Bützow : Sie sorgen für ein Grundvertrauen

Urgesteine der Bützower Wehr: Klaus Warning (l.) ist seit 60 Jahren Feuerwehrmann, Klaus Krüger nun seit einem halben Jahrhundert. Dafür wurden beide geehrt.
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Urgesteine der Bützower Wehr: Klaus Warning (l.) ist seit 60 Jahren Feuerwehrmann, Klaus Krüger nun seit einem halben Jahrhundert. Dafür wurden beide geehrt.

Freiwillige Feuerwehr Bützow blickt auf 68 Alarmierungen in 2017 zurück. Zahl der aktiven Kameraden auf 61 gestiegen

svz.de von
04. Februar 2018, 20:30 Uhr

Bange Minuten für Andreas Püstow und Karsten Janischewsky. Während der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Bützow mussten sie kurzzeitig den Raum verlassen. Wehrführer Holger Gadinger erkundigte sich danach, wie sich die beiden Feuerwehrmann-Anwärter während ihres Probejahres machten. Es kamen keine Klagen, im Gegenteil. So konnten die beiden wieder hineingebeten werden, um ihnen den Eid abzunehmen und sie in die Reihen der Feuerwehr aufzunehmen.

Bei Klaus Warning liegt dieses Prozedere bereits mehr als sechs Jahrzehnte zurück. Der Bützower, vielen auch als ehrenamtlicher Pilzberater bekannt, wurde für 60 Jahre in den Reihen der Feuerwehr geehrt. Jeweils seit 50 Jahren sind Klaus Krüger und Herbert Kolz in der Wehr. Auch andere Kameraden wurden für ihre Mitgliedschaft geehrt, es gab Beförderungen und Dankesworte.

Ehrungen und Beförderungen sind aber nicht alles, worum es bei einer Jahreshauptversammlung geht. In erster Linie wird das abgelaufene Jahr ausgewertet. „Auch im vergangenen Jahr konnten wir die an uns gestellten Aufgaben bei den Einsätzen stets erfüllen und professionell Hilfe leisten beziehungsweise Brände löschen“, sagte Wehrführer Holger Gadinger. 68 Alarmierungen stehen zu Buche. Davon waren 17 Brände, 36 technische Hilfeleistungen, zwei Gefahrguteinsätze, eine Übung sowie zwölf Fehlalarme.

In Erinnerung ist den Bützower Blauröcken beispielsweise noch die Übung vom 8. Mai 2017. In der Bahnhofstraße wurden Nebelmaschinen eingesetzt, um einen Brand zu simulieren. Jeder, der vorbeiging oder -fuhr, konnte die massiven Rauchschwaden sehen. Aber es interessierte niemanden. „Kaum zu glauben, wie gleichgültig doch einige Bützower Bürger sind“, verschlägt es Holger Gadinger noch heute die Sprache. Er selbst sorgte dann dafür, dass der Alarm ausgelöst wurde.

Die Bützower Blauröcke sind aber nicht nur zur Stelle, wenn es ernst wird. Sie tragen auch zum kulturellen Leben bei. So organisierte die Wehr wieder das Tannenbaum- und das Osterfeuer sowie den Feuerwehrball. Dieser war binnen 14 Tagen ausverkauft. 350 Gäste genossen den Abend – bis in den Morgen. „Drei Events, die der Stadt Bützow auch kulturell gut zu Gesicht stehen und von den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt, zusammengerechnet an die 2000 Menschen, gut angenommen und gewünscht werden“, sagte Holger Gadinger.

Personell ging es in der Wehr weiter bergauf. So konnte die Zahl der aktiven Kameraden von 58 am Anfang des Jahres 2017 auf 61 per 31. Dezember gesteigert werden. Auch das Durchschnittsalter sank. „Dennoch ist die ständige Suche nach neuen Mitgliedern eine unserer Hauptaufgaben, um die Einsatzbereitschaft auf diesem hohen Niveau zu halten“, betonte Holger Gadinger.

Auch Bürgermeister Christian Grüschow sprach den Kameraden im Namen der Bützower Dank und Anerkennung aus. Die auf Ehrenamt basierende Arbeit verdiene großen Respekt. Die Wehr trage dazu bei, dass bei den Bürgern ein gewisses Grundvertrauen in die Sicherheit herrsche. Landesbrandmeister Hannes Möller knüpfte an den Gedanken an. Feuerwehren werden als Selbstverständlichkeit angesehen, erklärte er. Doch dem sei nicht so.

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