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Bützower Zeitung

22. November 2017 | 00:27 Uhr

Bützow : Seine Liebe zum Detail verblüfft

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Jens-Udo Zießnitz hat ganz oft im richtigen Moment den Finger am Auslöser. Seine Werke der vergangenen sechs Jahre sind im Kunsthaus zu sehen.

svz.de von
erstellt am 03.Aug.2014 | 18:30 Uhr

Sie haben mal einen „auf Familie gemacht“, formuliert es Werner Zießnitz salopp. Denn im Bützower Kunsthaus hängen seit einigen Tagen auch die Werke seines Sohnes Jens-Udo Zießnitz. Der Leiter des Bützower Kunsthauses freut sich, dass er diese Ausstellung eröffnen kann. „In der Familie Zießnitz haben ja alle irgendwie mit Kunst zu tun und dann ist es für mich umso schöner, wenn ich so tolle Werke hier der Öffentlichkeit präsentieren kann“, sagt Zießnitz stolz. Und seine Vaterliebe trübt keineswegs den kritischen Künstlerblick. „Das ist hier keine Trivialfotografie. Das sind sehr gute und auch vielfältige Arbeiten. Man muss das richtige Auge haben – und das hat mein Sohn“, sagte er und rief die Besucher auf, sich selbst ein Bild zu machen. Zießnitz musste nicht lange bitten, schnell waren die hinteren Räume des Kunsthauses gut gefüllt. Denn dort sind die Augenblicke, die der 40-Jährige mit seiner Kamera „am Wegesrand“ eingefangen hat, ausgestellt.

Es sind Aufnahmen aus den vergangenen sechs Jahren, die nun den „Fundus“ des Bützower Kunsthauses in der Langestraße 20 bereichern – jedenfalls bis Anfang Oktober.

Auf seinen kleinen und großen Reisen durch Deutschland hat er all diese Augenblicke festgehalten. Zum größten Teil sind es Naturaufnahmen – mal ganz nah und mal auch aus der Ferne. Aber immer speziell. So wirkt beispielsweise das kleine lila Veilchen in der großen, grauen Felswand wie hingesetzt. „Aber das ist es auf keinen Fall“, versichert der Hobbyfotograf. Man müsse nur die Kamera im richtigen Moment dabei haben. Dass das eher ein frommer Wunsch ist, und das Leben oft anders verläuft, weiß auch Jens-Udo Zießnitz. „Aber dann ist es so. Dann denkt man kurz: Ach Mensch, hätte ich doch. Aber dann hat man sie beim nächsten Mal im richtigen Moment dabei und kann so schöne Aufnahmen machen“, erklärt er beim Gang durch die Ausstellung.

Staunende Augen machen die Runde, denn seine Bilder sind alle unbearbeitet. „Seit gut 20 Jahren fotografiere ich schon und immer war mir wichtig, die Dinge so einzufangen wie sie sind. Eben unbearbeitet!“

Und noch etwas fällt auf: Menschen und Gebäude sind auf den Werken nicht zu sehen. „In dieser Reihe sind sie eher die Statisten. Ich habe mich auf Formen, Strukturen und Stimmungen beschränkt. Es ist viel Landschaft dabei. Die Tendenz zum Romantischen lässt sich nicht leugnen. Manch einer mag das kitschig finden, ich finde es einfach toll“, sagt der Bützower und verweist auch noch einmal auf seinen Faible für Aufnahmen gegen das Licht. Und seine Motive der Nähe, Strukturen, Stimmungen sowie die interessanten und regionaltypischen Landschaftsformationen kommen an. „Die Ausstellung gefällt mir sehr gut. Man erkennt zwar oft auf den ersten Blick was es ist, wird aber dennoch zum Nachdenken angeregt. Die Blickwinkel sind interessant. Sehr schöne Bilder, kann ich nicht anders sagen“, betont Margrit Schulz aus Bützow.

Auch Hanna Schröder aus Güstrow ist positiv überrascht. „Ich fotografiere selbst und war gespannt, ob die Einladung hält, was sie verspricht. Ich muss sagen: Sie tut es voll und ganz. Denn gerade diese unbearbeiteten Sachen sind spannend und gar nicht so einfach zu machen“, erklärt die Hobbyfotografin.

 

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