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Bützower Zeitung

25. September 2017 | 01:08 Uhr

Selow : Sühnestein ist zurück

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Torsten Heine hat eine Nachbildung des Gedenksteins geschaffen

von
erstellt am 02.Sep.2017 | 09:00 Uhr

Er steht fast wieder an seinem alten Platz. Der Sühnestein von Selow. Am Donnerstag wurde er an der Straße zwischen Selow und Klein Belitz aufgestellt. Nicht das Original, aber eine originalgetreue Nachbildung. Zu verdanken haben das die Selower Dr. Torsten Heine. Zwischen der ersten Idee und der Umsetzung vergingen fast fünf Jahre.

Sühnesteine auch Mordwangen genannt, wurden im Mittelalter an Orten aufgestellt, an denen ein Mord passiert war. Es wird vermutet, dass nach einem Gerichtsverfahren der Mörder für das Aufstellen des Sühnesteins verpflichtet wurde. Der Gedenkstein bei Selow ist einem Lübecker Bürger gewidmet. Hermanus Lameshovet soll an dieser Stelle im Jahr 1399 den Tod gefunden haben. 1972 sei das Original des Sühnesteines bei Feldarbeiten umgestoßen und beschädigt worden. Es kann heute im Krummen Haus besichtigt werden.

Die Nachbildung von Torsten Heine steht nun wenige Meter vom alten Standort, dort wo sich heute ein Silo befindet, entfernt. „Ich habe einfach Spaß am Gestalten“ sagt der Unfallchirurg an der Bützower Warnow-Klinik. Er hat das Original zunächst fotografiert. Anschließend hat Torsten Heine ein Holzgerüst gebaut und darin mit Presspappe den Stein, einschließlich der Schrift, nachgestaltet. Das Interessante: Verwendet wurde die gotische Minuskel. „Das ist eine besondere Schriftart, bei der normalerweise nur Kleinbuchstaben verwendet werden“, erklärt Torsten Heine. Auch seien nicht alle Worte ausgeschrieben. Ein Beispiel: Das Wort anno wurde nur mit einem N geschrieben. Ein Strich über dem N bedeute das doppelte N.

Nachdem der Stein in Presspappe geformt war, wurden zunächst Gipsabdrucke geschaffen. Und aus diesen Abdrucken entstand dann eine Form aus Silikon. Diese wurde schließlich mit Beton ausgegossen. Diese Silikonform kann auch immer wieder verwendet werden. So habe er eine Nachbildung des Sühnesteins nun auch auf seinem Grundstück zu stehen, verrät Torsten Heine.

Rund 500 Kilogramm ist der Sühnestein schwer, der nun wieder am Originalschauplatz ein Stück Selower Geschichte präsentieren soll. Dazu gibt es auch eine kleine Schautafel, die die Hintergründe darlegt.

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