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Bützower Zeitung

11. Dezember 2017 | 23:54 Uhr

Sie hat Lachen und Lächeln gepachtet

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Dr. Christiane Trapp, Chefärztin der Kinder- und Jugendklinik im KMG-Klinikum Güstrow, wirbt für die SVZ mit dem Motto „Meine Heimat – meine Zeitung“

svz.de von
erstellt am 23.Jan.2014 | 00:34 Uhr

Sie hat das Lächeln und Lachen gepachtet: Dr. Christiane Trapp, Chefärztin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des KMG-Klinikums Güstrow. Aber das nicht nur, weil sie jetzt unter dem Motto „Meine Heimat – meine Zeitung“ auf Plakaten in Güstrow und an den Rebus-Bussen für die Schweriner Volkszeitung wirbt. Wir haben uns für Christiane Trapp entschieden, weil sie als Ärztin sehr vielen Menschen bekannt ist. „Ich bin nach meinem Medizinstudium in Rostock 1975 ins Güstrower Krankenhaus gekommen. Am 1. September fing ich an. Damit bin ich in diesem Jahr seit 39 Jahren Güstrowerin“, erzählt die 62-Jährige. Als gebürtige Rostockerin hat sie sich daher längst mit der Stadt, der Region und dem hiesigen Leben identifiziert. Deshalb genießt sie es auch, in der Stadt bei einem Spaziergang oder beim Einkaufen erkannt und gegrüßt oder auch von Menschen angesprochen zu werden. Christiane Trapp: „Da habe ich einen großen Vorteil, obwohl ich jede Entscheidung respektiere, gegenüber den Kollegen, die heutzutage zwar in Güstrow arbeiten, aber woanders wohnen.“

Und weil sie hier seit Jahrzehnten lebt und arbeitet, hat sie die Schweriner Volkszeitung abonniert. „Das ist meine Heimatzeitung. Ihr Werbespruch trifft daher voll auf mich zu. Denn weil ich hier wohne, brauche ich die SVZ. Ich will informiert sein. Ich muss nicht mit allem einverstanden sein. Aber die SVZ gehört zu meinem Leben“, betont sie mit Nachdruck. Dabei hat sie zwei Rituale: Erstens wird die Zeitung beim bzw. nach dem Frühstück gelesen. Und zweitens schneidet sie alles aus, was über das Güstrower Krankenhaus in der SVZ steht. „Das füllt schon einige Ordner“, so Trapp.

Aber zurück zum Lachen und Lächeln. Für Christiane Trapp ist das ein Element ihres Lebens, sowohl bei der Arbeit als auch in der Freizeit. „Da schafft man alles viel leichter“, ist ihre Erfahrung, obwohl sie ihr Leben bisher selten als schwer empfunden hat. Aber dazu später. Und das, obwohl sie in ihrem Wunschberuf Kinderärztin bisher nie auf die Zeit geschaut hat. „Selbst im Urlaub rufe ich ein- oder zweimal an“, sagt sie. Das ist sie sich als Chefin schuldig. Aber nicht um zu kontrollieren, sondern einfach der Verantwortung gegenüber dem Krankenhaus sowie den Patienten nachzukommen. „So bin ich“, sagt sie kurz und bündig.

Stationsschwester Steffi Eichler bestätigt das. Die 45-jährige Kinderkrankenschwester hat von Christiane Trapp viel praktisches Rüstzeug in ihrer Ausbildung und danach auf den Weg mitbekommen. „Ich schätze an ihr ihre mütterliche Art, mit der sie aber trotzdem resolut auftritt“, schildert sie einen Vorzug der „Chefin“. Außerdem habe alles Hand und Fuß, denn die Chefin sei kompetent. Steffi Eichler: „Sie kann alles.“ Und man könne immer zu ihr kommen, sowohl mit fachlichen als auch persönlichen Dingen. Auch mit den Kindern und Jugendlichen könne sie sehr gut umgehen, habe immer das Gespür für Fragen und Nöte, so Schwester Steffi. „Wir sind wie eine Familie. Das mag ich an der Chefin“, unterstreicht die Güstrowerin. Steffi Eichler schiebt daher etwas weg, was die ganze Klinik schon umtreibt, denn Christiane Trapp wird in diesem Jahr ihre Arbeit als Ärztin aufgeben und in Rente gehen. „Da mag ich gar nicht dran denken“, sagt sie und umreißt so das Lob einer jahrzehntelangen Arbeit.

Die hatte mit einem Auslandseinsatz von 1981 bis 1984 in Libyen in der Kinderklinik von Zawia einen ersten Höhepunkt. „Dieser Auslandseinsatz hat mich bis heute geprägt, weil ich Erkrankungen behandelte, die ich gar nicht mehr kannte, merkte, wie gut unser Gesundheitswesen im Vergleich war, und weil ich eine andere Kultur und das Leben mit dem Islam kennen lernte, ohne was akzeptieren zu müssen.“

Eine weitere Zäsur war 1987, als sie den Chefarzt-Posten im Güstrower Krankenhaus übernahm, „gedrängt“ von ihrem Vorgänger, Dr. Ernst Ruickoldt, kramt sie in der Erinnerung. Der war es auch, der ihr die entscheidenden Worte in der Wendezeit mit auf den Weg gab, als es um die weitere Arbeit als Chefärztin ging. In der sei sie als Genossin und wegen ihres Engagements für den DDR-Staat angefeindet worden. „Das war eine sehr schwere Zeit“, erzählt sie, obwohl sie auch viel Rückhalt bei Schwestern und Ärzten hatte. An die Worte Dr. Ruickoldts erinnert sie daher umso mehr. Er hatte damals zu ihr gesagt: „Für Sie persönlich wäre es besser zu gehen und die Tränen versiegen zu lassen. Für die Abteilung wäre es aber sehr schlecht.“ Da auch der damalige Ärztliche Direktor, Dr. Peter Geufke, hinter ihr gestanden habe, sei sie geblieben und habe sich auf einem Weg durchgekämpft, den sie immer wieder gehen würde.

Vor allem auch für die kranken Kinder und die Eltern, die in einen Arzt viel Vertrauen setzen. „Das hat bei mir immer Priorität gehabt. Deshalb habe ich auch beim Bau des neuen Krankenhauses alle Register gezogen, damit unsere Klinik so wird, wie man es sich vorstellt“, erzählt sie. Dabei erinnert sie sich noch an die Arbeit mit dem Architekten, der bei der Gestaltung der Stationen vier, fünf Versuche realisieren musste, ehe die Vorstellungen der Chefin und ihres Kollektivs erfüllt waren.

Christiane Trapp muss aber auch zugeben, dass sie in ihrer Arbeit oft einen Spagat vollführen muss: „Es ändert sich einfach zu viel und wir kommen nie in ruhiges Fahrwasser. Meist geht es dabei ums Geld.“ Sie weiß natürlich, dass das so ist und sich leider nicht alles um den Menschen, sprich Patienten, dreht. Trotzdem fällt es ihr nach wie schwer, als Chefärztin auch so vordergründig Ökonomin zu sein. Daher behandelt sie Kinder z.B. nicht mit einem Medikament, weil es billiger sein muss, sondern sie nimmt das, was nötig ist. Ihr Credo: „Ich mache es für die kranken Kinder, auch wenn es mehr kostet.“

Das alles – auch das Leid, was man, ohne es gezählt zu haben, erlebt hat – in Einklang zu bringen, schlaucht. Die Kraft, die Christiane Trapp dann immer tanken musste, holte sie sich vor allem in Jabel, ihrer zweiten Heimat, wo sie einen Bungalow, den ihre Eltern bauten, hat. „Wasser, Wald, Ruhe, da entspanne ich“, erzählt sie. Das sieht auch Lothar Peter, seit 2004 ihr Lebenspartner, so. Mit dem wird sie als Rentnerin z.B. oft auf Reisen gehen. Christiane Trapp: „Ich hatte in meinem Beruf nie mal vier Wochen Urlaub am Stück. Das hole ich dann nach.“ Lanzarote ist ihre Lieblingsinsel. Aber auch Australien ist ein Ziel und Sri Lanka. „Ich habe noch viel vor und will jetzt auch raus aus der Anspannung, die es ja gibt, obwohl ich mich selten gestresst gefühlt habe“, erklärt sie.

Ganz von ihrem Engagement wird sie aber nicht lassen können. Und sie will es auch nicht. Christiane Trapp schwebt ein Förderverein zur Unterstützung von Kindern, die Hilfe benötigen, vor. „Ich möchte das schon lange, aber neben der Arbeit geht das nicht. Ich habe meine Fühler bereits ausgestreckt. Es gibt einige Menschen, die mir dabei helfen werden. Darauf freue ich mich jetzt schon.“


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