Schwaan : Suche nach der Ehrenbürgerin

Hier fand die Kammersängerin ihre letzte Ruhe: im Familiengrab der Schwester.
Hier fand die Kammersängerin ihre letzte Ruhe: im Familiengrab der Schwester.

Bei Anfragen zum Verbleib einer Person sind Behörden auf genaue Angaben angewiesen und müssen Datenschutz genau beachten

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19. Juli 2018, 12:00 Uhr

Wo ist das Grab von Schwaans Ehrenbürgerin Hanne-Lore Kuhse? Eine Frage, der Karl Georg Hart aus der Nähe von Heidelberg nachgegangen ist. Dabei stieß er auf einen Artikel in der SVZ und erfuhr, dass sie in Schwaan ihre letzte Ruhe gefunden habe. Doch bei einer schriftlichen Anfrage per Mail im Rathaus fand er zunächst keine Antwort. Und das verwunderte den Musikliebhaber. Wie kann das sein, fragte er sich und wandte sich an die Bützower Zeitung.

Er beschäftigt sich seit vielen Jahren viel mit klassischer Musik, ist auch auf der Internetplattform „Tamino-Klassikforum“ aktiv, erzählt Karl Georg Hart am SVZ-Telefon. Gegenwärtig recherchiert er zum großen Kurt Masur, dem Gewandhauskapellmeister aus Leipzig, der unter anderem auch Chefdirigent der New Yorker Philharmoniker war. „Dabei stieß ich, wie in der Vergangenheit schon des Öfteren auf den Namen von Hanne-Lore Kuhse aus Schwaan“, erzählt Karl Georg Hart.

Die Kammersängerin, in Schwaan geboren und aufgewachsen, stand auf viele Bühnen der Welt, machte so auch Schwaan ein Stück bekannt. Als der Musikliebhaber aus dem Süden im Schwaaner Rathaus nachfragte, habe er zur Antwort bekommen, dass trotz intensiver Suche „keinerlei Daten und Registriereinträge“ gefunden wurden. Es gebe weder eine Verstorbene noch einen Grabbesitzer in den Friedhofsakten mit diesem Namen. Auch der Friedhofsmitarbeiter habe keinen Grabstein gefunden.

Als SVZ bei Fritz Wolbring, einem engem Vertrauten der Kammersängerin und Freund der Familie nachfragte, hatte der sofort eine Antwort parat. „Hanne-Lore Kuhse liegt im Familiengrab ihrer Schwester“, erzählt Fritz Wolbring.

Dass die Mitarbeiterin im Schwaaner Rathaus keinen Anhaltspunkt gefunden habe, sei nicht ungewöhnlich, sagt Viola Präfke, Leiterin des Bürgerservices im Rathaus. Natürlich sei die Ehrenbürgerin Hanne-Lore Kuhse bekannt. Aber nicht alle Mitarbeiter könnten allein anhand eines Namen alle Hintergründe kennen, gerade jüngere nicht. Und in diesem speziellen Falle hat die zunächst ergebnislose Suche eine ganz logische Erklärung.

Die Anfrage lautete, ob eine Hanne-Lore Kuhse in Schwaan begraben sei. Jedoch Kuhse war nur der Geburts- und Künstlername der Kammersängerin. Sie war aber auch verheiratet und trug deshalb den Namen ihres Mannes. Das Familiengrab der Schwester wiederum ist unter dem Familiennamen registriert. Und auch der ist nicht der Geburtsname der Schwester.

Mit dem Hinweis von Fritz Wolbring war die Suche dann einfach. „Wir haben Herrn Hart auch eine entsprechende Information zukommen lassen“, sagt Viola Präfke.

Solche Suchanfragen seien nicht ungewöhnlich. Jedoch sei es wichtig, dass die Angaben zu den Personen sehr genau sind, sonst gestalte sich die Suche, wie in diesem Fall schwierig, sagt Viola Präfke. Vor- und Zuname müssen stimmen. Gehe es um Frauen, sei der Geburtsname wichtig. Denn viele legen ihren Geburtsnamen nach einer Hochzeit ab. Hinzu kommt, dass die Verwaltung natürlich sehr sensibel mit personenbezogenen Daten umgehen muss. Bei Anfragen müsse schon ein berechtigtes Interesse nachgewiesen werden, zum Beispiel bei Fragen zu Erbfolgen. „Wir bekommen das im Gespräch natürlich mit, wie seriös jemand ist, wenn er eine Anfrage stellt“, sagt Viola Präfke. Dennoch sei jeder Fall individuell zu bewerten.

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