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Bützower Zeitung

11. Dezember 2017 | 18:13 Uhr

Schwaan : Suche nach Schwaaner Originalen

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Ingo Braun aus Neu Wiendorf dreht Film über Ofenfabrik Arthur Klötzer und sucht Produkte, die dort einst gefertigt wurden.

von
erstellt am 13.Jul.2015 | 21:00 Uhr

Ingo Braun aus Neu Wiendorf ist schon wieder auf der Suche nach einer spannenden Geschichte aus Schwaan, die er verfilmen will. Dieses Mal geht es um die Schwaaner Ofenfabrik. Im Herbst soll der Film fertig sein und dann in der Kunstmühle gezeigt werden.

Eines der jüngsten Projekte des Filmers beschäftigte sich mit den Ziegeleien in und rund um Schwaan. Diese waren entstanden, weil das Tonvorkommen vor rund 100 Jahren sehr groß war. Und da wo Ziegel und Kacheln gebrannt werden, passt auch eine Ofenfabrik hin.

Das erkannte Arthur Klötzer, als er Anfang des vergangenen Jahrhunderts nach Schwaan kam. „Im Gespräch mit Eberhard Klötzer, dem Enkel des Firmengründers, der noch in Schwaan lebt, ist die Idee entstanden, über die Geschichte des Familienunternehmens einen Film zu machen“, erzählt Ingo Braun. Also ging er ans Werk, suchte Material zusammen und führte u.a. zwei Interviews mit Schwaans Hobbyhistoriker Fritz Luckmann.

„Wir haben schon sehr viel Material und auch Fotos, von dem was in der Fabrik entstanden ist. Das konnten wir zur Verfügung stellen“, sagt Eberhard Klötzer.

Bereits vor zwei Jahren schrieb Fritz Wolbring in der Bützower Zeitung über das Unternehmen: „Arthur Klötzer stammte ut dei Lausitz un wier ein ganz plietschen Mitteldütschen ut Sachsen. Von Pötter Lehmann ut dei Fritz-Reuter-Straat hett hei sik ein’n Brennaben pacht. Un upstunns güng dat mit em barchup. Dat wier ok dci Gründungstunn’n von dei Klötzersche Schwaaner Aaben-Fabrik. Dei Unnernähmergeist harr em tau faaten, un hei harr up dat richtige Pierd sett – dat Geschäft florierte von Anfang an.“

Das alles war 1916, als Arthur Klötzer in der Verlängerten Marienstraße die Firma gründete. Zehn Jahre später baute Klötzer seine Fabrik umfangreich aus. 1934 beschäftigt er 40 Arbeiter, schreibt Wolbring. Als der Firmengründer 1936 nach einem Herzinfarkt stirbt, übernimmt dessen Sohn Erich Klötzer die Geschäfte. Die Geschichte der Ofenfabrik endet nach dem Krieg, auch weil Erich Klötzer nicht mehr zurückkehrt.

Ingo Braun weiß zum Beispiel, dass ein Ofen aus Schwaan möglicherweise im Niederdeutschen Hallenhaus in Wiendorf stand. Das wird gerade geprüft. Über die Sanierung und den Wiederaufbau dieses Hauses hatte Braun ebenfalls einen Film gedreht (SVZ berichtete).

Der Neu-Wiendorfer weiß, dass neben Öfen auch viele weitere Gegenstände gefertigt wurden. Aschenbecher, Figuren, Vasen usw.

Doch wo sind diese geblieben, fragen Ingo Braun und Eberhard Klötzer. „Wenn noch jemand im Besitz von Gegenständen ist, die in der Ofenfabrik entstanden sind oder vielleicht sogar noch einen Klötzer’schen Ofen hat, wäre es schön, wenn sie sich bei mir melden würden“, sagt der Hobbyfilmer.

Kontakt: Ingo Braun Telefon 03844/8123 41

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