Schwaan : Streit um den offenen Treff

Die Bürgerbegegnungsstätte in Schwaan
Die Bürgerbegegnungsstätte in Schwaan

Verein fühlt sich übergangen, weil das Angebot im Seniorenclub eingerichtet wurde

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29. Juni 2017, 12:00 Uhr

Seit dem 1. Juni gibt es im Schwaaner Seniorenclub einen offenen Treff. Die Durchführung des Angebots, das Bürgern die Möglichkeit des gemeinsamen Austauschs geben soll, sorgt derzeit für mächtig Wirbel. Der Grund: Die Betreuung des offenen Treffs hat eine 20-Stunden-Kraft übernommen, die über die Stadt angestellt ist. Der Verein „Bürger für Schwaan“ fühlt sich dadurch vor den Kopf gestoßen. Denn laut Vorstand hat es eigentlich die Absprache gegeben, dass der offene Treff in der Bürgerbegegnungsstätte stattfindet.

Anstoß für die Meinungsverschiedenheit gab eine Richtlinie der Förderbehörde, die das Projekt Mehrgenerationenhaus unterstützt. Demnach muss ein offener Treff als fester Bestandteil eines Mehrgenerationenhauses eingerichtet werden. 20 Stunden in der Woche wurden als Minimum festgelegt. In der Bürgerbegegnungsstätte, die von der Stadt jährlich 10 000 Euro aus den Fördermitteln für das Projekt Mehrgenerationenhaus bekommt, gibt es einen solchen Treff schon. Dort kommt man allerdings nur auf sechs Stunden pro Woche, die Betreuung übernehmen Ehrenamtliche. Mehr könnten die Ehrenamtler nicht leisten, sagt Ralf-Michael Wiedig, der 2. Vorsitzende des Vereins.

Nach einer eingehenden Beratung haben sich Verein und Stadt darauf geeinigt, dass der offene Treff auch dezentral angeboten werden kann. Nach diesem Prinzip würden dann zehn Stunden in der Begegnungsstätte geleistet und zehn im Seniorenclub. Der Vorschlag sei jedoch von der Förderbehörde abgelehnt worden, so Wiedig. „Dann wurden wir gefragt, ob wir die 20 Stunden bei uns stemmen können und haben das Signal gegeben: Zur Not bekommen wir das hin. Dafür bräuchten wir aber eine weitere halbe Stelle“, berichtet Wiedig. Um die zu bezahlen, seien zusätzlich weitere 5000 Euro nötig. Das sei kategorisch abgelehnt worden.

Für Mathias Schauer (UWS) ist die Entscheidung logisch. „Die Stadt hat in ihrer Haushaltsplanung beschlossen, der Begegnungsstätte 10 000 Euro zuzuschießen. Das steht ihnen zu und das ist gut so. Aber woher soll das zusätzliche Geld kommen? Der Rest der Fördergelder ist fast vollständig aufgeteilt“, sagt der Bürgermeister. Insgesamt wird das Projekt Campus der Generationen mit 40 000 Euro gefördert, über die sämtliche Personal- und Sachkosten finanziert werden.

Eine neue Stelle wurde dennoch geschaffen. Die 20-Stunden-Kraft wird ebenfalls aus dem Fördertopf bezahlt. Ein Punkt, der für Unverständnis bei den „Bürgern für Schwaan“ sorgt. Nach Aussage des Bürgermeisters gab es das Angebot, den Treff mit dieser Kraft in der Begegnungsstätte einzurichten. Die veranschlagten Personalkosten wären dann aber nicht zusätzlich verrechnet worden, sondern aus den 10 000 Euro, die in die Einrichtung fließen. Das sei abgelehnt worden, so Schauer.

Für den Verein ist klar, dass 10 000 Euro zu wenig sind, um einen derart großen Posten darin aufzunehmen. „Die Summe dient der allgemeinen Unterhaltung der Begegnungsstätte, die 20 Stunden offener Treff können wir damit nicht abdecken“, so Vorstandsvorsitzende Ina Blank.

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