Schwaan : Spurensuche im Skulpturenpark

Hörten gespannt zu: Besucher des Rundgangs erfuhren von Henning Spitzer (r.) interessante Details seines künstlerischen Schaffens. „Melanie“ heißt diese Skulptur, die im Park der Schwaaner Kunstmühle zu sehen ist.  Fotos: Ralf Badenschier
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Hörten gespannt zu: Besucher des Rundgangs erfuhren von Henning Spitzer (r.) interessante Details seines künstlerischen Schaffens. „Melanie“ heißt diese Skulptur, die im Park der Schwaaner Kunstmühle zu sehen ist. Fotos: Ralf Badenschier

Führung durch Freiluftausstellung der Kunstmühle brachte Künstler und Kunstinteressierte zusammen

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19. April 2017, 09:00 Uhr

„Ich bin ein Zweifler und Behaupter“, sagt Henning Spitzer über sich selbst. Der Güstrower gehört zu den Künstlern, die seit Herbst vergangenen Jahres im Garten der Schwaaner Kunstmühle ihre Werke zeigen. Die Skulpturen unter freiem Himmel waren am Ostermontag der Anlaufpunkt für eine besondere Führung. Dazu hatte Projektleiterin Carolin Kampehl eingeladen. Neben Spitzer war auch der Künstler Jan Witte-Kropius zu diesem Rundgang gekommen.

Im Oktober war die Freiluftausstellung eröffnet worden. Mit der Resonanz bisher zeigt sich Carolin Kampehl sehr zufrieden. Mancher Besucher, der zunächst nur die Skulpturen betrachten wollte, setze jetzt auch den Fuß über die Schwelle der Kunstmühle. „Und umgekehrt passiert das auch. Derjenige der die Kunstmühle besucht, schaut sich dann auch im Park um“, so Kampehl.

Der direkte Kontakt zwischen Kunstinteressierten und den Künstlern, die ihre Skulpturen im Park zeigen, war bei der Projektentwicklung bereits mit ins Auge gefasst worden. Nun gab es das erste Angebot. Und das wurde am Ostermontag rege genutzt.

Von Henning Spitzer erfuhren die Besucher zum Beispiel, dass er zunächst Produktdesign studiert habe. Doch dann habe es ihn doch zur Kunst verschlagen, insbesondere durch den Rostocker Künstler Jürgen Weber. Und Spitzer verriet auch: „Michael Mohns aus Tarnow hat mich dazu verführt, mit Gips zu arbeiten.“ Für ihn sei die Arbeit eine Möglichkeit, Natur zu erleben. „Es ist die eigene Wiedergabe der Wirklichkeit“, sagt der Bildhauer. Er stelle eine Behauptung auf, fange also an, an einem Objekt zu arbeiten, stellt es immer wieder in Zweifel, nimmt immer wieder Veränderungen vor. „Bis ich sagen kann, jetzt bin ich fertig“, sagt Henning Spitzer. So sei es auch bei „Melanie“ gewesen, die in Schwaan zu sehen ist. Neu für ihn war dabei, dass diese Skulptur wie auch die zweite namens „Marie“ eine Steinguss-Arbeit ist, nicht aus Gips. Denn Gips sei für eine Freiluftausstellung nicht geeignet.

Insgesamt werden im Schwaaner Skulpturenpark 16 Arbeiten von elf verschiedenen Künstlern gezeigt. Zunächst für ein Jahr konzipiert, seien sich die Organisatoren und Künstler gleichermaßen darüber einig, „den Aufenthalt der Leihgaben zu verlängern“, wie Carolin Kampehl sagt. Zumal auch noch einige Blöcke frei seien, auf denen weitere Arbeiten ihren Platz finden könnten. „Wir können uns auch vorstellen, dass einige der Künstler einfach ihre Arbeiten gegen andere austauschen“, so Kampehl. Dabei seien das Museum und die Künstler gleichermaßen auf Spenden angewiesen, denn der Transport, das Aufstellen und die Versicherung hätten ihren Preis.

Weitere Synergien werden angestrebt. Zum Beispiel Lesungen oder auch schauspielerische Darstellung unter freiem Himmel inmitten des Skulpturenparks, so Carolin Kampehl. Genaueres sei aber noch in der Entwicklung.

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