Wohin soll sich die Stadt entwickeln? : Schwaan sucht neues Bauland

Zukünftiges Baugebiet?  Kleingärten zwischen der Bahnlinie und dem Wiendorfer Weg könnten wegfallen, um weitere Grundstücke zu bebauen können. So lautet jedenfalls eine Überlegung, die Birgit Nehls im Ausschuss für Stadtentwicklung äußerte.
Zukünftiges Baugebiet? Kleingärten zwischen der Bahnlinie und dem Wiendorfer Weg könnten wegfallen, um weitere Grundstücke zu bebauen können. So lautet jedenfalls eine Überlegung, die Birgit Nehls im Ausschuss für Stadtentwicklung äußerte.

Die Stadtvertreter suchen künftige Baugebiete.

svz.de von
04. Mai 2019, 05:00 Uhr

Schwaan | Schnell kommen die Schwaaner nach Rostock, ob mit dem Auto oder der Bahn. Die Kleinstadt an der Warnow ist bei Bauwilligen sehr beliebt. Junge Familien wissen, dass ihre Kinder mit viel Grün aufwachsen. Das sind unter anderem Gründe dafür, dass sich vier Mal so viele künftige Hausbesitzer für die Grundstücke am Koppelweg interessierten als zu vergeben waren. Das berichtet Stadtvertreter Wolfgang Matuschek (CDU), der unter anderem im Ausschuss für Stadtentwicklung mitmischt.

Zurzeit beschäftigen sich Planer mit der Änderung des Flächennutzungsplans für den „Vorbecker Landweg West“. Ein Beschluss dazu steht auf der Sitzung am Donnerstag, 9. Mai, auf der Tagesordnung. Im Gebiet westlich des Koppelwegs sind rund 45 Häuser vorgesehen. Eine Ausdehnung der Stadt darüber hinaus nach Westen ist allerdings nicht möglich, weil dort eine naturrechtlich geschützte Obstbaum-Plantage steht.

Ein paar Grundstücke will die Stadt im Osten bebauen lassen: Die Stadtvertretung hat am 9. Mai den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan „An den Kuhbergtannen“ auf dem Tisch. Diese Fläche ist knapp vier Hektar groß und liegt in Richtung Niendorf vor der Tankstelle. Auch eine kleine Fläche auf der gegenüberliegenden Straßenseite gehört dazu. Es geht vorwiegend um gewerbliche Brachflächen: Gebäude eines ehemaligen Landbau-Betriebs, einer Betonmischanlage und eine stillgelegte Tankstelle.

Insgesamt gibt es etwa 150 Hektar, die in Stadtnähe bebaut werden könnten. Schwaan hat nur ein Problem: Die geografische Lage am Fluss lässt gar nicht so viele Möglichkeiten zu. „Fast überall ist der Untergrund entweder nass oder es gibt Torf“, sagt Birgit Nehls, Abteilungsleiterin für Bau- und Liegenschaften der Stadtverwaltung Schwaan.

Ein weiterer Grund sind Eigentumsverhältnisse, die eine Überplanung des Geländes fast aussichtslos erscheinen lassen. Beispiel: eine 87 Hektar große Fläche im Südwesten der Stadt. Theoretisch könnten hier 85 Häuser gebaut werden. Aber: „Es gibt verschiedene Eigentümer. Ein Umlegungsverfahren wäre sehr langwierig“, erläutert Birgit Nehls. Die einzelnen Flurstücke seien so groß wie Handtücher. Nehls glaubt deshalb nicht an eine Bebauung: „Die wird nicht kommen.“

Südlich der Niendorfer Chaussee hinter der Bebauung sieht die Verwaltung ebenfalls kaum eine Möglichkeit, Häuser bauen zu lassen. Der Boden einer 1,7 Hektar großen Fläche in der Senke sei dafür einfach zu nass.

Die größte Chance für ein weiteres Baugebiet in Schwaan sieht Birgit Nehls in der Nähe der Bützower Straße – und zwar östlich des Autohauses Weitendorf. Dort sind aber zurzeit „soziale Einrichtungen“ – sprich: Kleingärten. Kein leichtes Unterfangen, dort den Hausbau anzugehen, denn die Besitzer ziehen meist ungern zu anderen Schollen um. Die Stadt müsste einigen Kleingärtnern neue Parzellen anbieten.

Ein weiteres mögliches Wohngebiet befindet sich am Wiendorfer Weg: eine 2,1 Hektar große Fläche hinter den drei großen Wohnblöcken in nordwestlicher Richtung. Zwischen den Blöcken und der Bahnlinie liegen aber ebenfalls Kleingärten.

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