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Laufvögel mit seltenem Gefieder : Selten: Weiße Nandus schlüpfen in Bandow

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Familie Wannewitz aus Bandow bekam am 1. Juni tierischen Nachwuchs. Es schlüpften fünf weiße Nandu-Küken. Das ist ganz selten. Zwei Laufvögel mit dem seltenen Gefieder starben allerdings in den ersten Wochen.

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erstellt am 21.Aug.2012 | 07:30 Uhr

Bandow | Als Peter Wannewitz am 1. Juni seinen Nandus Futter bringen will, traut er seinen Augen kaum: Ein weißes Nandu-Küken läuft noch etwas unbeholfen über die Wiese hinter seinem Grundstück. "Das ist ganz was seltenes", sagt der 55-Jährige. Doch bei einem weißen Nandu-Küken bleibt es nicht: Insgesamt schlüpfen fünf weiße Jungvögel, wovon zwei allerdings in den ersten Wochen an Knochenbrüchen sterben.

Dennoch: Für den Bandower sind auch diese drei kleinen Laufvögel etwas ganz besonderes. "Als im vergangenen Jahr die Küken schlüpften, war auch ein weißes Tier dabei", sagt Peter Wannewitz, der gestern Nachmittag auf seinem Grundstück steht und die Tiere mit Vogel-Pellets füttert. Allerdings hätte dieses und auch einige der anderen Küken nicht überlebt, weil es so stark regnete und die Nester unter Wasser standen. "Die Vögel bauen muldenartige Vertiefungen in den Boden, und legen dort ihre Eier hinein". 40 Tage brüten dann die Männchen. "Sie nehmen in dieser Zeit weder Wasser noch Nahrung zu sich", sagt Wannewitz. Dass dieses Jahr auch wieder Tiere mit dem hellen Gefieder dabei sein würden, hatte er nicht vermutet. Mit einem hellen Pfeifton lockt er stets die Tiere an. Während die jungen Tiere noch ziemlich scheu sind und schnell das Weite suchen, sind die Hähne Johnny und Snoopy neugieriger. "Besonders wenn etwas blinkt wie Uhren oder Ringe, reagieren sie", erläutert der Bandower und deutet auf die Uhr an seinem rechten Arm.

Die Laufvögel finden bei Wannewitz beste Bedingungen vor: Auf einer 1,5 Hektar großen Grünfläche haben sie genug Platz, um sich ausreichend bewegen zu können. "Ist das Gehege zu klein, kann es schon mal vorkommen, dass die Vögel ausreißen", erläutert Peter Wannewitz. Zäune von 1,50 Meter Höhe seien kein Problem für die Tiere, fügt er hinzu. Diese Absicht scheinen die Nandus bei ihm nicht zu verfolgen: Immer wieder sitzt ein noch junger Nandu hinter einem vertrockneten Grasbüschel, hat sich einen nestartigen Platz geschaffen. Zu erkennen ist er erst auf den zweiten Blick - mit seinem braun-gescheckten Gefieder ist er perfekt an Boden und Pflanzen angepasst. Die weißen Nandus haben sich hingegen in eine andere Ecke auf der Wiese "verdrückt", fressen vom Gras. "Nandus sind Vegetarier", sagt Peter Wannewitz, der sie auch mit getrockneten Pellets füttert.

Der Bandower überraschte vor einigen Jahren seine Ehefrau Ute kurz nach ihrer Silberhochzeit mit diesen Tieren. Zwei Hähne - Johnny und Snoopy - und zwei Hennen halten sie seitdem auf ihrem Grundstück. Jedes Jahr ziehen sie auch die Küken groß. "Nach sechs Monaten sind sie ausgewachsen", sagt Peter Wannewitz. Während sie die braun-gescheckten jungen Vögel verkaufen wollen, sollen die weißen auf ihrem Hof bleiben. Warum nun schon zum zweiten Mal ein Wurf mit weißen Jungtieren dabei ist, vermag er nicht zu sagen. "Es hat eventuell etwas mit den Genen der Elterntiere zu tun", nimmt er an. Er und seine Frau kümmern sich nicht nur liebevoll um die Vögel, sondern auch um vier Esel, zwei Ponys und ein Muli. "Die halten wir, weil sie so lieb sind", sagt er. Das wissen auch Mitarbeiter des Kleinkinderbereichs der Arche in Berlin-Hellersdorf, einer Einrichtung des Vereins Christliches Kinder- und Jugendwerk. Wie immer werden sie auch dieses Jahr mit Kinder Ende September bei Wannewitz’ vorbei schauen, die Vierhufer streicheln und auf ihnen reiten und dabei über die weißen Nandus staunen.

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