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Bützower Zeitung

20. Oktober 2017 | 23:40 Uhr

20 Fragen : Sie lebt ihren Traum in Bützow

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

In ihrem Galerie-Café Stine bietet Kerstin Hegermann Kuchen, Kultur und vieles mehr

svz.de von
erstellt am 21.Mai.2016 | 05:00 Uhr

Kerstin Hegermann betreibt in Bützow das Galerie-Café Stine. Im gemütlichen Ambiente können Gäste leckeren Kuchen und Kaffee genießen, während im Hintergrund französischer Chanson erklingt. Neben dem Café-Betrieb schafft Hegermann in ihren vier Wänden Raum für die Kunst. Ob Ausstellungen, Lesungen oder Konzerte – das Café Stine ist ein Ort des kulturellen Austausches. SVZ-Volontärin Nicole Groth stellte Kerstin Hegermann die 20 Fragen zum Wochenende.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz?

Im Sommer ist mein Lieblingsplatz am Wasser, an den Seen bei Bützow oder ich fahre nach Geschäftsschluss gern an die Ostsee bei Heiligendamm. Im Winter liebe ich es, im Erzgebirge auf dem Fichtelberg zu sein.
Was würden Sie als Bürgermeister in Ihrem Wohnort sofort ändern?

Ich finde, der Bürgermeister macht seine Arbeit recht gut und ich möchte nicht mit ihm tauschen. Aber über seine Hilfe bezüglich dieser weißen oder grünen Hinweisschilder, die zu kulturellen und gastronomischen Einrichtungen führen, eben zum Café Stine, würde ich mich sehr freuen.
Wo kann man Sie am ehesten treffen?

Am ehesten trifft man mich in meinem Haus in der Rühner Straße 16 an. Hier arbeite und lebe ich. Wenn ich nicht im Laden, im Café bin, bin ich auf dem Hof oder im Atelier.
Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?

Seit meinem vierzehnten Lebensjahr nähe ich. Mit 18 habe ich die ersten Stücke für den Verkauf genäht. Das waren eine Sorte von Sweatshirts, wie es sie in der DDR nicht gab.
Wofür haben Sie es ausgegeben?

Vom Geld, das ich dafür bekam, wurde wieder neuer Stoff besorgt.
Was würden Sie gerne können?

Ich liebe die deutsche Sprache, freue mich, dass ich noch etwas Russisch kann und etwas besser Französisch. Ich wünschte, ich könnte perfekt und fließend Französisch sprechen.
Was stört Sie an anderen?

Mich stört Unaufrichtigkeit.
Worüber haben Sie zuletzt herzlich gelacht?

Ich lache oft und gern, manchmal über einen Witz, manchmal ist es Situationskomik.
Was haben Sie zuletzt Unvernünftiges getan?

Das liegt im Auge des Betrachters oder ist abhängig von der Tagesform. Auch im Anspruch für meine Arbeit hier, die vielleicht unvernünftig ist.
Wer ist Ihr persönlicher Held?

Einen persönlichen Helden? Hatte ich noch nie, bin aber begeistert von Menschen wie zum Beispiel vom Maler Jürgen Weber, wie er achtzigjährig seine Arbeit unbeirrt fortsetzt.
Welches Buch lesen Sie gerade?

Ich lese immer mehrere Bücher gleichzeitig und in manchen immer wieder. Im Haus liegen immer einige Stapel Bücher. Vor mir liegt Pablo Picasso „Das Antlitz der Muse“, eine schöne Ausgabe der Insel-Bücherei Nr. 1217. Außerdem bin ich gerade begeistert von Jacob Hein, der Autor ist 1971 in Leipzig geboren, schreibt in seinem Roman „Kaltes Wasser“ etwas skurril über die DDR und die Zeit danach. Vor kurzem bekam ich eine zweite Auflage der Insel-Bücherei Nr. 690 „Wilhelm Busch, Drei Märchen“ geschenkt, es ist in Sütterlinschrift geschrieben. Daraus habe ich Gästen aus einem Bützower Pflegeheim kürzlich vorgelesen, als sie bei mir im Café zu Gast waren.
Welche Fernsehsendung verpassen Sie nie?

Fernsehen interessiert mich nicht. Ich gehe lieber ins Kino, gerne ins Li.Wu in Rostock. Ein Stapel Programme vom Li.Wu liegt immer bei mir im Café.
Wo trifft man Sie eher: bei einer Karnevalsfeier oder bei einem Fußballspiel?

Gern bei einem Fußballspiel, natürlich bei Hansa. Das letzte Spiel haben sie gegen Halle gewonnen. Und außerdem ist der Klassenerhalt gesichert.
Wen würden Sie gerne mal treffen?

Ich habe schon viele interessante Menschen in meinem Leben getroffen. Menschen, die leider nicht mehr leben, hätte ich gern getroffen: Picasso oder wenigstens Dora Maar, um mit ihr über ihn zu sprechen, oder den Dramatiker Peter Hacks. Oder meinen Urgroßvater Carl Durotin, der neben Charlotte E. Pauly in Berlin-Friedrichshagen, Aßmannstraße 32, wohnte. Mit ihm bei ihr sitzen, das wäre was.
Wenn Sie selbst kochen: was kommt dann bei Ihnen auf den Tisch, griechische, italienische, chinesische oder deutsche Gerichte?

In diesem Haus wird viel gekocht, weil sich gerne Besucher ankündigen. Vorwiegend kommt moderne deutsche und französische Küche, am liebsten Pariser Alltagskost auf den Tisch.
Mit welchem Lied verbinden Sie Ihre schönste Erinnerung?

Als Schülerin wurde ich oft von meinem Vater in Konzerte ins Volkstheater Rostock mitgenommen. Einmal wurde das Lied „Letzte Rose“ von Flotows Oper „Martha“ aufgeführt, ich liebe es. Zwanzigjährig war ich viel auf der Insel Usedom auf der Seebrücke Ahlbeck in der Disco, 1981 war mein Lieblingshit „Hands up“ von Ottawan.
An welches Geschenk erinnern Sie sich noch gerne und von wem haben Sie es bekommen?

An schöne Geschenke von Freunden und Verwandten kann ich mich gut erinnern, aber das schönste Geschenk sind meine Söhne.
Welchen Traum möchten Sie sich noch erfüllen?

Im Grunde lebe ich meinen Traum, ich arbeite was mir entspricht, wenn es auch nicht leicht ist. Es entstehen aber auch neue Ideen. Mir macht es Freude, kleine Veranstaltungen, Konzerte zu planen und zu gestalten. Im Juli wage ich mich an ein größeres Projekt: Ein Open Air Blues Konzert soll stattfinden. Allerdings nicht in Bützow, dafür ist das Café zu klein, sondern in Jürgenshagen.
Wie gestalten Sie Ihre Freizeit als Rentner?

So wird es weitergehen, wenn ich gesund bleibe.
Wem sollten wir diese Fragen ebenfalls stellen und warum?

Holger Klaiber aus Bützow.

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