Bützow : Seit 25 Jahren Einsatz für Beschäftigung

Gratulation in der Miniaturstadt: Landrat Sebastian Constien beglückwünschte Birgit Czarschka, die Geschäftsführerin der Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft Umwelt und Arbeit Bützow und Umland zum 25-jährigen Bestehen. Fotos: Frank Liebetanz
Gratulation in der Miniaturstadt: Landrat Sebastian Constien beglückwünschte Birgit Czarschka, die Geschäftsführerin der Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft Umwelt und Arbeit Bützow und Umland zum 25-jährigen Bestehen. Fotos: Frank Liebetanz

Die Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft feiert Jubiläum mit zahlreichen Gästen und fordert weitere Hilfen der Bundes- und Landespolitik ein.

svz.de von
06. Juli 2018, 21:00 Uhr

So kennen alle Birgit Czarschka, die Geschäftsführerin der Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft Umwelt und Arbeit Bützow und Umland: Bei der Festveranstaltung zum 25-jährigen Bestehen des Vereins dankte sie als erstes den langzeitarbeitslosen Frauen und Männern.

Birgit Czarschka ist selbst eines der besten Beispiele für den Erfolg der BQG, wie der Verein kurz genannt wird. Darauf wies der Landrat Sebastian Constien (SPD) in seiner Rede hin: Die Bernitterin, einst bei der ZBO beschäftigt, hat es nach einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme bis zur Geschäftsführerin des Vereins gebracht. Constien nannte das Jubiläum einen Grund zur Freude. Der Bund müsse „schnellstens die Voraussetzungen schaffen, dass die Erfahrungen nutzbringend eingesetzt werden“ könnten.

Ein Blick zurück: Nach der Wende sei 1991 der Bauernverband Bützow gegründet worden, wie dessen Vorsitzender Manfred Bissa erinnerte. Dieser Verband spiele eine besondere Rolle für die BQG, weil er vom Bund 20 Millionen Deutsche Mark an Personalkosten und fünf Millionen Deutsche Mark an Sachkosten für die ersten ABMs in Bützow und Umgebung erhalten habe. Denn die Umstrukturierung der Landwirtschaft habe die Arbeitslosigkeit, besonders der Landfrauen in den Dörfern, besonders erhöht, wie Birgit Czarschka sagte.

In den Jahren 1991 bis 1993 sind Bissa zufolge 323 Menschen in 18 ABMs untergebracht worden. Um die Projekte zusammenzuführen, hätten der Bauernverband und die Gemeinden 1993 die BQG gegründet.

Birgt Czarschka monierte, dass sich die Zukunft immer schwieriger gestalte, obwohl die Arbeitslosigkeit sinke. „Die boomende Wirtschaft und die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt kann und darf aber nicht heißen: Es ist Zeit, sich zurückzulehnen“, sagte die Geschäftsführerin. Menschen, die viele Hochs und Tiefs erlebt haben und nicht in Stellen vermittelt werden können, benötigten Vereine wie die BQG. Allerdings sei deren Zahl in MV von 28 auf mittlerweile elf gesunken. Mehr als die Hälfte der Arbeitsangebote für diese Menschen sei in den vergangenen drei Jahren verschwunden, die Quote bei den Langzeitarbeitslosen aber nicht geschrumpft. Alle Bundesländer außer MV steuerten deshalb dagegen.

Birgit Czarschka wies darauf hin, dass es in der BQG keine weiteren Möglichkeiten für Kürzungen gebe. Die Kommunen stünden zum Verein, viele hätten in diesem Jahr sogar einen zusätzlichen Zuschuss in Höhe des Mitgliedsbeitrags in ihre Haushalte eingestellt. Czarschka dankte ihnen dafür. Aber der Bund kürze die Förderung.

„Wir müssen etwas tun“, sagte die Geschäftsführerin. Beim vorliegenden Referenten-Entwurf für die Änderung des Sozialgesetzbuches II, das sich um „Hartz IV“ dreht, seien einige Nachbesserungen erforderlich. Das liege aber nicht an der Agentur für Arbeit, sondern an der Politik in Bund und Land.

Birgit Czarschka arbeitet voller Herzblut mit und für Menschen. Sie vertritt ihre Anliegen auf allen Plattformen, die sich ihr bieten. Sie kämpft für Langzeitarbeitslose, wie sie selbst sagt, und bleibt weiter am Ball: In einem Monat habe sie einen Termin mit dem Bundestagsabgeordneten Frank Junge, berichtete sie am Freitag den Gästen.

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