Zernin : Störche sind wieder sicher

Gemeinsam im Einsatz für die Störche: Kameraden der Feuerwehr und Mitarbeiter der Wemag verkleinerten den Zerniner Horst und richteten den Mast.
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Gemeinsam im Einsatz für die Störche: Kameraden der Feuerwehr und Mitarbeiter der Wemag verkleinerten den Zerniner Horst und richteten den Mast.

In Zernin haben die Feuerwehr und Wemag den Horst um zwei Drittel verkleinert und den Mast gerichtet.

svz.de von
13. März 2018, 21:00 Uhr

Retten, schützen, bergen, löschen – das sind die Grundprinzipien der Feuerwehr. Und in Zernin haben die Blauröcke das Schützen nun auch auf die Vogelwelt ausgeweitet. Auf Initiative des Zerniners Andreas Weidner machte sich die Feuerwehr in die Spur, um den Storchenhorst zu reparieren. Er drohte auf seinem Mast umzukippen.

Seit den 1960er Jahren fliegen die Störche stets den Horst in Zernin an, der Ortsausgang Richtung Lübzin auf einem Mast über die Jahre immer weiter gewachsen ist. Knapp eineinhalb Meter war der Horst inzwischen hoch. Das wirkte sich natürlich auch auf das Gewicht aus. Das betrug fast eine Tonne. Folgenlos blieb das steigende Gewicht nicht, denn inzwischen neigte sich der Mast. „Wir hatten Angst, dass er kippt oder bricht, wenn der Horst noch weiter an Gewicht zulegt“, sagt Volker Frost-Ziegert, Wehrführer aus Zernin.


Mast samt Horst drohte umzukippen

Diese Sorge hatte auch Andreas Weidner, der den Kontakt zur Feuerwehr herstellte. „Dieses oder nächstes Jahr wäre der Mast umgekippt“, ist sich der Zerniner sicher. Christoph Wallner, stellvertretender Wehrführer, sagt: „Er hat mich angesprochen und gefragt, ob die Feuerwehr da nicht etwas machen könnte.“ Die Antwort habe gelautet: „Klar, das ist doch eine schöne Sache!“

Schwieriger als gedacht war es dann allerdings, Wort zu halten. Denn der Horst befindet sich in luftiger Höhe. „Und die Drehleiter aus Bützow kommt für solch einen Zweck nicht“, erklärt Christoph Wallner. Auch die Gemeinde habe nicht wirklich weiterhelfen können. Also nahm der Zerniner Kontakt zum Energieversorger Wemag auf. Auch der BUND wurde kontaktiert, der mit Rat und Tat zur Seite stand. „Der BUND hat uns darüber beraten, was wir machen müssen“, so Christoph Wallner. Dies sei auch bitter nötig gewesen, erklärt Andreas Weidner. „Als Laien wissen wir das natürlich nicht.“ Muss man das Geäst mit einer Motorsäge stutzen? Das war nur eine Frage, die sich alle Beteiligten stellten.

Letztlich rückte am Montag die Wemag mit einer Hebebühne an. Und eine Kettensäge kam nicht zum Einsatz. „Die Äste wurden mit einer Harke heruntergezogen“, schildert Andreas Weidner. Knapp zwei Drittel des Horstes wurden abgetragen und anschließend der Mast wieder gerichtet. Seit die Störche im Vorjahr abgeflogen sind, hätten die Zerniner bereits den Gedanken gehabt, am Mast Hand anzulegen. „Und dann ging es ganz zügig, knapp eineinhalb Stunden hat das nur gedauert“, so Andreas Weidner.

„Das wurde auch höchste Zeit“, sagt Volker Frost-Ziegert. Denn erfahrungsgemäß würden die Störche immer Mitte/Ende März in Zernin ankommen. Alle Beteiligten hoffen nun, dass das auch in diesem Jahr der Fall sein wird. Schließlich sei aus dem „Schloss“ eine „Holzhütte“ gemacht worden, wie es Andreas Weidner bezeichnete. „Nun hoffen wir, dass der Storch das auch annimmt.“ Für die nächsten zehn Jahre habe man nun hoffentlich Ruhe.

Eigentlich wollte Andreas Weidner in Zernin noch einen zweiten Horst errichten. Der Andrang auf den existierenden sei nämlich sehr groß. Laut Volker Frost-Ziegert würden im August schon mal zehn Paare am Zerniner Horst zusammenkommen, ehe es gemeinsam gen warmen Süden geht. Angedacht war ein zweiter Horst bei Christoph Wallner auf dem Hof. „Aber wir haben erfahren, dass das dummes Zeug gewesen wäre“, erklärt Andreas Weidner. Es sei ganz normal, dass sich Störche auch mal balgen, zudem seien in der Region zahlreiche Horste unbesetzt.

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