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Tarnow : Schwierig, eine Arbeit für beendet zu erklären

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

SVZ-Serie „Ins Atelier geschaut“: Zu Besuch bei Ute und Michael Mohns in Tarnow

svz.de von
erstellt am 13.Apr.2014 | 15:11 Uhr

Der letzte knappe Kilometer zu Ute und Michael Mohns führt über einen von Regengüssen ausgewaschenen und vom Frost aufgebrochenen Landweg. Mitten hinein in eine Landschaft, die Ute Mohns gelegentlich auf einem ihrer Blätter festhält.

Seit knapp 40 Jahren lebt das Künstlerpaar in einem ehemaligen Bauerngehöft in Tarnow-Ausbau. Haus und Nebengelass erlaubten das Einrichten von zwei Ateliers. Das von Ute Mohns entstand aus drei kleinen Räumen durch den Wegfall von zwei Wänden. Neben dem Platz genießt die Malerin den Luxus, ihre Staffelei in das jeweils beste Licht zu stellen.

Michael Mohns hat sein Atelier in einem Seitengebäude, einem ehemaligen Stall, eingerichtet. Dort musste die Decke weichen, um Raum für die Figuren des Bildhauers zu schaffen.

Die getrennten Arbeitsräume seien eine Voraussetzung, dass das Nebeneinander zweier Künstler funktioniert, bestätigen beide. „Ich brauche Ruhe und Stille und Einsamkeit für meine Arbeit“, sagt Ute Mohns. Ein Gemälde oder eine Zeichnung möchte sie erst preisgeben, wenn sie es für fertig erklärt. „Und auch dann lebt in mir oft das Gefühl der Unzufriedenheit, dass es doch noch unvollkommen ist“, sagt sie. Ihr Mann schätzt fremde Meinungen im Schaffensprozess schon eher. In aller Regel ist es aber so, dass sie einander jeweils die ersten Kritiker eines neu geschaffenen Werkes sind. „Es ist ja auch kein anderer mehr da“, schmunzelt der Bildhauer. Sind doch die drei Kinder des Paares längst aus dem Haus.

Michael Mohns wurde in Berlin geboren. An der Kunsthochschule Berlin-Weißensee studierte er Bildhauerei und arbeitet seit 1984 freischaffend. Seine Motive findet der Künstler in der Begegnung mit Menschen und in der Natur. Tiere sind es dabei besonders, die ihn inspirieren. Seine Plastiken führt er in Bronze oder Naturstein wie Marmor, Sandstein oder Muschelkalk aus. Seine Werke sind als Kunst im öffentlichen Raum erlebbar, beispielsweise den Bronze-Stier am Eingangskreisel von Güstrow, eine Bronze auf dem Marktplatz in Gnoien oder die Thünenschen Ringe in der Fachschule in Güstrow-Bockhorst. Seit einem guten Jahr widmet sich Michael Mohns der Abnahme von Totenmasken und Handabformungen. „Das war im 19. Jahrhundert ein wesentlicher Teil von Erinnerungskultur und Trauerarbeit im Bildungsbürgertum. Es gibt zunehmend eine Nachfrage nach dieser Möglichkeit des Erinnerns und Gedenkens“, weiß der Bildhauer.

Ute Mohns wurde in Weimar geboren, studierte in Berlin Werbung und Gestaltung und siedelte Mitte der 1970er-Jahre nach Tarnow über. Personalausstellungen machten sie unter anderem in Schwerin, Rostock, Neubrandenburg und 2001 in der Städtischen Galerie Wollhalle in Güstrow bekannt.

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in unserer Montag-Ausgabe.

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