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Bützower Zeitung

17. Oktober 2017 | 07:54 Uhr

Bützow : Streit um Straßenbau nach Rühn

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Noch sind es nur Pläne, doch der Kreis hat schon konkrete Vorstellungen zum 2. Bauabschnitt auf der K4 / Stadtvertreter sind dagegen

von
erstellt am 05.Aug.2017 | 11:00 Uhr

Noch können Autofahrer ungehindert die Straße Am Forsthof in Richtung Rühn passieren. Doch Mitte August sollen ab der Gartenstraße die Arbeiten am ersten Bauabschnitt bei der Sanierung der Kreisstraße 4 beginnen (SVZ berichtete). Während für diese 700 Meter bis zum Abzweig Ziegelhofweg alle Pläne vorliegen und die Arbeiten vergeben sind, bahnt sich für den weiteren Straßenverlauf ein Streit zwischen Stadt und Landkreis an.

Anlass ist der Planungsentwurf für den zweiten Bauabschnitt der Straßensanierung. Der führt vom Ziegelhofweg bis nach Pustohl, würde dort an die bereits sanierte Straße anschließen. Nach den derzeitigen Planungen soll „ein Hocheinbau auf der vorhandenen Straßendecke“ erfolgen. So geht es aus den vorgelegten Planungsunterlagen hervor. Dieser Aufbau würde zwischen 12 und 20 Zentimeter betragen. Begründet werde diese Variante mit dem Schutz der Lindenallee. Erdarbeiten im Kronenbereich seien nicht gestattet worden, heißt es. Jedoch gibt es auch noch eine zweite Begründung. Würde die alte Straße aufgenommen werden, würde dadurch Sonderabfall entstehen, der mit hohen Kosten entsorgt werden müsste.

Doch das wollen die Stadtvertreter so nicht hinnehmen. Denn die Erhöhung der Fahrbahn führe dazu, dass Oberflächenwasser auf die angrenzenden privaten Wohngrundstücke läuft. Diese Befürchtung jedenfalls haben die Anwohner, sagt zum Beispiel Stadtvertreterin Veronika Wolschon (CDU). Im Planungsentwurf wird darauf verwiesen, dass „Regenwasser weiterhin seitlich im Gelände“ versickern kann. „Dieses wird durch Versickerungs- und Verdunstungsmulden unterstützt“, heißt es dort. Doch darauf wollen sich die Stadtvertreter nicht verlassen, sie fordern deshalb die Beibehaltung des derzeitigen Höhenniveaus.

Zudem möchte die Mehrheit der Stadtvertreter, dass Radfahrer ebenfalls auf der neuen Straße einen Fahrstreifen bekommen. Dazu soll eine Radfahrspur auf die Straße aufgetragen werden, wie es bereits in der Bahnhofstraße praktiziert wird.

Dafür sei die Straße nicht breit genug, hatte Ingenieur André Kohls bereits auf einer Bauausschusssitzung erklärt. Er hatte seinerzeit darauf verwiesen, dass der Radweg, der von Pustohl kommt, bereits durch das Wohngebiet Ziegelhofweg weitergeführt wird und Am Forsthof wieder an den dortigen kombinierten Geh- und Radweg anschließt. Doch mit dieser Variante will sich eine Mehrheit der Stadtvertreter nicht zufriedengeben. Deshalb soll auch das erneut geprüft werden, fordern sie.

Ob der Kreis auf die Forderungen der Stadtvertreter eingeht, ist ungewiss. Ebenso ist ungewiss, was mit der Umsetzung des zweiten Bauabschnittes passiert, sollten sich die Stadtvertreter und der Kreis nicht einigen. Letztendlich ist der Kreis aber der Baulastträger, die Stadtvertreter können nur ihre Wünsche äußern.

Die Kreisverwaltung hält sich noch bedeckt. „Der Landkreis wird erst die Fragen der Stadtvertretung zum Straßenbau beantworten und möchte dem nicht öffentlich vorgreifen“, sagt Kreissprecher Michael Fengler. Die Stadtvertreter wollen sich aber nicht nachsagen lassen, sie hätten nicht versucht, ihre Interessen mit einzubringen.

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