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Bützower Zeitung

12. Dezember 2017 | 13:19 Uhr

Horst : Sein Mais ist nichts für süßen Zahn

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Sonne und Regen kommen den Landwirten in der Region jetzt gelegen.

svz.de von
erstellt am 03.Sep.2014 | 19:25 Uhr

Mais so weit das Auge reicht. Bei so manchem Mecklenburger schnellt da der Puls ganz schnell mal in die Höhe. Landwirt Eckhard Meiners hat sogar teilweise Verständnis dafür. „Das ist doch ganz klar. Wenn man sich allein die Flächen anschaut, auf denen heute Mais angebaut wird, ist das schon mehr als früher. Doch man muss differenzieren und kann nicht pauschal alle Bauern über einen Kamm scheren. Denn viele der Maisschläge haben schon ihre Berechtigung“, erklärt der Landwirt aus Horst. Gemeinsam mit seiner Frau betreibt er einen großen Milchviehbetrieb. Ein Teil seiner Maisernte wandert ins Tierfutter. Und der andere kommt in die hofeigene Biogasanlage. „Solche Anlagen sind kein Teufelszeug, aber sie gehören auf einen Hof“, ist Eckhard Meiners ganz fest überzeugt. Nur so könne nachhaltige Landwirtschaft funktionieren.

Horst Mais so weit das Auge reicht. Bei so manchem Mecklenburger schnellt da der Puls ganz schnell mal in die Höhe. Landwirt Eckhard Meiners hat sogar teilweise Verständnis dafür. „Das ist doch ganz klar. Wenn man sich allein die Flächen anschaut, auf denen heute Mais angebaut wird, ist das schon mehr als früher. Doch man muss differenzieren und kann nicht pauschal alle Bauern über einen Kamm scheren. Denn viele der Maisschläge haben schon ihre Berechtigung“, erklärt der Landwirt aus Horst. Gemeinsam mit seiner Frau betreibt er einen großen Milchviehbetrieb. Ein Teil seiner Maisernte wandert ins Tierfutter. Und der andere kommt in die hofeigene Biogasanlage. „Solche Anlagen sind kein Teufelszeug, aber sie gehören auf einen Hof“, ist Eckhard Meiners ganz fest überzeugt. Nur so könne nachhaltige Landwirtschaft funktionieren.

Zudem sei der Mais nicht nur eine sehr ertragreiche Pflanze,  betont Meiners. Immerhin werden durchschnittlich 35 bis 40 Dezitonnen pro Hektar geerntet. Beim Getreide sind es hingegen zwischen zehn und 15 Tonnen pro Hektar. Sie könne so viel, wie keine andere Pflanze. „Sie wandelt Sonnenenergie viel besser um und ist eine C4-Pflanze, hat ein Kohlenstoffatom mehr als viele andere. Der Mais kann trotz trockener Bedingungen so viel Biomasse bilden.  “

Doch bis in diesem Jahr wieder geerntet werden kann, ist noch ein bisschen Zeit. „Wir werden wohl erst im Oktober mit der Maisernte beginnen, denn noch ist ein bisschen Regen nötig – auch Sonne kann nicht schaden. Das vegetative Wachstum ist jetzt abgeschlossen, nun wird generativ nachgelegt. Auch so ist ackerbaulich Regen dringend nötig. Es sind in den vergangenen Tagen gerade  mal 20 Millimeter gekommen“, erklärt er.  20 Millimeter im  Messbecher bedeuten 20 Liter auf einem Quadratmeter .  Der Jahresdurchschnitt liegt in der Region  zwischen 600  und 650   Millimetern.    Auch die Vorsommertrockenheit sei nicht  ideal für den Mais gewesen, meint Meiners. Aber dennoch ist der Bauer recht zufrieden. „Das sieht doch ganz anständig aus, schön goldgelb und noch richtig spritzig“, sagt er und beißt in den runden, glänzenden Maiskolben. Dann verzieht Meiners ein wenig das Gesicht. Denn mit dem Zuckermais aus dem Supermarkt hat der Mais auf dem Feld von Eckhard Meiners nun nicht gerade viel gemeinsam. „Es ist zwar die gleiche Familie, aber wir bauen Futtermais an. Der ist stärkehaltig und der Zuckermais, der hat keine Stärke. Der hat ganz viel Zucker – wie es der Name ja schon sagt“, erklärt der Landwirt. Und Zucker kann er in der Biogasanlage und auch bei der Tierfütterung nicht gebrauchen. „Da ist die Stärke schon der bessere Energielieferant“, schiebt er nach.

Neben diesen beiden Formen gibt es dann auch noch den Mais für Popcorn. Das ist der sogenannte Perlmais.

Und auch schon bei der Aussaat im April ist der Unterschied an den Körnern zu erkennen: „Die Maiskörner des Zuckermais sind ganz schrumpelig, sehen etwas vertrocknet aus“, erklärt Meiners Schwester. Die Anbaugebiete liegen deutlich südlicher. „Der Mais ist ja auch keine typische deutsche Pflanze. Sie kommt aus Amerika“, erklärt die studierte Landwirtschaftlerin.

Der Zuckermais sei in Deutschland eben ein Nischenprodukt. So standen beispielsweise 2011 nur etwa 1500 Hektar von den weltweit angebauten 300000 Hektar Zuckermais  in Deutschland, und diese überwiegend in süddeutschen Bundesländern.

Der Maisanbau ist insgesamt aber im Bundesland gestiegen.  2013 waren es laut statistischem Bundesamt noch insgesamt 142300 Hektar und in diesem Jahr sind es insgesamt  151000 Hektar. Diesen Anstieg um 6,1 Prozent will Eckhard Meiners nicht kleinreden. Er kennt die vielen Kritiker und kennt auch die Vorwürfe einer stetig wachsenden  Monokultur.  „Ich schau mir die Alternativ-Versuche an,  doch bislang sind die Proben mit Wildgräsern oder ähnlichern Kulturen  nicht so ergiebig. Dass wir nicht nur Mais anbauen können, das weiß ich und deshalb setzen wir ab und zu auch andere Farbtupfer und bringen ein bisschen Bunt ins Feld – und seien es nur Sonnenblumen.“ 

Katja Müller

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