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Bützower Zeitung

24. Oktober 2017 | 09:44 Uhr

Sie beraten gerade ein Drehbuch

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Mädchen drehten am ersten Ferientag im Bützower Freizeittreff einen Kurzfilm zum Thema „Mobbing“

von
erstellt am 25.Jul.2016 | 21:00 Uhr

„Was liest Du da, das ist doch was für kleine Kinder“, schreit ein Mädchen ein anderes an und reißt der Eingeschüchterten ein Buch aus der Hand, wirft es zu Boden. Eine Szene, wie es sie nicht selten gibt: auf Schulhöfen, Spielplätzen oder auf der Straße. Der Unterschied diesmal: Die Mobbing-Szene ist gespielt – für einen Kurzfilm.

Montag im Freizeittreff am Bützower Schlossplatz: Viele Mädchen und Jungen sind am ersten Ferientag gekommen, um hier interessante Stunden zu erleben. Am Vormittag steht das „Spiel 33“ auf dem Programm, bei dem es um Wissen und Schnelligkeit geht. Nachmittags dann werden kleine Kurzfilme gedreht.

Anna-Lena (15) Annika (11), Celina (10) und Fiona (10) sitzen auf einer Couch, beraten gemeinsam mit Freizeittreff-Leiterin Gisa Gierer über mögliche Themen des Films. „Wir suchen jetzt Ideen für einen Film, bei dem kein großes Drehbuch geschrieben und keine Rollen auswendig gelernt werden sollen.“

Fiona hat eine Idee: „Drei Kinder gehen in den Wald und treffen eine Hexe. Die ist böse zu den Kindern...“ Anna-Lena fragt darauf hin: „Was ist mit Mobbing?“ Aus beiden Gedanken zusammen ist innerhalb weniger Minuten die Grundidee für den Film entstanden. Es geht um das Thema „Mobbing“ unter Kindern. „Jetzt müssen wir daraus ein Drehbuch kombinieren ohne etwas aufzuschreiben“, sagt Gisa Gieraer und fragt, was denn Mobbing eigentlich sei. „Wenn ein Kind oft geärgert und geschubst wird“, so Fiona.

Die Filmidee nimmt in der Diskussion der vier Mädchen immer mehr Gestalt an: Eine Achtklässlerin soll ein Mädchen aus der 7. Klasse auf dem Schulhof mobben, ein anderes Kind tröstet das Mobbingopfer und rät ihm schließlich, zur Schulleiterin zu gehen. Die Rollen sind ebenfalls schnell verteilt. Annika ist die Mobberin, Fiona ihr Opfer, Celina die Schulleiterin und Anna-Lena das Mädchen, das dem Mobbingopfer hilft.

Nach zwei Proben, bei denen noch keine Kamera mitläuft, kommt es dann zum Filmdreh. Gisa Gierer schaltet ihre Fotokamera auf Videobetrieb, filmt die rund sechs Minuten lange Szene – und ist begeistert.

„Erstaunlich, wie real alle Beteiligten agiert haben. Immerhin war ja nur die Idee und kein Text vorgegeben. Dass kein Text gelernt und behalten werden musste, war ganz offensichtlich gar nicht so schlecht. Ich hatte jedenfalls Gänsehaut.“

Wohl auch deshalb, weil die Mädchen am Schluss der Filmidee auf die Idee gekommen waren, dass sich die Mobberin bei ihrem Opfer entschuldigen soll. Und das Opfer seinerseits seine Mutter anruft und sagt: „Du Mutti, der Tag fing schlimm an. Aber jetzt habe ich eine neue Freundin. Darf sie heute Abend bei uns übernachten?“

50 Minuten nach den ersten Ideen für den Film sahen ihn sich alle Mädchen auf dem Display der Fotokamera an. Spontan versprach Gisa Gierer den Mädchen, ihnen Eis zu spendieren. „Weil ihr so toll gewesen seid.“

In dieser Woche stehen noch weitere spannende Tage im Freizeittreff bevor. Am morgigen Mittwoch zum Beispiel wird ab 10.30 Uhr gemeinsam Mittag gekocht.

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