Bernitt : Spielgeräte für Kost und Logis

Noch spielt der kleine Erwin auf dem alten Spielplatz. Nach Ostern kann er sich dank seiner Mutter Anne Janßen (l.) sowie Claudia Gendig (r.) von der Elterninitiative auf einem neuen austoben. Die Wandergesellen Anna (l.) und Anne (r.) bauen die Spielgeräte.
Noch spielt der kleine Erwin auf dem alten Spielplatz. Nach Ostern kann er sich dank seiner Mutter Anne Janßen (l.) sowie Claudia Gendig (r.) von der Elterninitiative auf einem neuen austoben. Die Wandergesellen Anna (l.) und Anne (r.) bauen die Spielgeräte.

Die Elterninitiative Bernitt plant die Neugestaltung des Dorfspielplatzes und wird dabei von Wandergesellen unterstützt.

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23. Februar 2018, 20:30 Uhr

Ein neuer Spielplatz muss her, fand die Elterninitiative Bernitt und sackte bei einem bundesweiten Online-Voting eine Spendensumme von rund 1000 Euro ein. Doch zum Bauen braucht es nicht nur Geld, sondern auch starke Hände. Dutzende Wandergesellen wollen deshalb an Ostern die Spielgeräte für die Kinder herstellen.

Zwei der freireisenden Handwerker haben sich schon in Bernitt eingefunden. Durch Zufall hat Anne Janßen von der Elterninitiative Bernitt die beiden auf dem Feuerwehrfest zur Einweihung des neuen Gerätehauses kennengelernt. Als sie ihnen von den Plänen für den Spielplatz erzählte, erklärten sich Anne „fremde freireisende Tischlerin und Köchin“ und Anna „fremde freireisende Buchbinderin“ dazu bereit, beim Bau des Spielplatzes zu helfen. Während ihrer Wanderschaft haben die beiden ihre Nachnamen abgelegt. Sie sind auf der Walz, dürfen ihrer Heimatgemeinde für drei Jahre und einen Tag nicht mehr als 50 Kilometer näherkommen. „In dieser Zeit ist es nicht wichtig, wer man ist oder woher man kommt, sondern viel eher was man gelernt hat und was man kann“, erklärt Anna die Buchbinderin, die seit zwei Jahren auf Wanderschaft ist. Die Österreicherin Anne reist seit anderthalb Jahren.

Nun haben sich die zwei Wandergesellen bereits eine Herberge in Bernitt gesucht. Aber zwei sind nicht genug. Für die Bauwoche, vom 19. bis 29. März haben die beiden ihre Kameraden zum tatkräftigen Anpacken und anschließender Party eingeladen. Einige Zettel mit den Informationen zum Treff- und Zeitpunkt reichen aus, um die anderen Gesellen zu benachrichtigen. Wie viele es genau werden, können sie allerdings nicht sagen. Bis zu 150 könnten kommen. „Wir kommunizieren alles über Buschfunk, jedoch legen wir Wandergesellen uns nur sehr ungern fest“, sagt die Buchbinderin Anna. „Ein bisschen Abenteuer ist eben bei uns immer dabei.“ Auch wenn ihre Zahl noch nicht ganz feststeht, Unterkünfte für die Helfer gibt es zumindest mit dem Pfarrhaus, dem Gemeindezentrum und dem Sportlerheim von Fortuna Bernitt genügend.

Gebaut werden soll eine Nestkorbschaukel, ein Apfelversteckhaus und eine Wippe in Form einer Apfel-Raupe. Ebenso soll ein Weidentunnel angepflanzt werden. „Vielleicht kommen auch noch ein paar Spielgeräte vom alten Spielplatz hinzu. Das kommt ganz darauf an, wie viele Wandergesellen mithelfen“, sagt die Tischlerin und Köchin Anne. Bei allen Arbeiten müsse jedoch sichergestellt sein, dass sie den Auflagen vom TÜV entsprechen und die Spielgeräte dementsprechend sicher konstruiert werden.

Die Spendensumme aus dem Online-Voting werde dabei ganz in die Nestkorbschaukel gesteckt, erklärt Anne Janßen. Das Holz für das Gestell und die anderen Spielgeräte kommt vom Forstamt Schlemmin. Um noch ein paar Münzen mehr herauszuholen, haben die Wandergesellen bereits im vergangenen Jahr Eierbecher und Holzarbeiten auf dem Bützower und auf Poppe Gerkens Adventsmarkt verkauft. Trotzdem werden noch Spenden gebraucht. Denn wer hart arbeitet muss auch gut essen. Deshalb sind die Wandergesellen besonders für Verpflegung dankbar. Auch weitere Baumaterialien könnten nicht schaden, sagen sie.

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