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Bützower Zeitung

19. August 2017 | 02:02 Uhr

JVA Bützow : Strafvollzug in modernem Stil

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

78 Betten auf drei Etagen: Frisch saniertes Hafthaus in der JVA eingeweiht. Weitere Maßnahmen bereits in Planung.

Die Modernisierung der Justizvollzugsanstalt (JVA) Bützow geht weiter voran: Gestern wurde der frisch sanierte A-Flügel offiziell eingeweiht. Das Hafthaus verfügt auf drei Etagen über 78 Betten, die sich auf 24 Einzel- und 27 Doppelhafträume verteilen. Außerdem gibt es zwei Arrestzellen. Jeder der Hafträume hat einen Sanitärbereich mit WC, Waschbecken und Dusche. Außerdem stehen den Gefangenen ein Sportraum, voll ausgestattete Küchen und ein Veranstaltungsraum zur Verfügung.

„Damit ist ein Unterbringungszustand erreicht, der den Erwartungen an den modernen Strafvollzug Rechnung trägt“, sagte Landesjustizministerin Katy Hoffmeister (CDU) bei der feierlichen Eröffnung. Die Politikerin räumte ein, dass solch moderne Standards für die Unterbringung von Straftätern nicht immer leicht zu rechtfertigen, aber dennoch berechtigt seien. „Ein erfolgreicher Strafvollzug hat immer zum Ziel, die Straftäter zu resozialisieren. Dazu gehört auch, dass die Unterbringung nicht unangenehm ist“, betonte die Ministerin.

Einer der 24 Einzelhafträume des Hafthauses.
Einer der 24 Einzelhafträume des Hafthauses. Foto: Christina Milbrandt

Die Modernisierung des Hafthauses war eine besondere Herausforderung. Denn da das Gebäude unter Denkmalschutz steht, mussten alle Arbeiten in enger Abstimmung mit der entsprechenden Behörde und unter Berücksichtigung zahlreicher Auflagen erfolgen. „Das war schon eine herausragende Arbeit“, sagte JVA-Leiter Dr. Jörg-Uwe Schäfer mit Verweis auf den Betrieb für Bau und Liegenschaften (BBL) Mecklenburg-Vorpommern, der als Bauherr fungierte. Dessen Geschäftsführer Heinz-Gerd Hufen berichtete dann auch von zahlreichen Herausforderungen, die sich im Verlauf der Bauarbeiten auftaten. So seien die Arbeiter im Untergeschoss auf eine Fundamentausdehnung „ungeahnten Ausmaßes“ gestoßen. Außerdem fanden sie 300 Findlinge mit Durchmessern zwischen 30 und 60 Zentimetern, die alle geborgen und abtransportiert werden mussten. Im Außenbereich tauchten unter anderem ein zehn Meter tiefer Brunnen und eine Kläranlage auf, berichtete Hufen.

Der große zeitliche Aufwand, den diese ungeplanten Arbeiten mit sich brachten, hat laut Hufen zu einem finanziellen Mehraufwand von etwa 20 Prozent geführt. Die Sanierung des Hafthauses A hat insgesamt rund 11 Millionen Euro gekostet.

Die Arbeiten dauerten etwa vier Jahre und wurden bei laufendem Betrieb durchgeführt. Für die JVA durchaus ein Risikofaktor, wie Jörg-Uwe-Schäfer betonte. So habe sich ein Häftling in den Kofferraum eines Baufahrzeugs geschmuggelt, um vom Gelände zu kommen. Der Gefangene sei aber rechtzeitig gefunden und wieder in seinen Haftraum gebracht worden. „Diese Situation war nicht einfach. Daraus mache ich auch keinen Hehl“, so Schäfer. Weitere Vorkommnisse habe es aber nicht gegeben.

Der BBL hat nun schon den nächsten Bauabschnitt auf dem Gelände der JVA im Blick. „Für den B-Flügel wird derzeit die Zielplanung erstellt“, sagte Heinz-Gerd Hufen. Derzeit laufe ein Ausschreibungsverfahren, um Planer zu gewinnen. Für diesen Teil seien etwa 13,5 Millionen Euro angepeilt.

In den vergangenen 15 Jahren wurden in der JVA insgesamt 347 Haftplätze erneuert. Knapp 270 Hafträume wurden neu gebaut, 78 grundsaniert. Aktuell verfügt die JVA über 510 Haftplätze. Im A-Flügel werden Gefangene in U-Haft und diejenigen, die auf ihren Vollzugsplan warten, untergebracht.

 

 

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erstellt am 22.Apr.2017 | 05:00 Uhr

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