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Den Sprungs ins kalte Wasser der Selbstständigkeit wagte Thomas Maibaum mit seinem eigenen Personenbeförderungs-Unternehmen. Seine Lebensgefährtin Jenny Gömmel ist die bislang einzige Angestellte und kümmert sich um den Papierkram.
Den Sprungs ins kalte Wasser der Selbstständigkeit wagte Thomas Maibaum mit seinem eigenen Personenbeförderungs-Unternehmen. Seine Lebensgefährtin Jenny Gömmel ist die bislang einzige Angestellte und kümmert sich um den Papierkram.

Thomas Maibaum hat sich mit einem Personenbeförderungs-Unternehmen selbstständig gemacht

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15. Mai 2019, 05:00 Uhr

Reisende kennen das. Kaum tritt man aus einem Bahnhof heraus, stolpert man quasi schon über eine Vielzahl von Taxis. Und in Bützow? Fehlanzeige. Nur selten sieht man eins durch die Warnowstadt fahren. Das hat auch Thomas Maibaum aus Wolken erkannt – und seine Chance gewittert. „Ich habe oft gehört, dass gerade an den Wochenenden hier kaum ein Taxi erreichbar ist.“ Seit Mitte April führt er nun sein eigenes Personenbeförderungs-Unternehmen, um das zu ändern.

Das Gewerbe habe er bereits zum 1. April angemeldet, jemanden transportieren darf er seit dem 15. April. Denn viele Genehmigungen und Behördengänge waren nötig, um die Lizenz zu erhalten. Seither kann man ihn des Öfteren durch die Region fahren sehen. Aber: Noch nicht so oft, wie es der 31-Jährige gern hätte. „Es läuft schleppend an“, sagt er. Zwar habe er bereits einige Buchungen für Juni angenommen, Fahrten seien es aber jetzt noch nicht viele. Und wenn, denn oft an den Wochenenden, kurzfristig. Besonders am Osterwochenende, das viele zum Feiern nutzten, habe das Telefon nach 0 Uhr oft geklingelt. Die Nächte sind also kurz, das Handy immer auf laut. Aber das habe er im Vorfeld gewusst. Auch dass es schleppend anlaufen würde. Thomas Maibaum kalkulierte bereits eine zwei- bis dreimonatige Zeit ein, ehe sich sein Unternehmen einen Namen machen würde. „Die erste Zeit ist als Aufbauzeit geplant.“

Der Wolkener beschränkt sich nicht auf Fahrten durch Bützow. „Es gibt keine Grenze, ich fahre auch bis ins Ausland“, sagt Thomas Maibaum. Letztlich gilt auch bei ihm: Der Kunde ist König. Solch Fahrten mit großer Wegstrecke müssen aber rechtzeitig geplant und reserviert werden. Ob Krankenfahrt, Flughafentransfer, Festivalfahrten oder der Heimweg vom Dorffest – für alle Touren wird ein Festpreis ausgehandelt. Deswegen benötigte der 31-Jährige auch keinen Wegstreckenzähler.

In größeren Städten müssen Taxifahrer eine Ortskenntnisprüfung ablegen. In Klein-Bützow ist das nicht nötig. „Aber auskennen muss man sich trotzdem“, sagt Thomas Maibaum. Da er bereits vorher in einem anderen Personenbeförderungsunternehmen arbeitete, kenne er die Gegend wie seine Westentasche. Als gelernter Maler und Lackierer war er zuvor auch auf vielen Baustellen, eignete sich dadurch weitere Ortskenntnisse an.

Mit seiner Lebensgefährtin Jenny Gömmel hat der Wolkener auch schon eine erste Angestellte. Sie ist für alles zuständig, was im Büro anfällt. Wenn sein Unternehmen erst einmal läuft, ist auch die Anstellung eines zweiten Fahrers geplant. Aber macht sich Jenny Gömmel nicht sorgen, wenn ihr Partner nachts auch mal betrunkene Gäste kutschiert? „In anderen Jobs gibt es auch Berufsrisikos“, sagt sie realistisch. „Bislang habe ich noch keine schlechten Erfahrungen gemacht“, beruhigt Thomas Maibaum. Und zur Not gibt es immer noch einen Alarm-Knopf. Der 31-Jährige hofft aber, diesen nie drücken zu müssen.

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