winterdienst : Sturzgefahr auf dem Radweg

Jeden Morgen fährt Nicole Dabbert auf dem Radweg nach Steinhagen zur Arbeit. Geräumt wird die Strecke jedoch erst im Laufe des Tages, was die morgendliche Anfahrt für die Bützowerin zu einer gefährlichen Rutschpartie macht.
Jeden Morgen fährt Nicole Dabbert auf dem Radweg nach Steinhagen zur Arbeit. Geräumt wird die Strecke jedoch erst im Laufe des Tages, was die morgendliche Anfahrt für die Bützowerin zu einer gefährlichen Rutschpartie macht.

Die morgendliche Tour zur Arbeit nach Steinhagen ist für Nicole Dabbert aus Bützow eine Tortur / Straßenmeisterei räumt erst am späten Vormittag

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20. Januar 2016, 10:00 Uhr

Gefährlicher Arbeitsweg: Jeden Morgen fährt Nicole Dabbert mit dem Fahrrad von Bützow nach Steinhagen, wo sie als Erzieherin in der Kita „Regenbogen“ arbeitet. Seit dem plötzlichen Wintereinbruch ist diese Routine für sie zu einer Tortur geworden. Denn wenn sie sich gegen 6.30 Uhr zur Frühschicht aufmacht, ist der Radweg noch nicht geräumt oder gestreut. Zweimal ist die 32-Jährige deshalb bereits gestürzt. Einmal sei sie der Länge nach auf dem Asphalt aufgeschlagen.

„Wenn geräumt wird, dann meistens zu spät“, sagt Nicole Dabbert, die keinen Führerschein hat und deswegen darauf angewiesen ist, mit dem Rad zur Arbeit zu fahren. „Die Straßen sind immer komplett frei, aber dort zu fahren, ist für mich keine Alternative. Das ist zu gefährlich“, so die Bützowerin.

Zuständig für den Radweg ist die Straßenmeisterei Güstrow. Leiter Jörg Westphal zeigt Verständnis für die Situation, aber: „Es ist ein logistisches Problem.“ So stehe nur ein Fahrzeug für die Beräumung der Rad- und Gehwege im gesamten Zuständigkeitsbereich zur Verfügung. Bei fast 60 Kilometern Gesamtlänge dauere es eine Weile, bis alles abgearbeitet ist, sagt Westphal.

Der zuständige Mitarbeiter starte jeden Tag mit der Frühschicht „und beräumt zuerst die stark frequentierten Radwege in und um Güstrow“, so Westphal. Danach fahre er nach und nach die anderen Bereiche ab.

Wie viele Fahrzeuge der Straßenmeisterei für den Winterdienst zustehen, ist offiziell genau geregelt. „Erst ab einer bestimmten Kilometerzahl Gesamtlänge gibt es ein zweites Fahrzeug. Davon sind wir leider weit entfernt“, sagt Westphal.

Doch auch wenn der Radweg geräumt wird, ist nur ein schmaler Streifen von Eis und Schnee befreit, sagt Nicole Dabbert. „Wenn mir ein anderer Fahrradfahrer entgegen kommt, muss einer absteigen, weil man ohne wegzurutschen nicht aneinander vorbeikommt.“

Hinzu komme ein weiteres Problem: „Dass es keine Straßenlaternen auf dieser Strecke gibt, macht das Radfahren bei diesem Wetter noch schwieriger“, sagt Nicole Dabbert.

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