Schwaan : Sprühkunst verbindet Jung und Alt

Der Grafitti-Workshop kam bei allen Beteiligten gut an.  Fotos: Christina Milbrandt
1 von 3
Der Grafitti-Workshop kam bei allen Beteiligten gut an. Fotos: Christina Milbrandt

Bei einem gemeinsamen Workshop haben Jugendliche und Senioren die Außenfassade des „Jot Cee“ neu gestaltet

von
24. Mai 2017, 10:00 Uhr

Der Schwaaner Jugendclub „Jot Cee“ hat in den letzten Tagen einen neuen Anstrich verpasst bekommen. Die Farbe wurde aber nicht wie üblich mit einem Pinsel aufgetragen, sondern mit der Spraydose. Jugendliche, die den Club regelmäßig besuchen, haben gemeinsam mit den Mitgliedern des Schwaaner Seniorenclubs erst ein Motiv für die Außenfassade erarbeitet und es dann unter Anleitung des freischaffenden Künstlers Karl-Michael Constien an die Wand gebracht.

Das Gebäude zieren jetzt verschiedene Figuren, neben dem Schwan als Stadtsymbol zum Beispiel ein Engel und ein Teufel. „Es sollten Kontraste gezeigt werden, wie das im Leben eben auch so ist“, sagt Jugendclubleiter Jörg Quandt. Der Hintergrund des Wandwerkes ist an den Farbverlauf des Farbkreises von Johannes Itten, dem Begründer der Farbtypenlehre, angelehnt, erzählt Karl-Michael Constien.

Dass die jüngere Generation gemeinsam mit der älteren die Farbdosen schwingt, ist ein bewusstes Konzept. Der Grafitti-Workshop ist eine Aktion im Rahmen des Bundesprojektes Mehrgenerationenhaus. Das steht zwar noch nicht, aber der Gedanke dahinter wird jetzt schon ausgelebt. „Ich finde das sehr gut, weil es mal was anderes ist, so etwas mit den lustigen Damen vom Seniorenclub zu machen. So sieht die ältere Generation auch mal, dass die Jugend nicht nur Blödsinn macht“, findet Brian Chris Teitz, der den Workshop nutzte, um seinem achtjährigen Neffen Janneck den Jugendclub zu zeigen.

Auch Anne Noberat, die Leiterin des Seniorenclubs, ist von der Aktion begeistert – nicht nur wegen der Zusammenarbeit mit jungen Leuten, sondern auch wegen der Grafitti-Kunst. „Man sieht überall viel Gutes, aber leider auch viel Gekrakel. Durch das Projekt konnten wir jetzt mal reinschnuppern – und haben Blut geleckt“, erzählt sie lachend.

Gestern wurde das Fassadenbild vollendet. Aber Pläne für ein neues Grafitti-Projekt wurden schon geschmiedet. „Unter der Warnowbrücke könnte man das Geschmiere wegmachen und ein tolles neues Motiv gestalten“, erzählt Brian Chris Teitz von der Idee der Gruppe. „Das wäre auch für die Paddler, die dort langfahren, sehr schön“, ergänzt Sebastian Günther.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen