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Bützower Zeitung

24. Oktober 2017 | 04:13 Uhr

Tafel sammelt weniger Spenden ein

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erstellt am 06.Dez.2011 | 12:39 Uhr

Bützow/Güstrow | Neun bis 14 Tonnen Lebensmittel sammelt die Bützower Tafel, die auch in Schwaan und in rund 25 Dörfern der Region aktiv ist, im Monat ein und verteilt sie an bedürftige Menschen weiter. "Das ist lange nicht mehr so viel wie in den vergangenen Jahren", berichtet Harry Eichstädt. In den Einkaufsmärkten sei ein anderes Bestellsystem eingeführt worden. Es bleib nicht mehr so viel übrig, stellt der Vereinsvorsitzende fest. Deshalb habe man Waren schon zurückgestellt oder eingefroren, damit man zum Weihnachtsfest die Bedürftigen in und um Bützow gut versorgen könne.

Gleichzeitig ist in der Bützower Region auch die Zahl der Menschen, die über die Tafel gespendete Lebensmittel erhalten, gesunken. Rund 1200 waren es vor einem Jahr. Heute sei es etwa ein Drittel weniger, schätzt Harry Eichstädt ein. Viele ältere Menschen wären inzwischen Rentner und hätten jetzt doch etwas mehr Geld zur Verfügung als zuvor als Hartz-VI-Empfänger. Jüngere Menschen würden die Region verlassen. Darüber könne man sich eigentlich auch freuen. Aber die Kosten für den Tafel-Verein würden sich dadurch nicht automatisch verringern. Ob man 20 oder nur zehn Menschen auf einem Dorf versorge, die Transportkosten seien die selben, erklärt der Vereinsvorsitzende. Doch gerade die Unterhaltkosten für zwei Fahrzeuge (Sprit, Versicherung, Reparaturen) seien enorm. Hinzu kämen Ausgaben für Miete, Versicherungen, Telefonkosten usw. Von den Bedürftigen werde zwar ein kleiner Obolus eingesammelt. Das aber reiche nicht aus. Auch der Tafel-Verein als Helfer ist auf Hilfe angewiesen.

Ebenso ergeht es dem Güstrower Tafel-Verein, der rund 3000 Menschen in der Region Güstrow unterstützt. Silvia Beggerow ist überglücklich, dass die Domgemeinde die Tafel im nächsten Jahr monatlich mit 200 Euro unterstützen möchte. "Das ist unser Spritgeld", freut sich die Tafelchefin. Wenn sie sich ein ganzes Jahr lang auf eine monatliche Summe stützen kann, sei das eine riesige Erleichterung. Der Domgemeinderat habe so entschieden, weil man "mit großem Respekt den Einsatz des Teams, das die Not der Armen" lindere, betrachte, erklärt Propst Christoph Helwig und fügt hinzu: "Wir sehen, wie die Wohlstandsgesellschaft so viel Überfluss hervorbringt, der schnell zum Müll wird, wenn nicht Menschen sich für eine gerechte Verteilung einsetzen."

Für die nächste Woche habe sich bei der Tafel in der Güstrower Demmlerstraße auch die Deutsche Post angesagt. Sie übergibt eine Tankkarte mit einem Guthaben von 400 Euro, damit insbesondere in der Vorweihnachtszeit die täglichen Fahrten zum Einsammeln und Ausfahren der Lebensmittel möglich sind, so erklärt die Post, die in MV zehn Tafeln in dieser Weise unterstützt.

Lebensmittel, so berichtet Silvia Beggerow, könne die Güstrower Tafel nach wie vor einsammeln. Von einigen Einkaufsmärkte bekomme man weniger. Dafür habe man in diesem Jahr auch neue Sponsoren gefunden. So wurden beispielsweise im November 21,5 Tonnen umgeschlagen. Im September waren es nur 12,7 Tonnen. "Dann können wir nicht mehr herausgeben. Aber wir mussten noch nie jemanden ohne Lebensmittel wegschicken", sagt Silvia Beggerow, die sich in Güstrow auf zwölf und insgesamt auf rund 25 ehrenamtliche Helfer verlassen kann. In Güstrow helfen nach wie vor auch einige Ein-Euro-Jobber.

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