Schwaan : Stadt braucht neue Kita-Plätze

Auch in der Kita „Warnowkrümel“ stehen im kommenden Jahr Investitionen an.
Auch in der Kita „Warnowkrümel“ stehen im kommenden Jahr Investitionen an.

Kapazität der Einrichtungen im Amtsbereich stößt an Grenzen / Neubau in der Bützower Straße in Schwaan nicht ausgeschlossen

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22. Dezember 2016, 05:00 Uhr

Was viele lange nicht für möglich gehalten haben, ist jetzt in Schwaan eingetreten. Die Zahl der Plätze in den Kindertagesstätten wird knapp. Die Stadt will jetzt gegensteuern. Sogar an einen Neubau ist gedacht. Auf dem Gelände der ehemaligen Scheune in der Bützower Straße, die jetzt abgerissen wurde. Verhandlungen mit möglichen Trägern laufen, wie Hauptamtsleiter Dirk Antelmann informiert. Aber auch die Stadt selbst könnte im Falle des Falles als Bauherr auftreten.

„Anfang des Schuljahres hatten wir fünf Anfragen von Eltern, die einen Anspruch auf einen Platz in einer der Kindereinrichtungen hatten, die wir nicht sichern konnten“, sagt Antelmann. Ein Grund ist auch, dass es in den bestehenden Einrichtungen keine großen Erweiterungsmöglichkeiten mehr gibt.

Gegenwärtig stehen in den Kindertagesstätten in Schwaan, Wiendorf, Bröbberow und Vorbeck insgesamt 220 Plätze für Krippenkinder sowie 138 Plätze für Mädchen und Jungen im Kindergartenalter (ab drei Jahre) bereit. Doch das reicht nicht mehr aus, da in den zurückliegenden Jahren auch viele junge Familien nach Schwaan und in den Amtsbereich gezogen sind. „Die Auslastung bei den Krippenplätzen beträgt aktuell 98,6 Prozent und im Kita-Bereich 91,3 Prozent“, sagt Antelmann. Beim Blick auf die nächsten Monate würden so viele Anmeldungen vorliegen, dass jeweils eine Auslastung von 100 Prozent erreicht wird, so der Hauptamtsleiter.

Die große Kinderzahl habe auch Auswirkungen auf die Schule. Im kommenden Jahr gibt es im Amtsbereich 80 Mädchen und Jungen, die eingeschult werden, so Antelmann. Bisher gab es zum Beispiel in Schwaan immer nur zwei Klassen mit insgesamt 56 Abc-Schützen. Das werde nicht mehr reichen.

Deshalb ist es wichtig, die vorhandenen Kapazitäten zu erhalten und zugleich nach Alternativen zu suchen. Schwaan wird so im kommenden Jahr allein in die Kindertagesstätte „Schwanenkinder“ am Wiendorfer Weg rund 100 000 Euro investieren. „Wir werden das Dach sanieren und die Außenanlage verschönern“, sagt der Hauptamtsleiter. Im Gebäude der „Warnowkrümel“ in der Innenstadt werden neue Leitungen verlegt. Beide Einrichtungen werden vom DRK betrieben.

Um der gewachsenen Kinderzahl gerecht zu werden, wird auch ein Neubau in Betracht gezogen. „Mit einem Träger haben wir schon Gespräche geführt. Der könnte sich vorstellen, in der Bützower Straße eine Kita in Kombination mit Räumen für die Altenpflege zu errichten. Ein weiteres Gespräch mit einem weiteren Träger habe ich noch in dieser Woche“, sagt Antelmann. Auch dieser habe Interesse bekundet, Kindertagesplätze zu errichten. „Ich könnte mir aber auch vorstellen, dass wir selbst bauen“, so Antelmann. Denn mittlerweile gebe es eine Kehrtwende. Seit der Wende hatten viele Kommunen die Trägerschaft von Kitas in freie Hände gegeben. Einer der entscheidenden Gründe waren die Personalkosten. „Doch mittlerweile orientieren sich auch freie Träger wieder am öffentlichen Tarif, weil sie sonst keine Fachkräfte mehr bekommen“, sagt Antelmann. Deshalb wäre auch eine Option, dass die Stadt selbst eine neue Kita baut. All diese Überlegungen würden in Abstimmungen mit den anderen Trägern erfolgen, denn es nütze niemandem etwas, wenn jetzt in neue Plätze investiert werde, die dann vielleicht in einigen Jahren wieder frei stehen. Anfang kommenden Jahres werden deshalb diese Gespräche intensiv fortgesetzt, sagt der Hauptamtsleiter.

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