Letschow : Solidarische Landwirtschaft

Moritz Isensee kontrolliert das Wachsen seines angebauten Gemüses im Folienzelt.
Moritz Isensee kontrolliert das Wachsen seines angebauten Gemüses im Folienzelt.

Gärtner Moritz Isensee baut in Letschow für etwa 50 Haushalte ökologisches und saisonales Gemüse an

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19. Mai 2020, 05:00 Uhr

Der Wind weht frisch über das Feld am Sonnabendvormittag. Doch die, die sich hier einfanden, sind entsprechend angezogen und vertrauen zudem darauf, dass die Arbeit warm machen wird. Sie sind nämlich gekommen, wie zum Beispiel Anne und Jens 23 Kilometer per Rad aus Rostock, um dem Gärtner Moritz Isensee beim Pflanzen zu helfen. Dieser Sonnabend ist einer der Mitmachtage, welche die Solidarische Landwirtschaft für ihre Mitglieder anbietet.

Im Mai hat die inzwischen noch einmal neu gegründete Solidarische Landwirtschaft (Solawi) „Beke-Garten“ in Letschow bei Schwaan ihre erste Saison eröffnet. Sie ist Teil des Zusammenschlusses
Bunte Höfe. Auf zwei Hektar baut der studierte Landwirt und praktizierende Gärtner Moritz Isensee zusammen mit Stefanie Ranke (Auszubildende) und Torsten Lange aus Groß Grenz (in Teilzeit) im Freiland sowie in Folientunneln in diesem Jahr für etwa 50 Haushalte ökologisches und saisonales Gemüse an und liefert wöchentlich an die Mitglieder der Solawi. Diese kommen aus dem Raum Rostock, Bad Doberan, Güstrow und Schwaan und erhalten ihr Gemüse derzeit an neun Verteilerstellen.

„Wir produzieren rund 40 Gemüsekulturen auf Flächen in Groß Grenz, Hof Tatschow und Letschow und arbeiten nach den Prinzipien des ökologischen Landbaus. Dabei wirtschaften wir als Solidarische Landwirtschaft. Das heißt, unsere Mitglieder bezahlen monatlich einen Richtwert und tragen so
gemeinschaftlich die Kosten des landwirtschaftlichen Betriebs. Im Gegenzug erhalten sie dafür dessen Ernteertrag,“ erklärte der verantwortliche Gärtner des Beke-Gartens, Moritz Isensee. „Unsere Mitglieder wissen, wo ihr Gemüse herkommt und unter welchen Bedingungen es produziert wird. Sie erhalten neben dem Ernteanteil so die Gewissheit, dass verantwortungsvoll mit dem Boden, den Pflanzen und Tieren umgegangen wird. Im Rahmen regelmäßig stattfindender Mitmachtage können sie einen ökologischen und nachhaltigen Gemüseanbau hautnah miterleben und mitgestalten. Sie lernen und erfahren, ihr eigenes Gemüse zu produzieren.“

15 Mitglieder hatten sich für den Mitmachtag-Pflanztag angemeldet. Moritz Isensee führte sie zum Feld bei Groß Grenz und erläuterte das Anpflanzen der Gemüsepflanzen, wie Kürbis und Zucchini, die im Folienzelt bereits vorgezogen waren, und dann ging es los. Neben dem noch brachen Stück für die Neuanpflanzungen waren schon einige Gemüsesorten aufgegangen, wie Mangold, Rote Beete, Fenchel, Schwarzwurzel, Zwiebeln, Petersilie, Schnittlauch, Salate, Erbsen, Bohnen, Kohlrabi, Broccoli, Rukola, Radieschen, Rettig und mehr. Für 50 Haushalte ist die Menge der Anpflanzungen konzipiert, 42 Haushalte werden derzeit beliefert. Deshalb nimmt die Solawi „Beke-Garten“ für diese Saison noch neue Mitglieder auf.

In der Solidarischen Landwirtschaft bilden Erzeuger und Verbraucher eine Wirtschaftsgemeinschaft. Lebensmittel werden nicht mehr über den Markt vertrieben, sondern fließen in einen eigenen, durchschaubaren Wirtschaftskreislauf, der von den Verbrauchern mitorganisiert und finanziert wird. Ziel ist es, eine vielfältige und verantwortungsvolle Landwirtschaft zu befördern, die die Existenz der dort Arbeitenden sicherstellt und zu einer nachhaltigen Entwicklung beiträgt. Deutschlandweit gibt es derzeit etwa 200 Solawis.

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