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Bahnanbindung : Schwaaner kämpft gegen Goliath

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Seit zehn Jahren fordert Wolfgang Matuschek eine noch bessere Bahnanbindung an die Hanse- und Bundeshauptstadt

Schwaan Seit Montag gibt es zwischen Bützow und Güstrow Schienenersatzverkehr. Die Deutsche Bahn baut am Gleisnetz. Und diese Arbeiten haben auch Auswirkungen auf Zugverbindungen am Bahnhof in Schwaan. Denn der Regionalexpress 5 (RE5/Rostock-Berlin-Elsterwerda) hält jetzt auch wieder dort. Für Wolfgang Matuschek ist das Motivation genug, seinen Kampf mit dem Konzern Deutsche Bahn zu intensivieren. Denn mit dem RE5 ergeben sich für viele Schwaaner und Bahnfahrer aus der Region zusätzliche attraktive Verbindungen. „Wenn wir es jetzt nicht schaffen, wann dann?“, fragt der Schwaaner.

Der RE5 verkehrt unter anderem zwischen Rostock und Berlin und macht an vielen, auch kleineren Bahnhöfen Halt. Bloß für den Bahnhof Schwaan ist das nicht möglich, sagt die Deutsche Bahn. Als Begründung muss der RE12 von Rostock nach Graal Müritz herhalten. Reisende, die in der Hansestadt vom RE5 in den RE12 umsteigen wollen, haben dafür vier Minuten Zeit. Diese Zeit würde sich durch einen Zwischenhalt in Schwaan minimieren. „Ich kann das nicht verstehen, denn wenn gebaut wird, geht es doch auch“, sagt Wolfgang Matuschek.

Das war bereits vor neun Jahren so. Damals baute die Bahn auch an ihren Gleisen in der Region. Und so hielten Züge im Halbstundentakt auf dem Bahnhof der Warnowstadt. Mit Beendigung der Bauarbeiten rauschte der RE5 wieder an Schwaan vorbei. Im Jahr 2014 wiederholte sich das. Und nun, im Jahr 2016, passiert es zum dritten Mal.

Vor allem für Pendler, die nach Rostock zur Schule oder Arbeit wollen, ergeben sich jetzt wieder zeitliche günstige Verbindungen. Schüler, die in Rostock das Gymnasium besuchen, könnten morgens nun 35 Minuten später starten, und seien dennoch pünktlich im Unterricht, sagt Wolfgang Matuschek. Er habe beobachtet, dass am Morgen in Rostock nur sehr wenige Menschen in den Zug nach Graal Müritz umsteigen. „Und einmal hatte sich der Zug sieben Minuten verspätet. Da hat der Zug nach Graal Müritz gewartet. Es ist also technisch möglich“, sagt Matuschek.

Aber auch die Fahrt mit dem RE5 in die andere Richtung nach Berlin ist interessant. „Wir kommen dann von Schwaan direkt in die Bundeshauptstadt“, so der Schwaaner. Ohne den RE5-Halt müssen Berlinfahrer in Güstrow umsteigen. „In der Woche geht das noch. Da beträgt der Aufenthalt nur 15 Minuten. Doch am Wochenende sind es ein und eine viertel Stunde“, erklärt er.

Für Matuschek gibt es noch weitere Argumente für einen Halt des RE5 in Schwaan. Die Stadt hat mit großer finanzieller Unterstützung des Landes den Bahnhof zu einem attraktiven Verkehrsknotenpunkt ausgebaut. Gegenwärtig laufen noch Arbeiten, um weitere Parkmöglichkeiten zu schaffen, damit Autofahrer ihr Pkw dort abstellen können und dann mit dem öffentlichen Personennahverkehr weiterfahren. „Es geht doch darum, die vorhandenen Ressourcen effektiv zu nutzen und öffentliche Verkehrsmittel attraktiver zu machen. Und dazu gehört für mich auch der Halt des RE5 in Schwaan“, sagt Wolfgang Matuschek.

Deshalb lässt er nicht locker, weiß dabei auch die Stadt, den Landkreis und die Verkehrsgesellschaft des Landkreises hinter sich.
Ralf Badenschier
 

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erstellt am 06.Mai.2016 | 21:00 Uhr

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