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Umweltverschmutzung : Sorge über Diesel auf der Warnow

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Zwei Wochen ist die Umweltverschmutzung auf der Warnow bekannt / Bürger sind alarmiert und fordern Maßnahmen

von
erstellt am 16.Feb.2015 | 21:00 Uhr

Nach der großflächigen Verunreinigung auf der Warnow vor rund zwei Wochen kann immer noch keine Entwarnung gegeben werden. Insbesondere in einem Alt-Arm des Flusses bei Zeez in der Gemeinde Wiendorf sind noch immer große Mengen des Diesel-Kraftstoffes sichtbar. „Nachdem die Ölsperre bei Papendorf errichtet wurde, wurde der Diesel scheinbar in diesen toten Fluss-Arm der Warnow gedrückt“, vermutet Wiendorfs Bürgermeister Frank Heidelk.

Auch bei der Unteren Wasserbehörde des Landkreises in Rostock ist diese Problematik bereits hinlänglich bekannt. Die Verantwortlichen haben den Fall eingehend geprüft und seien zu dem Schluss gekommen, „dass hier keine akute Gefahrenlage vorliegt“, erklärt Landkreissprecher Kay-Uwe Neumann. „Ein Einschreiten durch teure und aufwendige Maßnahmen, wie das Absaugen des Diesels, erscheinen im Vergleich zur Ausbreitung des Films unverhältnismäßig“, fügt Neumann hinzu.

Im Normalfall verflüchtigt sich der Kraftstoff von selbst, die gegenwärtige Witterung sei dem jedoch nicht zuträglich. „Bei sommerlichen Temperaturen, einem leichten Wind und einem fließenden Gewässer sähe das schon ganz anders aus – da wäre der Film bereits jetzt verschwunden“, sagt Neumann.


Debatte auf Facebook: Anwohner sind alarmiert


Im Internet wird jedoch inzwischen großer Unmut der Bürger über die Umweltverschmutzung laut. So schildert Ronny Vogt im Sozialen Netzwerk Facebook seine Beobachtungen. „Gestern war ich auf der Alten Warnow (Zeez) angeln“, sagt Vogt und fügt hinzu: „Die ganze Warnow war voll mit Öl und es stank! Die Polizei, Feuerwehr und auch das Umweltamt waren vor Ort! Es sind wohl nur 50 Quadratmeter verschmutzt, so die Aussage! Da frag ich mich, ob das nicht reicht und wieso dagegen einfach nix getan wird?“

Ein Kamerad der Freiwilligen Feuerwehr Schwaan kommentierte diese Frage: „Nach Aussage der Vertreter des Amtes besteht kein Handlungsbedarf. Ich kann versichern, dass unsere Wehr schon Maßnahmen vorbereitet hat, um die Verschmutzung zu beseitigen. Dieses wurde aber abgelehnt, sodass uns dadurch die Hände gebunden sind.“

Auch Maik Schliemann ist alarmiert und schildert den Fall eines Anwohners: „Bei meinem Kumpel vorm Steg ist ,Öl‘ ohne Ende und was sagt das liebe Umweltamt – Ach, machen Sie sich mal keine Sorgen, das löst sich doch wieder auf!“

„Ich vermute mal, dass die Behörden genau wissen, wie groß der Ölfilm tatsächlich ist, aber das darf nicht veröffentlicht werden“, sagt Sabine Hansen zu dem Sachverhalt. Das nichts unternommen wird, wundert auch Manuel Ahrens: „Ich finde es auch komisch, dass nichts gemacht wird. Letztes Jahr hinterm Kindergarten in Wiendorf war auch das Umweltamt und hat sich sehr pingelig gehabt. Da musste sogar gleich am nächsten Tag ein Bodenaustausch gemacht werden, bevor es ins Trinkwasser gelangt.“ Ronny Griese sieht ebenfalls Handlungsbedarf am Alt-Arm der Warnow: „Bei so einem großen Ölfilm kein Handlungsbedarf – das ist ein Witz!“

Die Sorge der Bürger versteht auch Landkreissprecher Kay-Uwe Neumann. Ein Eingreifen sei hier aber für die Untere Wasserbehörde des Kreises nicht geboten. Bürgermeister Frank Heidelk möchte sich nun der Sache noch einmal annehmen und eine Anfrage beim Amt stellen: „Ich denke, es ist einfach wichtig dran zu bleiben und das Umweltamt darauf aufmerksam zu machen“, so Heidelk. Dabei appelliert er auch an die Hartnäckigkeit der Bürger.

Eine Anfrage nach dem Stand der Untersuchungen durch die Wasserschutzpolizei im Hinblick auf die Quelle der Verschmutzung, blieb bis zum Redaktionsschluss unbeantwortet.


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