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Hilfe für Bützow : Solardach vom Sturm verschluckt

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Die Schäden nach dem Tornado sind immens, doch Bützow hält zusammen: Mehr als 100 Firmen bieten ihre Hilfe an

von
erstellt am 11.Mai.2015 | 21:00 Uhr

Hammer klopfen, Motorsägen brummen, Schutt scheppert in Müllcontainer – Bützow gleicht einer Großbaustelle. Kräne und Baugerüste ragen an den Hauswänden empor, Flatterbänder sperren die Straßen ab. Überall werkeln Handwerker, Anwohner und Freiwillige Seite an Seite – beseitigen die Spuren vom Sturm und sichern noch immer behelfsmäßig die Dächer mit Planen. Insgesamt haben mehr als 100 Firmen Hilfe angeboten.

„Die ganze Innenstadt wurde erst in den vergangenen zehn Jahren im Rahmen der Städtebauförderung saniert. Nun ist alles zerstört“, Hartmut Böhnke erkennt seine Stadt kaum wieder. Der Architekt wurde vom Rathaus zur Schadensbetreuung der Gebäude beauftragt. Kaum ein Haus im Stadtkern blieb vom Sturm verschont. „Als Erstes traf es den Götze-Hof in Rühn, dann deckte der Sturm einen Einkaufsladen ab und zog Richtung Innenstadt bis zur Kirche“, resümiert Böhnke. „Die Solaranlage vom Dach der Grundschule mit einer Fläche von 110 Quadratmetern hat der Sturm einfach mitgenommen. Wir wissen nicht, wo sie geblieben ist“, erzählt Böhnke. Nur acht Minuten hätte alles gedauert, bis es wieder still war und die Wände nicht mehr wackelten. Doch die Aufräumarbeiten werden noch lange andauern. Die Schadenshöhe ist noch immer nicht absehbar.

Das Familienhaus von Fred Götze in Rühn, ein altes Fachwerkgebäude, liegt in Trümmern. Er weiß nicht, wie es weitergeht. Die meisten Habseligkeiten aus dem Untergeschoss konnte er retten. Heute soll der Krisenstab der Versicherung die Lage vor Ort begutachten und weitere Arbeiten koordinieren: „Viele, die hier vorbeikamen, haben Hilfe angeboten. Auch Leute aus Rostock“, erzählt Götze. Er ist einfach froh, dass ihm und seiner Familie nichts passiert ist.

Etwas weiter nördlich traf der Sturm auf eine Gartenhaus-Siedlung. Der Schuppen eines Tischlers, in dem er Türen und Werkzeug lagerte, fiel wie ein Kartenhaus zusammen. Hier helfen die Nachbarn, wo sie können. „Es ist toll, wie alle zusammenhalten“, meint Ursula Börst von gegenüber. Ein großer Baum liegt noch immer quer in ihrem Garten. „Wir haben noch Glück gehabt“, meint sie.

Insgesamt 350 freiwillige Helfer wirkten am Wochenende bei den Aufräumarbeiten mit, informiert das Rathaus. Darunter etwa 20 Flüchtlinge. „Sie haben beherzt zur Schippe gegriffen und überall mit angepackt, wo sie gebraucht wurden“, erzählt Britta Schacht vom lokalen Bündnis für Familie in der Bützower Region. Die Hilfe und der Zusammenhalt untereinander bringt Hoffnung. Doch eins ist klar: Die Sturm hat in Bützow seine Spuren hinterlassen und das nicht nur an den Fassaden.

Weitere Artikel über die Unwetterschäden im Land finden Sie auf unserer Dossierseite zu dem Thema: www.svz.de/tornado

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