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Bützower Zeitung

17. Dezember 2017 | 10:42 Uhr

Bützow : Sonnenuhr wieder an ihrem Platz

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Die Offizielle Einweihung ist für September geplant

von
erstellt am 28.Mai.2016 | 12:00 Uhr

Vor sechs Jahren wurde die Lüdersche Sonnenuhr an der Stiftskirche Bützow abgenommen. Seit gestern hängt sie nun wieder an ihrem angestammten Platz an einem Pfeiler auf der Südseite des Gotteshauses. Genauer gesagt, nicht das Original, sonder eine originalgetreue Nachbildung. Doch bis diese offiziell eingeweiht werden kann, haben die Restauratoren Boris Frohberg und Hendrick Seipt noch einiges zu tun.

Vorsicht war gestern zunächst geboten, um die rund 250 Kilogramm schwere Sonnenuhr an ihren Platz zu heben. Dort angekommen wollte sie nicht so richtig in die Baulücke am Pfeiler passen. „Als wir sie abgenommen haben, haben wir sie einfach herausgezogen“, erzählt Boris Frohberg. Doch zum Wiedereinsetzen benötigten die Experten doch ein wenig mehr Spielraum, um die Sonnenuhr nicht zu beschädigen. Also wurden einige Ziegelsteine aus dem Pfeiler entfernt. „Die setzen wir dann später wieder ein“, so Frohberg.

Dann kam die zweite knifflige Aufgabe. Die Sonnenuhr musste genau justiert werden. Vermessungsingenieur Norbert Bissa rückte an und gab genaue Anweisungen, wie die 1,15 Meter mal 1,20 Meter große Platte zu positionieren ist. Denn die Uhr muss genau nach Süden ausgerichtet sein, damit sie später die genaue Zeit zeigt.

Mit einem Jahr Verspätung geht der Förderverein Stiftskirche nun in die letzte Phase dieses Projektes. Denn die Wiedereinweihung war bereits im vergangenen Jahr geplant gewesen. Doch dann kam der Tornado dazwischen und die Kirche selbst musste erst einmal wieder saniert werden. Deshalb stellte sich im vergangenen Jahr die Frage, ob die Uhr an einem anderen wärmeren Ort zwischengelagert wird oder ob sie in der Kirche verbleibt, erzählt Boris Frohberg. Die Entscheidung fiel letztendlich für die Stiftskirche.

Es wurden zusätzlich Infrarotstrahler aufgestellt, damit die aus einer Estrichmasse gegossene Sonnenuhr weiter trocknen konnte.

Auch am heutigen Sonnabend werden die Restauratoren weiterarbeiten, um die Sonnenuhr sicher im Mauerwerk zu verankern. Und auch in den nächsten Wochen bleibt einiges zu tun.

So geht es unter anderem darum, den Schattenstab richtig zu fixieren. Deshalb wird Dieter Menter – der Vorsitzende des ehemaligen Heimatvereins hatte einst das Projekt angeschoben – mit dem Astronomiehistoriker Dr. Jürgen Hamel mittels einer Holzkonstruktion die genaue Form und Position ermitteln, erzählt Frohberg. Denn zwei Quereinteilungen geben neben der Zeit auch das Datum und den Sonnenstand an. Sind die Einstellungen ermittelt, muss noch der neue Schattenstab gefertigt werden.

Parallel dazu erfolgt die neue Farbgebung. Auch daran haben alle Beteiligten lange geknobelt. Die Denkmalbehörde war ebenfalls mit eingeschaltet. Die Grundfarbe ist ein Anthrazitton. Einzelne Buchstaben, Zahlen, Skalierungen und Ornamente werden teilweise mit Blattgold und -silber versehen. Ein Material, das bedeutend länger hält als Farbe, erklärt der Restaurator.

Im September, am Tag des offenen Denkmals, möchte der Kirchenförderverein die Lüdersche Sonnenuhr offiziell einweihen. Wie jede Sonnenuhr in Deutschland hat auch die neue eine eigene Kennung. Das 250 Jahre alte Original ist in der Kirche zu betrachten.

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