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Bützower für Gambia : Seit 20 Jahren Entwicklungshilfe

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Seit 1996 kümmert sich der Verein um das kleine Dorf Labakoreh

von
erstellt am 20.Jan.2017 | 05:00 Uhr

In diesen Tagen schaut Monika Thomsen besondern genau auf die Nachrichten in ihrem Smartphone. Gestern sollte im fernen Gambia ein neuer Präsident sein Amt antreten. Doch der bisherige Amtsinhaber, der im Dezember nach 22 Jahren abgewählt wurde, will die Entscheidung nicht akzeptieren. Unruhen wurden befürchtet. Wird die Vorsitzende vom Verein „Bützower für Gambia“ im März ihre geplante Reise antreten können? Viel werde davon abhängen, wie sich die politische Lage entwickelt, sagt Monika Thomsen. „Noch bin ich optimistisch, dass alles gut geht.“

Wie jedes Jahr im Frühjahr ist eine Reise nach Labakoreh, dem kleinen Dorf in Gambia geplant. Vier Wochen lang werde sie sich dort aufhalten, sagt die Güstrowerin. Begleitet wird sie dabei von weiteren Mitgliedern und Freunden des Vereins „Bützower für Gambia“. Der leistet seit nunmehr zwei Jahrzehnten Entwicklungshilfe direkt vor Ort.

Der Besuch in diesem Jahr wird aber ein wenig anders verlaufen als in den Jahren zuvor. Da hatten die Vereinsmitglieder gemeinsam mit den Partnern vor Ort immer ein neues Projekt begonnen. „Doch wir können nicht immer bauen“, sagt die Vereinsvorsitzende. Wichtig sei jetzt, das Bestehende zu erhalten, zu festigen und weiterzuentwickeln. „Besonders gespannt bin ich, wie sich das mit der Werkstatt entwickelt hat“, sagt Monika Thomson.

Gemeint ist die Ausbildungsstätte für Schneiderinnen und Schneider, die im vergangenen Jahr in Labakoreh aufgebaut wurde. Die Bauarbeiten dazu begannen genau an dem Tag, als die Bützower 2016 in Gambia eintrafen. Auf dem Gelände der Schule wurden zunächst von Einheimischen aus Kies und Zement Hohlblocksteine gegossen. Damit errichteten sie dann ein neues Gebäude, sogar mit einer kleinen Solaranlage auf dem Dach. Denn in vielen kleinen Dörfern von Gambia gibt es keine Stromversorgung. Zuvor hatte der Verein in der SVZ einen Aufruf gestartet, nach Nähmaschinen für die Ausbildungswerkstatt gesucht. Am Ende konnten 18 elektrische und mechanische Nähmaschinen in einen Container verfrachtet und nach Gambia gebracht werden.

„Es war immer unser Anliegen, Hilfe zur Selbsthilfe zu organisieren. Und es ist wichtig, dass auch junge Menschen in Gambia ausgebildet werden und Arbeit finden“, sagt Monika Thomsen. Dies zeige einmal mehr die Flüchtlingskrise. „Wichtig ist die unmittelbare Hilfe vor Ort, damit auch die jungen Menschen sehen, dass es sich lohnt, im Land zu bleiben“, so die Vereinsvorsitzende. So soll in der Näherei nicht nur die Ausbildung erfolgen, sondern auch die Kleidung für die eigene Schule entstehen. Den Bau der Schule hatte der Verein ebenfalls vor Jahren initiiert.

An all das war vor 20 Jahren noch nicht zu denken. Im Frühjahr 1996 war Monika Thomsen bei einem Urlaubsaufenthalt zufällig in dem kleinen Dorf Labakoreh gelandet. Sie sah, unter welch ärmlichen Verhältnissen die Menschen dort leben. Zurück in Bützow erzählte sie von diesen Erlebnissen und auch von dem Wunsch, den Menschen dort vor Ort zu helfen. Sie fand Gleichgesinnte, die sich zunächst in einer losen Gruppe zusammenfanden und erste Hilfen anschoben. Sie warben Spenden ein, um Projekte vorzubereiten. Als erstes wurde ein Brunnen gebaut. Später kamen dann ein Kindergarten, eine Schule, ein medizinisches Zentrum hinzu. Da war schon längst der Verein gegründet, hat seitdem vielfältige Unterstützer, sowohl Privatpersonen als auch Unternehmer.

„Wir wollen im Mai zusammenkommen. Auch mit den Leuten der ersten Stunden“, freut sich Monika Thomsen schon auf das Treffen zum 20-Jährigen. Mit dabei sein wird auch ein Mann aus Holland, den Monika Thomsen kennengelernt hat und der dem Bützower Verein nahesteht.

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