Passin : Selbstbewusster auf dem Pferderücken

Neu mit dabei ist die Stute Adameé. Mit ihr können Katy Burmeisters Klienten ab Oktober zusammenarbeiten. Tochter Anna hilft derzeit dabei, das Tier auf diese Aufgabe vorzubereiten.
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Neu mit dabei ist die Stute Adameé. Mit ihr können Katy Burmeisters Klienten ab Oktober zusammenarbeiten. Tochter Anna hilft derzeit dabei, das Tier auf diese Aufgabe vorzubereiten.

Nach einem Jahr als selbstständige Reitpädagogin kann Katy Burmeister auf viele Erfolge zurückblicken / Neues Konzept für die Arbeit mit Jugendlichen

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19. September 2017, 09:00 Uhr

Rückenschmerzen, Bewegungsstörungen, psychische Erkankungen – die Klienten von Katy Burmeister haben oft einen langen Leidensweg hinter sich. In Passin bietet die dreifache Mutter mit ihrer Reit- und Erlebnispädagogik Möglichkeiten zur Linderung (SVZ berichtete). Nach etwa einem Jahr kann Katy Burmeister nun eine positive Bilanz ziehen: „Es läuft wirklich an.“

Genutzt wird das Angebot von Kindern und Erwachsenen mit den verschiedensten Problemen und Diagnosen. Das verlangt der ausgebildeten Reitpädagogin ein hohes Maß an Flexibilität in der Konzeption der jeweiligen Einheiten ab. So ist der Umgang mit Klienten, die einfach nur vom Alltagsstress runterkommen wollen, anders als der mit einem kleinen Jungen, der mit dem Down-Syndrom zur Welt kam. „Er hatte am Anfang ganz viel Angst vor Tieren und hat sehr viel geschrien. Ich musste am Anfang erst einmal herausfinden, welches Schreien was bedeutet“, erzählt Katy Burmeister. Nach zwei Monaten, in denen das Kind Stück für Stück an die Tiere herangeführt wurde, genieße er das Reiten schon richtig, er sei wesentlich entspannter.

Auch außerhalb ihres Geländes in Passin ist Katy Burmeister mit ihren Pferden aktiv. So konnte sie bereits Erfahrungen mit Patienten der Lohmener Rehaklinik, Kindergartenkindern und Senioren sammeln. Und auch die Arbeit mit geistig behinderten Menschen ist eine wichtige Komponente.

In Zukunft möchte Katy Burmeister sich stärker mit Jugendlichen beschäftigen. Um die Vorteile der Reitpädagogik für 10- bis 14-Jährige herauszuarbeiten, hat die Passinerin eine Intensivwoche entwickelt, die erstmalig in den Herbstferien stattfinden soll. An vier Tagen können sich die Teilnehmer um die Pferde kümmern, sie richtig kennenlernen und verschiedene Aufgaben mit ihnen erfüllen. „Es soll jeden Tag ein Spiel geben. Beim Freundlichkeitsspiel sollen die Jugendlichen zum Beispiel versuchen, den Pferden bestimmte Spielzeuge wie Bälle oder Tücher schmackhaft zu machen“, so Katy Burmeister.

Dahinter steckt mehr als nur Freizeitbeschäftigung: „Dabei sollen sie lernen, dass die Pferde auch Grenzen haben, bestimmte Sachen einfach nicht mögen. Das müssen sie lernen, zu akzeptieren. Und alles, was sie mit den Pferden machen und von ihnen lernen, wenden sie dann automatisch auch auf ihre Mitmenschen an“, erklärt die Reitpädagogin. Generell sei der regelmäßige Umgang mit den Tieren stärkend für das Selbstbewusstsein.

Mitmachen bei der Ferienaktion können maximal sechs Teilnehmer, Anmeldeschluss ist der 16. Oktober. Je nachdem, wie das Angebot angenommen wird, soll es als festes Ferienkonzept etabliert werden, sagt Katy Burmeister. „Das passt auch sehr gut in die Sommerferien.“

Für die Passinerin ist klar, dass der Schritt in die Selbstständigkeit der richtige war. Auch wenn sie keine vollständige Heilung bieten könne, so erfülle es sie, mitzuerleben, wie ihre Klienten aufblühen. Ihr Motto dabei: „Ich will die Welt nicht retten, aber ich möchte ein bisschen was bewegen.“

Kontakt: 01522/886 40 72

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