Sicheres Quartier für stacheligen Gast

Liane Fittkau (l.) übergibt Igelexpertin Marion Drechsel das schwache Tier. Sie päppelt es auf ihrem Grundstück auf.  Fotos: Nadine Schuldt(2)
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Liane Fittkau (l.) übergibt Igelexpertin Marion Drechsel das schwache Tier. Sie päppelt es auf ihrem Grundstück auf. Fotos: Nadine Schuldt(2)

Liane Fittkau „fängt“ Igel und übergibt ihn in Bützow an Igelexpertin / Tier wird entwurmt und von Parasiten befreit / Gewicht soll auf 500 Gramm steigen

svz.de von
06. Dezember 2013, 09:56 Uhr

Liane Fittkau aus Hof Tatschow ist erleichtert. Der kleine Igel, der seit einigen Tagen am Katzenfutter mitfraß, wird nun fachgerecht betreut. Gestern brachte sie den stacheligen Gesellen zu Marion Drechsel, die zu Hause Igel betreut und die Wismarer Werkstätten in Bützow leitet. „Der Igel wird entwurmt, auf Parasiten untersucht und Zecken, sofern sie vorhanden sind, mit der Pinzette gezogen“, sagt Drechsel nach einer groben, ersten Betrachtung ihres neuen „Schützlings“ Sie kriege ihn schon durch den Winter, fügt die Fachfrau hinzu.

Das beruhigt Liane Fittkau ungemein – bringt der stachelige Freund doch nur 214 Gramm auf die Waage. Eigentlich müssten es jetzt zum Winter zwischen 650 und 700 Gramm. Das hatte ihr eine Igelexpertin aus Groß Potrems gesagt, die sie zunächst kontaktierte. Diese Fachfrau, die derzeit 30 Igel betreut, habe sie schließlich an Marion Drechsel verwiesen, erzählt Fittkau.


Igel in Käfig gebracht, damit er nicht wegläuft


Die Hof Tatschowerin und besonders ihr Schwiegervater beobachteten schon seit zwei Wochen, dass der kleine Igel immer zum Futternapf der Katzen kam und mit fraß. Als sie vorgestern Abend die Samtpfoten fütterte, war der Igel auch wieder da. „Da habe ich ihn einfach genommen und in einem mit Stroh ausgestatteten Käfig gepackt, damit er mir nicht wieder wegläuft“, erzählt Liane Fittkau. Schon beim Fressen hatte sie ihn ganz genau beobachtet. „Er hat richtig geschmatzt“, erzählt Fittkau. Ihre Tochter, die das offensichtlich geschwächte Tier auch gleich ins Herz geschlossen hat, gab ihm spontan den Namen „Nuff Nuff“. Und noch einen Tipp befolgten Tochter und Mutter: Damit er nicht friert, wurde der Käfig ins Hausinnere gestellt.

Nun ist der stachelige Geselle in der Obhut von Marion Drechsel. Sie päppelt schon seit mehreren Jahren schwache Igel wieder auf, betreut derzeit neun Tiere. Zunächst werde sie ihrem neuen „Patienten“ eine Wurmkur verabreichen und dann darauf achten, dass er ordentlich an Gewicht zulege. „Wenn die Igel zu wenig Fett haben, können sie nicht ihren Winterschlaf halten“, sagt Marion Drechsel. Ob der Igel so schwer wird, dass er 650 Gramm auf die Waage bringt, ist unklar. „Es reichen auch schon 500 Gramm, dann kann er auch den Winterschlaf antreten“, weiß Marion Drechsel. Sie wird dem kleinen Burschen zu den anderen Igeln in ihrer Garage stellen.

Ob Liane Fittkau mal nach „Nuff Nuff“ schauen wird, ist bisher noch nicht klar. Die Hof Tatschowerin hat in der warmen Jahreszeit des Öfteren Igel auf ihrem Grundstück. „Wir sehen sie dann bei den Blumenrabatten“, sagt Fittkau. Die hätten eine Hanglage, auf die an schönen Tage die Sonne scheine und auch wärmend ist. Die stacheligen Tiere mögen diesen Ort anscheinend so gerne, dass sie sich dort auch „Behausungen“ aus Laub aufbauen.

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