Bützow : Seite an Seite mit Angela Merkel

Segnen heute die Bundeskanzlerin: Sophia Gottschalk, Martha Schönowski, Elisabeth Villmow und Clara Windelberg. Die vier Mädchen aus Bützow und Sternberg vertreten das Erzbistum Hamburg beim Sternsinger-Empfang von Angela Merkel.
Segnen heute die Bundeskanzlerin: Sophia Gottschalk, Martha Schönowski, Elisabeth Villmow und Clara Windelberg. Die vier Mädchen aus Bützow und Sternberg vertreten das Erzbistum Hamburg beim Sternsinger-Empfang von Angela Merkel.

Zwei Mädchen aus Bützow und zwei aus Sternberg vertreten das Erzbistum Hamburg beim Sternsinger-Empfang im Kanzleramt

svz.de von
08. Januar 2018, 05:00 Uhr

An zahlreichen Türen in und um Bützow klingelte es gestern und vorgestern. Sternsinger machten sich wieder auf Reisen, um Segen zu spenden und Gelder für den guten Zweck zu sammeln. Ganze zwölf Gruppen mit Bützowern waren unterwegs. Und für vier der Sternsinger ist die Reise noch nicht beendet. Denn sie fuhren gestern nach Berlin, wo sie heute Nachmittag Bundeskanzlerin Angela Merkel erwartet.

Aufgeregt wirkten Elisabeth Villmow (13 Jahre) aus Bernitt, Martha Schönowski (17) aus Bützow sowie die beiden Sternbergerinnen Clara Windelberg (12) und Sophia Gottschalk (11) nicht – auch wenn sie heute direkt neben Angela Merkel stehen und für sie singen werden. Zeit zum Üben blieb den Mädchen allerdings im Vorfeld nicht, da zwischen Sternberg und Bützow doch eine Strecke liegt. Aber sie wollen während der Zugfahrt üben. Und auch am Vormittag haben sie noch Zeit. Denn eigentlich war der Empfang der Kanzlerin vormittags geplant. Aufgrund der Sondierungsgespräche zur Bildung einer Regierung wurde das Treffen auf nachmittags verschoben. Martha nimmt es gelassen: „Dann können wir wenigstens ausschlafen!“ Zu lange allerdings auch nicht. Denn die vier wollen nach Möglichkeit dicht bei der Kanzlerin stehen. Neben ihnen werden nämlich noch Sternsinger aus ganz Deutschland dabei sein. Und sollte es damit nicht klappen, so bietet sich wenigstens im Anschluss die Möglichkeit, Angela Merkel ganz nah zu sein. Denn die Kanzlerin wird nach dem Empfang Fotos mit allen Sternsingergruppen machen.

Aber wie kommt es eigentlich, dass die Sternbergerinnen und die Bützowerinnen nach Berlin fahren? Sie hatten Wissen und Glück. Sie beteiligten sich beim Sternsinger-Wettbewerb der 60. Aktion Dreikönigssingen und fanden mit „Stern“ die richtige Lösung beim Preisrätsel. Bei der Ziehung der diözesanen Gewinner hatten sie dann Losglück, sodass sie gestern gemeinsam mit Pfarrer Tobias Sellenschlo nach Berlin fuhren und heute ihren großen Tag haben. Gemeinsam vertreten die vier Mädchen das Erzbistum Hamburg, was auch auf dem Stern erkenntlich sein wird. Laut Hildegard Pliesch ist es bereits das dritte Mal, dass die katholische Pfarrei St. Antonius in Bützow für den Kanzlerempfang ausgewählt wurde. Sowohl Helmut Kohl als auch Gerhard Schröder begrüßten schon Kinder aus der Warnowstadt.

Elisabeth erklärte gestern, was Sternsinger überhaupt machen. „Das sind Kinder, die für andere Kinder, die in Not sind, Geld sammeln.“ „Sie bringen Menschen den Segen und die Freude von Weihnachten“, ergänzte Martha. Es werde gesungen, ein Gedicht aufgesagt, an der Tür ein Segen erteilt und um eine Spende gebeten, erklärte die elfjährige Sophie.

Und das taten die vier auch am Wochenende in Bützow, Trechow, Bernitt und Neu Bernitt. 42 Familien wurden besucht und dabei stolze 500 Euro gesammelt, die nun anderen Kindern helfen werden. In Sternberg besuchen die Sternsinger auch Restaurants, die Polizei, die Feuerwehr und andere Einrichtungen. In Bützow wird neben „normalen“ Haushalten beispielsweise auch die Palliativstation der Warnow-Klinik besucht. Hauptsächlich werde das Geld an ein Projekt in Indien fließen, das sich gegen Kinderarbeit engagiert, erklärte Martha. Die 17-Jährige würde der Kanzlerin heute übrigens gern etwas ausrichten: „Dass endlich eine Regierung gebildet wird.“

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