Christel Wiencke zieht Bilanz für die Badesaison 2012 : Schwimm-Meisterin aus Berufung

Christel Wiencke und ihr Ehemann  Achim machen die  Badeanstalt 'winterfest'. An ihrem letzten Arbeitstag in dieser Saison haben die beiden die Markierungsbojen  für den Schwimmer- und Nichtschwimmerbereich eingeholt. Nadine Schuldt
Christel Wiencke und ihr Ehemann Achim machen die Badeanstalt "winterfest". An ihrem letzten Arbeitstag in dieser Saison haben die beiden die Markierungsbojen für den Schwimmer- und Nichtschwimmerbereich eingeholt. Nadine Schuldt

Schwimm-Meisterin Christel Wiencke zieht eine positive Saisonbilanz für die Rühner Badeanstalt. 2013 ist sie dort nur noch als Rettungsschwimmerin aktiv.

von
17. September 2012, 09:06 Uhr

Bützow | Christel Wiencke, Schwimm-Meisterin in der Badeanstalt "Rühner See" blickt auf eine besucherstarke Saison zurück. "Wir verzeichnen ein leichtes Plus im Vergleich zum Vorjahr", sagt die 64-Jährige. Etwa 7000 Besucher zählte sie 2012. Viele Verletzungen habe es ebenfalls nicht gegeben - niemand habe sich ein Arm oder Bein gebrochen, nur Schnittverletzungen sind wegen der Muscheln im Wasser aufgetreten.

Den vielen Gästen macht sie ebenso ein Kompliment. "Sie verhalten sich vernünftig und verlassen die Badeanstalt auch wieder sauber", sagt die Schwimm-Meisterin. So manch einer der Gäste sei "hier groß geworden" und wisse, dass er seinen Müll wegsammeln muss. Kein Wunder, denn Christel Wiencke leitet die Badeanstalt seit dem 1. Januar 1982. Für die 64-Jährige geht mit dieser Bade-Saison auch der Job als Schwimm-Meister zu Ende. "Kommendes Jahr werde ich den neuen Pächter in die neue Aufgabe einweisen, unterstützen und auch noch als Rettungsschwimmer da sein", sagt Christel Wiencke. Der Grund: Um Kosten zu sparen, soll die Badeanstalt nicht mehr von der Stadt betrieben, sondern privatisiert und von einem externen Unternehmer gepachtet werden. Für sie ist nach 2013 definitiv Schluss, dann will sie ihre Rentenzeit antreten, sagt Christel Wiencke. "Ich möchte mich um meine Enkelkinder kümmern", sagt die Rettungsschwimmerin.

Dennoch: Für den Beruf des Schwimm-Meister würde sie sich immer wieder entscheiden. Schon als Kind sei sie im Schwimmsport aktiv gewesen, habe mit 15 Jahren die Prüfung zum Rettungsschwimmer erfolgreich absolviert. In ihrer Zeit als Schwimm-Meisterin hat sie in der Bützower Badeanstalt viel gestaltet, beispielsweise dafür gesorgt, dass Rutsche, Spielplatz und Volleyball-Felder entstehen. "Ich bin zu einigen Kollegen, mit denen ich einst die Rettungsschwimmer-Ausbildung gemacht habe, hingefahren, und habe mir deren Badeanstalten angeschaut." Die Anregungen seien dann in die hiesige Einrichtung eingeflossen. Auch Hinweise, wo Fördergelder zu beantragen sind, habe sie von ihnen erhalten. Froh ist sie ebenfalls, dass in all den Jahren kein Gast tödlich verunglückt ist. "Am meisten Befürchtungen, dass etwas schief gehen könnte, hatte ich, wenn die Kinder auf der Rutsche nahe am Rutschenrand getobt haben", erzählt sie. Da hätten sie auch ins Wasser fallen können. Wichtig sei es da, ein extrem gutes Gehör zu besitzen, und einen Hilferuf aus Spaß von einem Hilferuf aus Angst unterscheiden zu können. Einer, der ihr in den vielen Jahren hilfreich zur Seite stand, ist ihr Ehemann Achim. "Er ist für die Rettung und auch für die Sauberkeit zuständig", sagt sie. Seit 24 Jahren helfe er stundenweise in Badeanstalt mit. Ihre Schwester und Bruder hätten in den ersten Jahren als Rettungsschwimmer mitgeholfen. "Wir haben sie wie einen kleinen Familienbetrieb geführt", sagt sie und schmunzelt. Christel Wiencke hat auch viele lustige Sachen in der Badeanstalt erlebt. So fanden auf dem Areal beispielsweise die Feste der Basketballmannschaft statt. Noch zu DDR-Zeiten habe einmal eine Jugendgruppe auf dem Gelände gezeltet, die eine tolle Fete gegeben haben. "Sie hatten wirklich viel zu Essen mit , was dann in den Umkleidekabinen gelagert wurde", sagt Christel Wiencke und lacht. Vom künftigen Betreiber wünscht sie sich, dass er das Areal genauso sauber und aufgeräumt hält wie bisher. Man muss schon etwas machen, damit die Anlage so aussieht wie bisher, sagt Christel Wiencke.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen