Jahren gibt es ihre Einrichtung im Eichenweg 17 schon. Dort, wo einst die eigenen Kinder von Gabriele Möller spielten, stehen dem Nachwuchs nun ein großzügiges Spiel-, Sport- und Schlafzimmer zur Verfügung. Bei passendem Wetter geht es aber auch in den eigenen Garten, wo zahlreiche Spielgeräte auf die Kinder warten.

Zu gegebenen Anlässen unternimmt das „Spatzenparadies“ aber auch etwas mit anderen Kindertageseinrichtungen. „Wir halten zusammen“, sagt Claudia Krenz. In Bützow gibt es auch noch „Die kleinen Strolche“ mit 15 Kindern und drei Erziehern, „Tagesmutter Steffi“ mit fünf Knirpsen und die „Wasserflöhe“ mit zehn Kindern und zwei Betreuern. Das „Wichtelstübchen“ in Tarnow zählt ebenfalls zehn Kinder und zwei Erzieher. Sie alle sind ebenfalls Mitglied im „Likita“. „Für uns hat es Vorteile. So werden uns Weiterbildungen günstiger angeboten, die Zusammenarbeit mit dem Jugendamt ist leichter und wir werden über aktuelle Gesetze informiert“, nennt Gabriele „Gabi“ Möller einige Beispiele.

Auch wenn für die 54-Jährige und ihre Kolleginnen noch nicht überall eine Lösung gefunden wurde, möchte sie ihre Arbeit nicht missen. „Kinder geben einem ganz viel zurück“, schätzt sie den Umgang mit dem Nachwuchs. 46 Kinder betreuten Gabriele Möller und Claudia Krenz bisher in neun Jahren.

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