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Bützower Zeitung

19. November 2017 | 21:08 Uhr

Schwaan : Spendenlauf für den Sudan

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Mit der Unterstützung der Hilfsorganisation CAP Anamur sehen Schüler genau, wo sie helfen

svz.de von
erstellt am 17.Okt.2017 | 21:00 Uhr

Die Nuba Berge dürften bisher nur für wenige Schüler der Prof.-Franz-Bunke-Schule ein Begriff gewesen sein. Als Gebirge im Süden des Nordsudans dienen die dortigen Schluchten und Höhlen der Zivilbevölkerung aus dem Umland als Schutz vor den Auseinandersetzungen der Regierungstruppen und den Rebellen. Trotzdem ist es für die geflohenen Menschen ein Überlebenskampf. Ihnen fehlt es an Nahrungsmitteln, Wasserreserven und medizinischer Versorgung.

Um ihnen zu helfen, liefen Grund und Regionalschüler der Franz-Bunke-Schule Runde für Runde in einem Spendenlauf auf ihrem Schulgelände. Dabei kamen insgesamt 1500 Euro zusammen, die der Hiflsorganisation CAP Anamur gespenet werden. Diese betreibt seit den 1990er ein Krankenhaus inmitten der Nuba Berge und erreicht jährlich mit ihrer medizinischen Versorgung über 200 000 Patienten in der vom Bürgerkrieg zerrütteten Region.

„Im Vorfeld haben wir die Kinder eingestimmt und sie über Afrika informiert. Sie sollten konkret wissen, wo das Geld hingeht und wofür sie laufen“, erklärt Lehrerin Petra Paul. Eigentlich wollte der Chef und Projektkoordinator von CAP Anamur, Bernd Göcken, selbst die Spende entgegennehmen, doch nach einem der verheerendsten Terroranschläge in der Geschichte Somalias am Sonnabend war dieser kurzfristig verhindert. Mit Johannes Plate, der selber aus Schwaan kommt, hat die Schule jedoch einen Ansprechpartner gefunden, der schon seit mehreren Jahren für das Projekt im Nordsudan arbeitet. In Zukunft werden die Schüler über Bilder und E-Mails auch von ihm erfahren, was sie mit ihrer Spende bewirken. Dass die Arbeit in einem Kriegsgebiet weder kostengünstig noch ungefährlich ist, machte Johannes Plate den Schülern deutlich. „Mittlerweile ist humanitäre Hilfe schwierig geworden. Man muss vor allem auch auf den Selbstschutz achten“, sagt er. Außerdem seien die Nuba Berge ein besonders schwer zu erreichendes Gebiet. Es sei besonders eine logistische Herausforderung. „Die meisten Hilfsgüter kaufen wir in Kenia ein. Dann müssen wir sie zuerst in den Südsudan einfliegen und anschließend in Lkw verladen. Mit denen müssen wir dann illegal die Grenze zum Nordsudan überqueren“, erzählt Johannes Plate. „Vor Ort haben wir es dann am meisten mit Malaria, Lungenentzündungen und Unterernährung zu tun. Aber auch um durch den Krieg verursachte Wunden und Traumata müssen wir uns kümmern.“

Immer wieder richteten die Schüler Fragen an den Mitarbeiter der Hilfsorganisation, die in über 50 Ländern mit Nahrungsmittelhilfen, medizinischer Erstversorgung und anderweitiger Unterstützung tätig ist. „Da wir eine unabhängige Organisation sind, müssen wir uns an nicht so viele Richtlinien halten und können dort helfen, wo es am dringensten ist“, sagt Johannnes Plate. Da das Interesse der Schüler so groß war, ist es für Petra Paul sehr wahrscheinlich, dass auch die nächste Spende an CAP Anamur geht.

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