Schwaan : Stolperstein erinnert und mahnt

Dieser Gedenkstein soll an den in Schwaan sehr beliebten Arzt erinnern und zugleich Mahnung sein.  Fotos: Ralf Badenschier (2)
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Dieser Gedenkstein soll an den in Schwaan sehr beliebten Arzt erinnern und zugleich Mahnung sein. Fotos: Ralf Badenschier (2)

Ehrung für den jüdischen Arzt Dr. Paul Marcus / Naziterror trieb in 1936 in den Tod

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07. März 2014, 18:23 Uhr

In der Stadt Schwaan gibt es seit gestern einen so genannten Stolperstein. Er erinnert an den Arzt Dr. Paul Marcus. Vor dem Wohnhaus der alteingesessenen jüdischen Familie, am Pferdemarkt 7, wurde der Gedenkstein ins Gehwegpflaster eingelassen.

An der kleinen Feier nimmt auch Inge Stark und ihr Neffen Peter Bartels teil. Die 87-jährige Inge Bartels kennt den Doktor noch aus Kindertage. Inge Stark lebte seinerzeit, Anfang der 1930er-Jahre, mit ihrer Schwester in Fahrenholz. Die Schwester ihres Vaters sei die Haushälterin bei Dr. Marcus gewesen. So waren die beiden Mädchen immer wieder zu Gast im Hause Marcus. „Er war so ein liebenswerter und herzensguter Mensch“, erinnert sich Inge Stark auch heute noch an die Besuche in Schwaan. So war es auch für sie und viele andere Schwaaner ein Schock, als sich der beliebte Arzt im Sommer 1936 das Leben nahm. Er sah keinen anderen Ausweg angesichts der anwachsenden antisemitischen Terrorisierung. Hunderte seien hinter dem Leichenwagen durch die Stadt einhergegangen und bekundeten auf diese Weise ihre letzte Teilnahme, erinnern sich Zeitzeugen.

Die Zeitzeugen, die das alles selbst erlebt haben, werden jedoch immer seltener. Daran erinnert Schwaans Bürgermeister Mathias Schauer. „65 Jahr nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wird die Zahl derer, die das Naziregimes noch selbst erleben mussten, immer kleiner.“ Um so wichtiger sei es, dass Menschen diesen Teil der Geschichte, auch die Ereignisse in Schwaan in jenen Jahren nicht aus dem Blick verlieren, nicht vergessen. „Man muss die Lehren aus unserer Geschichte wach halten. Wir haben heute mehr denn je die Pflicht, genau hinzuschauen und aufmerksam zu machen auf das, was damals geschah und was nie wieder geschehen darf.“

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