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SVZ-Aktion „Wir öffnen Türchen“ : „Sie sagt niemals zu etwas nein“

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Karin Woltensteller dankt Renate Flade für ihre jahrelange Unterstützung

von
erstellt am 06.Dez.2017 | 10:00 Uhr

Sie ist die „gute Seele des Dorfes“, so hört man es immer wieder von allen Seiten der Wandergruppe, die sich bereits vor der Wende zusammengeschlossen hat. Als Karin Woltensteller vor zehn Jahren von Leipzig nach Schlemmin kam, wusste sie nicht, was für eine gute Freundin sie mit Renate Flade gewinnen würde. „Sie hat mich damals fantastisch hier aufgenommen“, erzählt sie. Und überhaupt, sie kümmere sich einfach um alle im Dorf. Rund 40 Jahre lang hat Renate Flade als Kellnerin gearbeitet, nun ist sie Rentnerin. Dafür bringt sie ihre Fähigkeiten jetzt in der Gemeinde ein.

Als die Wanderfrauen gestern wieder im Gemeindezentrum beisammensaßen, geschah es plötzlich. Der Tag der Abrechnung war für Renate Flade gekommen. Karin Woltensteller verließ kurz den Raum, um anschließend mit einem SVZ-Reporter und Pralinen die völlig verdutzte „Gute Seele des Dorfes“ zu überraschen.

Sogleich sprach sie sich alles vom Herzen, was sie ihrer Freundin schon immer mal sagen wollte. „Egal was es ist, du sagst niemals zu etwas nein. Man kann sich immer an dich wenden.“ So fahre Renate Flade alle, die es nicht selbst können, zu den verschiedensten Veranstaltungen. „So lange jemand noch kann, kommt er auch mit“, pflegt die Urschlemminerin zu sagen. Beinahe jedes Wochenende würde Renate Flade alle zu einer Fahrgemeinschaft zusammentrommeln. Sie praktiziere beinahe einen „Bestellbus“, lacht Christiane Holm, die ebenfalls Mitglied der Wandergruppe ist. Aber auch ihre Nachbarn können sich auf Renate Flade verlassen. „Wenn mal jemand krank ist, ist sie zur Stelle, um sich um ihn und den Haushalt zu kümmern“, sagt Karin Woltensteller. „Wenn bei uns niemand im Haus ist und der Hund jault, schaut sie nach dem rechten“, erzählt sie. Selbst bei scheidenden Verwandten sorge sie wie selbstverständlich für die Angehörigen. „Ich kann doch nicht einfach nur zusehen und nichts tun“, entgegnet Renate Flade.

Neben der Wandergruppe ist Renate Flade außerdem im Kirchenrat und engagiert sich für das Gemeindezentrum. „Wenn ich mal morgens hier vorbeigehe, wundere ich mich, dass schon das Licht brennt. Da weiß man dann, dass Renate bereits Kaffee kocht“, so Christiane Holm. Außerdem halte sie die Räume des Gemeindezentrums sauber, wasche die Gardinen und sei die Organisatorin zu verschiedenen Anlässen. 13 Frauen seien es in der Wandergruppe und dank ihr sei bis jetzt kein einziger Geburtstag ausgefallen. Hinzu kommen Goldende Hochzeiten und auch Beerdigungen, die die 69-Jährige für die Gemeinde plane.

Die Wandergruppe selbst, die früher noch mit einem Schnäpschen in der Hand singend durch die Wälder gezogen ist, hatte sich zwischenzeitlich aufgelöst. Vor ein paar Jahren riefen Renate Flade und ihre ehemaligen Mitwanderer die Gruppe neu ins Leben. Jetzt treffen sich die Frauen wieder wöchentlich – lassen aber das Wandern weg.

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