Sie sind einfach für andere da

das türchen
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Mit SVZ-Aktion „Wir öffnen Türchen“ Helga und Günter Onasch in Moltenow sowie Petra Cadow in Schwaan überrascht

svz.de von
04. Dezember 2013, 08:00 Uhr

„Wir öffnen Türchen und sagen Danke“ mit Ihrer Hilfe, liebe Leser. Wie im wahren Leben: Gestern blieb ein Türchen im Adventskalender unser SVZ-Aktion zu. Also öffnen wir heute gleich zwei.

Völlig überrascht sind Helga und Günter Onasch, als die Bützower Zeitung an ihrer Haustür in Moltenow klopft. Und noch mehr kommt das Rentnerehepaar ins Staunen, als Jana Przibylla und Martina Moll auf der „Matte“ erscheinen und ein Präsent überreichen. Kein nachträgliches Geschenk zum 80. Geburtstag, den der Hausherr gerade erst vor ein paar Tagen feierte, sondern einfach mal ein Dankeschön für das, was die rüstigen Senioren so alles machen für die Nachbarn in dem kleinen Dorf. „Muss die Kette der Motorsäge geschärft werden, Günter macht das. Ist ein Schuh kaputt, auch da ist Günter zur Stelle“, erzählt Jana Przibylla, die den Tipp gab. Helga (76) und Günter Onasch (80) seien immer für Hilfe offen. „Man bleibt nicht lange vor der Tür stehen, ist immer willkommen, bekommt einen Kaffee. Oder ist es Mittagszeit, kommt einfach ein Gedeck mehr auf den Tisch und ist schon zum Essen eingeladen“, erzählt die Moltenowerin. An diesem Tag hatte sie sich angemeldet. „Denn es gibt Pellkartoffeln mit Quark.“ Natürlich war das nur ein Vorwand, um die Senioren mit der SVZ-Aktion zu überraschen. „Die Kartoffeln sind schon fertig“, sagt Helga Onasch und lacht.

Sie und ihr Mann leben seit über 50 Jahren, seit April 1960 in Moltenow. Der „Mann für alle Fälle“ war Jahrzehnte in der Landwirtschaft aktiv, kann viele Geschichten erzählen und lacht dabei verschmitzt. Lachen und das gegenseitige Helfen, das gehört einfach dazu für ein gutes Miteinander in einem Dorf, auf dem Lande, sagt er. Das sei ganz selbstverständlich. „Es ist doch nichts dabei“, erklärt der 80-Jährige.

Das sehen Jana Przibylla und Martina Moll ganz anders und sind froh, dass sie dank der SVZ-Aktion die Onasch’s mal auf diese Weise ehren können. „Ich mag so etwas gar nicht. Das gibt einen Minuspunkt“, sagt Günter Onasch, lacht und nimmt Jana Przibylla in den Arm.


„Die eigenen Wünsche stellt sie für andere hinten an“


Zur gleichen Zeit in Schwaan. Marianne Waldera klingelt mit Enkel Charlie (18 Monate ) auf dem Arm und dem SVZ-Reporter an der Seite eine Etage tiefer an der Tür von Petra Cadow. Verwundert öffnet ihre Schwägerin die Tür und tritt nur zögerlich vor. „Wir wollen dir einfach mal ,Danke’ sagen“, beruhigt Marianne Waldera die 48-Jährige. Ihr Bruder Manfred kam auf die Idee, sie zu überraschen. „Sie opfert sich so sehr für die Familie“, sagt „Manni“. Seit 19 Jahren pflegt Petra Cadow ihre Mutter Edith rund um die Uhr. „Das ist ein 24-Stunden-Job“, erklärt Manfred Waldera. Freizeit bleibt seiner Schwester da nur wenig. Die geliebte Mutter in ein Heim zu geben, kam für Petra Cadow trotzdem nie in Frage. „Ich hatte schon immer eine enge Bindung zu meiner Mutter“, sagt die Schwaanerin. Am Anfang sei es einfacher gewesen, doch mittlerweile habe ihre 83-jährige Mutter Pflegestufe drei. „Sie kann nichts mehr alleine machen“, sagt Petra Cadow mit gerührter Stimme. Doch damit nicht genug. Auch für ihren zweiten Bruder Roland ist sie nach einem schweren Schicksalsschlag Anlaufpunkt Nummer eins und steht ihm helfend zur Seite. „Sie hat einfach ein Herz für alle“, sagt Marianne Waldera. Ihre eigenen Wünsche stelle sie dafür immer hinten an. Neben der Hilfe für ihre Mutter und ihren Bruder führt Petra Cadow auch noch ein eigenes Familienleben, zog einen Sohn (21) groß und ist glücklich verheiratet. Die warmen Worte von Manfred und Marianne Waldera hat sich Petra Cadow mehr als verdient und geben ihr sicher neue Kraft für die kommende, besinnliche Weihnachtszeit und darüber hinaus.

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