Schwaan : Stadtvertreter sägen Spielplatz ab

Jetzt wird der Rotstift angesetzt: 280 000 Euro ist der Mehrheit der Stadtvertreter zu viel für den „Spielplatz der Generationen“. Jetzt liegt das Großprojekt erstmal auf Eis.
Jetzt wird der Rotstift angesetzt: 280 000 Euro ist der Mehrheit der Stadtvertreter zu viel für den „Spielplatz der Generationen“. Jetzt liegt das Großprojekt erstmal auf Eis.

Rund 12 000 Euro hat der Treffpunkt für Jung und Alt bereits an Planungs- und Abrisskosten verursacht – die Stadt zieht nun die Reißleine.

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28. November 2014, 17:55 Uhr

Nun ist es amtlich: Der geplante „Spielplatz der Generationen“ liegt auf Eis. Die Schwaaner Stadtvertreter gaben dem „Prestigeobjekt der CDU“, wie es  Rüdiger Zöllig  (Bündnis 90/Die Grünen) in der Sitzung am Donnerstagabend ausdrückte, den Gnadenstoß.

Trotz Gegenwehr auf Seiten der CDU-Fraktion stimmten zwölf der 16 anwesenden Stadtvertreter dafür, das Projekt „Spielplatz der Generationen“ in seiner bisherigen Form nicht weiter zu verfolgen. „Meines Wissens wäre eine Förderung bis zu 90 Prozent möglich – ein Antrag wurde aber nie gestellt“, klagt Klaus Niemann (CDU) an. Schwaans Bürgermeister Mathias Schauer gab jedoch zu bedenken, dass die Summe in Gänze in die Haushaltsplanung aufzunehmen sei – unabhängig von etwaigen Förderungen. „Außerdem fehlen mir die Grundlagen, um einen Förderantrag zu stellen. Dafür hätte ich Zuarbeiten benötigt, die nicht erfolgt sind“, so Schauer.

Um den Spielplatz für alle Altersgruppen attraktiv zu gestalten, hätte in eine Vielzahl von Geräten investiert werden müssen. „Von der Stange hätte die aber nicht sein dürfen, denn das wäre nie gefördert worden“, ergänzt der Bürgermeister. Gegenüber SVZ stellte der Stadtchef klar, dass nun eher in dringlichere Großprojekte, wie den Bahnhofsvorplatz oder den Campus der Generationen investiert werde. Dafür sprach sich auch Joachim Schauer von den Unabhängigen Wählern Schwaan (UWS) aus: „Jetzt können wir uns auf einen richtig großen Wurf konzentrieren. Ein Begnungszentrum für alle Schwaaner – dafür sollten wir jetzt alles in die Waagschale werfen. Vielleicht können wir ja danach dann den Spielplatz in Angriff nehmen.“ Auf Wohlwollen stieß dieser Beschluss auch bei der Grünen-Fraktion. „Wir waren immer gegen den ausgewählten Ort – als ehemalige Mülldeponie ist hier mit kontaminiertem Erdreich zu rechnen. Nur einer der Gründe, warum es richtig ist, jetzt die Notbremse zu ziehen“, sagt Rüdiger Zöllig (Bündnis 90/Die Grünen). Wichtig sei dabei aber auch, dass nun der Weg frei sei, die bestehenden Spielplätze auf Vordermann zu bringen, so Zöllig weiter.

Eine Einschränkung wollte Christine Hirsch (CDU) am Donnerstagabend jedoch machen: „Wir fordern eine vorherige Bedarfsermittlung im Hinblick auf die Kosten.“ Dieser Einwurf wurde jedoch mit elf Gegenstimmen abgeschmettert.

Schließlich folgten die Stadtvertreter den Empfehlungen des Kultur-, Bau- und Finanzausschusses und legten den „Spielplatz der Generationen“ auf Eis.  Das bedeute auch, so Mathias Schauer, dass das Projekt möglicherweise in anderer Form und zu einem späteren Zeitpunkt wiederbelebt werde. Ganz im Sinne der 134 Unterschriftengeber auf einer Petition des Vereins  „Bürger für Schwaan“, die Ina Blank dem Bürgermeister auf der Sitzung vorlegte.

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